Magazin

PANICBURG CITY, BONSAI KITTEN, HOPE MOTORS / 08.12.2017 – Kiel, Schaubude

Panik is gegen Gewalt! Hat der olle Udo mal gesagt. Und ich bin sicher, dass die vier Panikburger das unterschreiben. Denn heute ist Liebe in der Luft.

Wer es nicht weiß: Hinter diesem schönen Namen (es sind DOCH noch nicht alle guten weg!) verbergen sich Bekannte: Inge und Marco stammen von ARMSTRONG, Carsten schredderte bei DEAD DAY RISING und Piet hämmerte auf den DESPERADOS herum. Das erste Lebenszeichen erscheint genau JETZT bei Jan ML-Records in Form einer vier Stücke umfassenden 12“-Vinyl-EP. Dies ist der Release-Gig, mit am Start sind BONSAI KITTEN aus Berlin und eine weitere Band mit zumindest einem alten Bekannten, nämlich die HOPE MOTORS mit Kentucky an der Gitarre. Let’s goooo!

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Eingereicht von Philipp

Kettcar / 30.11.2017 - Hamburg, Markthalle

STEFFEN: Meine erste Full-Album-Show waren Sonic Youth, 2006 oder -7 in der Berliner Columbiahalle. Meine zweite sind Kettcar, heute Abend in der Hamburger Markthalle. Als Hüsker Dü 1987 ihr finales Album „Warehouse: Songs And Stories“ veröffentlicht hatten, spielten sie auf den Konzerten alle 20 darauf enthaltenen Stücke, und das hätte ich gern erlebt. Als ich davon las, war ich beeindruckt von diesem Selbstbewußtsein. Bis dahin hatte ich nämlich gedacht, es gäbe keinen anderen Weg als den, neues Liedgut strategisch geschickt in die Setlist zu integrieren. Da fand ich es geradezu schneidig, einfach die ganze Platte zu spielen.

MATZE: Neben The Cure und Hüsker Dü fallen mir ad hoc blink-182 ein, die im November 2003 ihr selbstbetiteltes Album bei der sogenannten „DollaBill-Tour“ in kleineren Clubs für einen Dollar Eintritt vorstellten und das Ganze 2013 zum 10jährigen Jubiläum einmalig wiederholten.

STEFFEN: Ja, Cure haben sowas auch mal gemacht, indem sie zuerst die gesamte „Pornography“, im zweiten Block dann „Disintegration“ und abschließend „Bloodflowers“ durchdeklinierten, alles an einem Abend, 3 mehr oder weniger aus ihrem Back-Katalog herausragende Werke, die Robert Smith nachträglich zur Trilogie verbrämt hatte. Marcus Wiebusch erklärt zwischen zwei Songs, dass die Band die Idee anfangs wohl etwas an den Haaren herbeigezogen fand und wissen wollte, wer denn sowas macht. Ich stelle mir vor, dass es der höchst umtriebige Grand-Hotel-Van-Cleef-Tausendsassa Rainer G. Ott war, der ihnen antwortete: „Bruce Springsteen“.

MATZE: Genau! Und Wiebusch so: „Ok, beim Boss hatten sie mich!“

STEFFEN: Springsteen ist auch so ein Fall, bei dem ich eher das generelle Anliegen und den Typen gut finde als die Musik im engeren Sinn. Das ist bei mir und Kettcar zwar alles noch ein bißchen anders konfiguriert, aber die Springsteen-Kettcar-Connection scheint mir ganz passend.

MATZE: Meine Kettcar-Phase war, ehrlich gesagt, so zwischen 2002 und 2005. Als mir verraten wurde, dass es neue Kettcar-Musik geben wird, hoffte ich sehr, dass Wiebusch die deutlich politischeren Texte des Soloalbums und aus alten ...But Alive-Zeiten einbringen würde, und zum Glück ist dies auch der Fall. Ich muss gestehen, dass mir „Zwischen den Runden“ (2012) und „Sylt“ (2014) zu befindlichkeitsfixiert waren.

STEFFEN: Ich bin selber total befindlichkeitsfixiert. Ich kann immer nur sagen, welche Gefühle eine Band in mir auslöst oder mit welchen biografischen Begebenheiten ich sie verbinde; oder welche Vorurteile ich gegen sie habe. In den 90ern wurden …But Alive bei mir total vom jeweiligen Jens-Rachut-Projekt überschattet und als Blitz-Stefan mir seinerzeit die „Du und wieviel von meinen Freunden“ unter die Nase hielt, offenbar in der festen Erwartung, das wäre was für mich, tat ich es als „Deutschrock“ ab. Uiuiui. Seit „Ich vs. wir“ kann ich das so nicht mehr stehenlassen.

MATZE: Als ich mit meiner wunderbaren Freundin Anna die Markthalle betrete, finden wir leider keinen Glühwein vor, dafür gibt es aber das obligatorische Kaltgetränk. Plötzlich erscheint Steffen neben mir am Merch, an dem die GHVC-Leute Beitzi (Matula) und Malek (American Tourists) stehen, und ich denke beim Betrachten der kolossalen Auswahl, dass immer noch ein T-Shirt mit dem typischen Wiebusch-Zitat „…UND DAS GEHT SO“ fehlt. Steffen und ich werden im Laufe des Abends mitzählen. Aber nur vor fünf Songs wird er seine markante Ansage machen.

STEFFEN: Beim „Umsonst-und-draußen“ aufer Schanze hat er das ca. 25mal gesagt. Am üppig bestückten Merchstand kaufe ich mir die Vinyl-Box-Ausgabe der „Zwischen den Runden“ (2012), die allerorten als schwächstes Kettcar-Album gilt. Immerhin beginnt sie mit „Rettung“, einem wirklich niedlichen Liebeslied, dessen zentrales Bild die Kotze ist, die er ihr aus dem Haar pult. Lese ich etwa im Klappentext eines mir noch unbekannten Buches, der Autor würde seine Figuren mit einem liebevollen Blick betrachten, schreckt mich das diskret ab, was daran liegen mag, dass ich zu diesem liebevollen Blick nicht durchgängig in der Lage bin. Weil ich meistens irgendwas zu meckern habe und zum Nachtragen neige. Andererseits ist z.B. Bille Augusts „Irgendwo in Iowa“ ein Film voller Liebe, der mich regelmäßig zu Tränen rührt. Die emotionalen Erlebnisse, die ich in den vergangenen Wochen mit dem einen oder anderen Kettcar-Song hatten, weisen eine ähnliche Heulsusenqualität auf. Wenn Hollywood will, dass ich heule, dann heule ich. Wenn Marcus Wiebusch „Sommer ´89“ singt,…aber dazu später.

MATZE: Ich schraube seit 2011 heimlich an meinen eigenen Songs und komme kaum voran, und meine persönliche Deadline (Leonard Cohen war 34 beim Release seines ersten Albums) rückt immer näher. Von daher ziehe ich den Hut für die Disziplin, die Familienvater Wiebusch vorlebt. Und solche Texte muss man erstmal schreiben:

„Der Kartoffelsalat, der schmeckt / Und da steht Thomas Helmer / Oh, nee doch nicht. Sah nur so aus [...] und ich denke, dass auf der Tanzfläche ganz schön was los ist / Aus den Boxen Guns'N’Roses / Und ob Du lachst oder weinst: Gleich gibt’s Simple Minds“

Ein kleiner Auszug aus „Beste Waffe“, einem ...But-Alive-Stück aus dem Jahr 1997. Klar, die meisten grölen die Hits aus dem Kettcar-Oevre mit: „Landungsbrücken raus“, „Balkon gegenüber“, „Balu“, „Deiche“, „48 Stunden“, „Graceland“ – Man könnte ewig so weitermachen. Leute, die affin sind für deutschen Indie-Rock, kennen diese Titel. Ich habe dennoch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich ...But Alive immer ein wenig mehr mochte. Vielleicht auch, weil ich u.a. durch diese Band auf die Pfade gelenkt wurde, die später mein Leben widerspiegeln sollten. Das habe ich Marcus, glaube ich, noch nie so gesagt. Wenn er das hier liest: Danke, Marcus!

Und jetzt mal rein in die volle Markthalle, deren Ambiente ich immer geschätzt habe. Bereits die Supportband Torpus & The Art Directors darf sich am gehorsamen Publikum erfreuen. Nur ein kleiner Teil der Leute bevorzugt den Smalltalk im Foyer, und so kann die Band, die ursprünglich aus Nordfriesland kommt und seit einigen Jahren als Hamburger Kapelle firmiert, sich 45 Minuten austoben und neben älteren Stücken auch neues Material präsentieren, das auf dem Mitte Dezember erscheinenden neuen Album „We Both Need To Accept That I Have Changed“ zu finden sein wird. Außerdem verteilt die heute zum Quartett geschrumpfte Band (das fünfte Mitglied verweilt im Dänemark-Urlaub, wie ich später erfahre.) „Gutscheine“ am Merch; also kleine Kärtchen mit denen man sich vorab drei neue Songs gratis herunterladen kann. Ich finde den Auftritt von Sönke, Ove, Jenny und Felix etwas besser als Steffen.



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Eingereicht von matzekoch

MANOWAR / 03.12.2017 – Kiel, Sparkassen-Arena

Lange hatte ich gezögert, mir ein MANOWAR-Ticket zu holen. Zu schlecht waren die letzten beiden Alben, zu desaströs die Berichte von durch Gesabbel und Solo-Einlagen zerfahrenen Konzerten. Als wir dann auch noch an den Tagen zuvor eigene Konzerte hatten, entschied ich mich für den Spontanversuch. Wäre schließlich ärgerlich, 100,- Euro für eine MANOWAR-Karte zu versenken und dann auf der A7 im Stau zu stehen. Am Sonntag sind wir dann aber rechtzeitig zurück in Kiel und letztendlich lande ich in der Sparkassen-Arena. Zum Glück! Denn allen berechtigten Zweifeln zum Trotz liefern die Kings Of Metal ein hervorragendes Konzert! Und ich zahle dafür… 12,60 €…


Ticket
Markthalle 1987, "Fighting The World "-Tour
 

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Eingereicht von Philipp

DIRKSCHNEIDER, RAVEN / 05.12.2017 – Hamburg, Große Freiheit 36

4.45

10 Alben mit ACCEPT und 15 Alben mit U.D.O. hat Udo Dirkschneider mittlerweile bereits auf der Uhr (zählt man ausschließlich die Studiowerke). Und obwohl die Solokarriere DES deutschen Metalsängers alles andere als erfolglos verlief, so stand sie doch stets im übermächtigen Schatten von ACCEPT. Der Unterschied zwischen den beiden Bands trat besonders krass zutage, als ACCEPT mit Mark Tornillo in ihren x-ten Frühling starteten. Nichts gegen ACCEPT, aber ich fand das immer etwas bitter. Doch mit der DIRKSCHNEIDER – „Back To The Roots“-Tour sollte sich bekanntlich alles ändern und ich wüsste jetzt kein musikalisches Ereignis, welches mich in den letzten Jahren mehr erfreut hat als eben der überraschend flächendeckende internationale Erfolg dieser Tour, mit der Udo sich gewissermaßen sein musikalisches Erbe zurückerkämpft hat. Da ist es auch völlig legitim, dass das DIRKSCHNEIDER-Projekt in die Verlängerung geht – BACK TO THE ROOTS Part II heißt also das Motto dieser ausgedehnten Tour, bevor DIRKSCHNEIDER im Sommer 2018 wieder zu U.D.O. zurücktransformiert werden und dann live nur noch eigene Stücke spielen wollen.

DIRKSCHNEIDER


Fotos von Olaf Walter

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Eingereicht von Philipp

THRESHOLD, DAMNATION ANGELS, DAY SIX / 29.11.2017 – Hamburg, Markthalle

Hui, was ist hier los? Es existiert in der Dremu-Datenbank lediglich ein Live-Review eines THRESHOLD-Gigs (sowie ein Report vom Versuch, die 2004er Show der Proggies in der Markthalle zu sehen, welcher jedoch an einer A7-Vollsperrung gescheitert ist). Dabei habe ich alle THRESHOLD-Alben, elf sind es übrigens mittlerweile immerhin, und liebe diese auf geniale Art Gänsehaut-Melodien, Breitwand-Riffing und unter die Haut gehende Lyrics verbindende Band. Das gilt auch für „Legend Of The Shires“, mit welchem Glynn Morgan („Pchedelicatessen“) in die Band zurückgekehrt ist. Da wird es aber mal wieder Zeit für einen Konzertbesuch samt –bericht!

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Eingereicht von Philipp

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