YOUR DYING TRUTH - "Product" (CD, Eigenproduktion, 2014)

'Geht ab' ist schon eine ziemlich gute Definition und völlig ausreichend für den Laien, wenn es um eine Rezension einer mir sympathischen Platte geht. 
Der kürzlich veröffentlichte Silberling von den Kielern YOUR DYING TRUTH ist eben eine solche Nummer. An dieser Stelle sag ich gleich noch vorweg, dass ich deren CD zwar rechtzeitig bekam, aber sie erstmal bei nem Freund vergessen hatte. Und während er zu harten Klängen lauschte, stellte ich meine Bude auf den Kopf. Darum ein kleines 'Entschuldigung' für die Verspätung des nun endlich erstellten Berichts. Besser spät als... aber lassen wir das.

Your Dying Truth




Also das ist wirklich ne Granate. Mit fettem Soundgewand marschiert 'The heretics in art' auf mich los und droht, alles nieder zu walzen was Ihm in die Quere kommt. Innerhalb einer Minute wird dir bewusst, dass hier selten ein Part durchgespielt wird, um Opium für die Masse zu produzieren, sondern gekonnt komplex miteinander harmoniert wird, um eine fette Wand aus Bratzgitarre und Bollerdrums zu zimmern. Der Herr am Bass zelebriert dann auch mal für meine Ohren Bassläufe, deren Komplexität mich an Steve DiGiorgio erinnern oder ach komm... nehmt Sie doch gleich alle... die Progressiv-Bassisten. Genauso das Drumming. Komplex, gekonnt und nicht allzu kompliziert, als das es öde würde. Son richtigen Anspieltipp habe ich bisher nicht mal mehr, da ich das Teil durchgehend höre und kein Song an Individualität einbüsst. Ok. Anfangs hab ich mir 'The Heretics in art', 'take shape', 'Decipher' und 'White Noise' wie blöde angehört, aber konnte auch bis zum Ende mich nicht unmittelbar entscheiden, welcher denn jetzt am meisten ballert. Und so wird es ein Garant zum konsequentem Durchhören. Sehr stark werde ich an Dillinger Escape Plan oder Mudwayne erinnert. Aber da ist noch mehr an Einflüssen. Ob Sie wirklich n Einfluss waren, wage ich nicht zu bezweifeln. Die sind ja logger 10 Jahre jünger als ich. Kein Plan ob die mit Soilent Green, Invocator (der Gesang erinnert mich tierisch an die Dänen), Beissert oder die Hamburger Thrash-Assis Rising Down was anfangen können. Mir lax. Aber an viele Sachen werde ich hier erinnert. Laut YDT: 'Manche bezeichnen es als Prog-Thrash, andere als Groove Metal und wiederum andere nennen es Prog Hardcore oder Mathcore. Irgendwo dazwischen liegt vermutlich die Wahrheit.' Das kommt hin. YDT bedienen sich wirklich mehreren Schubladen und lassen alles gekonnt zusammen fließen, um ihren ganz eigenen Stil in ganzer Pracht in deine Fresse zu schlagen. Jedenfalls ist der Aggressionsfaktor während des Hörens und danach schon ziemlich hoch. 


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