Like4
Dislike0
- Details
-
Kategorie: Berichte aus dem Pit
-
Veröffentlicht: Montag, 31. März 2025 17:26
-
Geschrieben von Philipp Wolter
-
Zugriffe: 390
Das Wissen schwindet. Diese Binsenweisheit macht sich auch in den Bereichen Musik, Literatur oder generell Kultur bemerkbar. Ich finde es irritierend, wenn ich die Begriffe Hardcore und Punk nenne und merke, dass mein Gegenüber darunter nur so’n Affengekloppe versteht.
Aber was war so berauschend an 80er/90er HC/Punk Bands wie RKL, NOMEANSNO, SNFU oder POISON IDEA? Für mich ist es unter anderem diese musikalische Schrankenlosigkeit, welche alle diese Bands auszeichnete. Sie waren nicht so eingeengt in eine Schublade, sondern haben abgefahrene Einflüsse verarbeitet. Ich habe das häufig so erlebt, dass ich ohne Plan von der betreffenden Band aufs Konzert ging und dann mit offenem Maul im Juz stand und nur noch „WTF“ dachte.
Bei RICH KIDS ON LSD oder RKL kamen gleich mehrere Ebenen zusammen, die einen Konzertbesuch unvergesslich machten. Da war die reine musikalische Klasse, diese Breaks, die Bassläufe und on top noch eine unwiderstehliche Eingängigkeit. Dazu die physikalische Präsenz, die Action auf der Bühne. RKL-Auftritte waren ein Erlebnis, das auch von der Unberechenbarkeit lebte. Ich liebe es, wenn ich mich fragen muss, was die Musiker wohl als nächstes anstellen. Dazu kam aber noch der Faktor, dass RKL die Kerze von beiden Enden angezündet haben, so wie etwa Lemmy oder andere Rock’n’Roll-Urviecher. Drogen- und Alkoholmissbrauch sind natürlich keine Heldentaten, aber angesichts vieler „cleaner“ HC-Bands war es schon auch erfrischend, dass diese Band so hemmungslos vorging, Jason Sears zum Beispiel in Neumünster auf die Bühne kotzte. Laut Helge Schreiber legten RKL mal im AJZ Bielefeld den Willigen im Publikum reingeschmuggelte LSD-Trips unter die Zunge (OX Nr. 178, S. 73). Man muss natürlich auch sehen, dass dieser Lebensstil drei Mitglieder viel zu früh das Leben kostete – R.I.P., Jason, Derrick und Bomer!

Bilder von MJ und Eric Zölck.
Like4
Dislike0
- Details
-
Kategorie: Berichte aus dem Pit
-
Veröffentlicht: Mittwoch, 26. März 2025 17:04
-
Geschrieben von Torsten Matzat, MetalSon Andreas Gennrich, Philipp Wolter
-
Zugriffe: 494
Philipp: Als ich 2020 von der ersten ZAKK SABBATH-LP „Vertigo“ Notiz nahm, hielt ich dieses Projekt ehrlich gesagt für eine etwas kuriose Fußnote der BLACK-SABBATH-Bibel. Dass der vielbeschäftigte Zakk Wylde, der ja neben seiner Tätigkeit als OZZY-Gitarrist auch noch mit BLACK LABEL SOCIETY und PANTERA aktiv ist, noch eine Single („Fairies Wear Boots“, 2023) sowie eine zweite LP („Doomed Forever, Forever Doomed“, 2024) hinterherschickte, hat mich überrascht. Aber positiv, denn Zakks jamartige Versionen der alten SABBATH-Granaten machen unheimlich viel Spaß. Und nun kommt der Hund auch noch auf Tour, macht Station in der Markthalle!
In unserer Hood schlug dann auch die Nachricht wie eine Bombe ein, dass auf dieser Tour die englische Progressive Doom Metal Band LOWEN Support sein würde! Deren LP „Do Not Go To War With The Demons Of Mazandaran“ ist für einige meiner Freund:innen nämlich eines DER Alben 2024. Da ist das Slowmobil schnell vollbesetzt und die DreMu-Gesandtschaft brettert an einem Dienstag gut gelaunt gen Hamburch. Come to the sabbath!
Torsten: Die Ankündigung für dieses Konzert elektrisiert mich sofort! Geil: endlich ZAKK SABBATH und Zakk Wylde erleben! Diesen Gitarren–Helden habe ich noch nie live gesehen – weder mit Ozzy, noch solo. Dabei mochte ich ihn grade mit Ozzy in seinen (und meinen ;-) jungen Jahren sehr. Bloß, hinterm Eisernen Vorhang hatte ich keine Chance und später verpasste ich ihn immer... Jetzt also die Möglichkeit, ihn mit bzw. als ZAKK SABBATH in der Markthalle shredden zu sehen.

Bilder von MJ, Andreas und Torsten