Magazin

BODY COUNT / 05.06.2018 – Hamburg, Große Freiheit 36

4.335

Zum ersten Mal BODY COUNT live! Wobei ich sagen muss, dass ich das Fehlen eines BC-Konzertes in meiner Vita noch vor wenigen Jahren gar nicht als klaffende Lücke empfunden hätte. Klar, das Debut hatte auch ich mir bei Erscheinen gekauft und da das Ding eine Zeit lang auf jeder – JEDER! – Party lief, kann ich auch noch heute fast alle Texte auswendig. Aber schon der Nachfolger ließ mich kalt und ich verlor die Band komplett aus dem Fokus. Gute Reviews zur 2014er LP „Manslaughter“ ließen mich aufhorchen, aber erst ein Interview mit Juan Garcia machte mich wirklich hellhörig. Dort erwähnte der Gitarrist von AGENT STEEL, EVILDEAD etc. nämlich beiläufig, dass er bereits seit Jahren auch bei BODY COUNT spiele. Das „Bloodlust“-Album wurde also einfach mal blind abgeerntet – und blies mich mit Brechern wie „No Lives Matter“, „This Is Why We Ride“, „Black Hoodie“ oder „Civil War“ dezent aus dem Sessel. Was für eine Wut, was für eine gelungene Kombination aus Thrash, Hardcore, Groove Metal und Rap – BODY COUNT klangen plötzlich wieder relevant!

Bitter nur, dass die Karten für die Show in Hamburg im Nu ausverkauft waren, sodass ich fast auf eine Secondary-Ticket-Abzocke reingefallen wäre, bei der das Konzert so ungefähr auf IRON-MAIDEN-Preislevel lag. Mein Grunzen vorm PC muss fast so wütend geklungen haben wie Ice-T himself. Aber zum Glück wurde dann bald ein Zusatzkonzert angekündigt, kurioserweise am selben Tag direkt nach der ersten Show! Schnell zugeschlagen und die Vorfreude genossen!

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Eingereicht von Philipp

HYSTERESE, NO SUGAR / 27.05.2018 – Kiel, FKK (Alte Mu)

Als ich auf dem Rd-Rock beim Schnack im Camp thematisiere, dass auch der Sonntag im Zeichen des Rock’n’Roll stehe, ich mich aber frage, ob ich nun nach Hamburg zu BULLET oder zu HYSTERESE & NO SUGAR in die Alte MU wolle, ernte ich nur verständnislose Blicke. „Nach so einem Festival gleich wieder los? Nee, da bleibe ich lieber auf der Couch!“ Das kann ich wiederum nicht verstehen und habe es auch noch nie. Ist es denn anstrengend, auf ein Konzert zu gehen? Find ich überhaupt nicht, mich entspannt das. Klar kommt es darauf an, wie eskalativ man da jetzt abgeht, aber generell check ich auch nicht, was an „auf der Couch rumgammeln“ so geil sein soll. Anyway, ich entscheide mich dann schließlich einfach für die Band, die ich seltener gesehen habe – bei HYSTERESE ist es erst das dritte Mal, bei BULLET dürfte mindestens ein Dutzend voll sein. Und dann sind da ja noch NO SUGAR obendruff, wunderbar!

HYSTERESE

Fotos von Svetlana Grigorieva

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Eingereicht von Philipp

The Devil and the almighty Blues, Son of Polvo / 23.05.2018 – Hamburg, SkyBar (Molotow)

Bereits im April 2017 hatten The Devil and the almighty Blues die Schaubude aber mal so richtig gerockt. Der Publikumsandrang war damals überraschenderweise so groß, dass die verzweifelte Tresen-Mannschaft ihren Chef aus dem Bett holen musste, damit dieser ebenfalls am Kühlfach Position bezieht. Nur im Nachthemd jagte dieser im Anschluss an ein kurzes Telefonat die Holtenauer auf seinem Fahrrad herunter - dies war mir zumindest so berichtet worden - und wurde dafür immerhin mit einem der besten Schaubuden-Konzerte seit Langem belohnt.

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Eingereicht von Philipp

KEEP IT TRUE XXI / 28.04.2018 – Lauda-Königshofen, Tauberfrankenhalle, Tag 2

Zweite Runde des wunderbaren KIT-Festivals. Wir sind ausgeschlafen und (taten)durstig, das Wetter ist herrlich und es erwarten uns neun Metalbands, von denen ich bisher erst drei live gesehen habe (HITTMAN 1993 in der Hamburger Markthalle, SARACEN auf dem KEEP IT TRUE 2011 und BLIND ILLUSION auf dem letztjährigen HEADBANGERS OPEN AIR). Geht es besser?

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Bilder von Florian Hille

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Eingereicht von Philipp

AUTHOR AND PUNISHER, TREPANERINGSRITUALEN / 22.05.2018 – Kiel, Alte Meierei

4.65

Zwei Ein-Mensch-Projekte an einem Abend, die mit den Genrebezeichnungen Industrial Doom sowie Death Industrial angekündigt werden. Das klingt erst mal nicht, als ob es mein Ding sein könnte. Aber noch gerade rechtzeitig werde ich auf eine kurze Vice-Doku über Tristan Shone, den Kopf hinter AUTHOR AND PUNISHER, aufmerksam gemacht. Darin sieht man, wie der Typ seine gesamten Effektgeräte quasi selber baut und die entsprechenden Sounds selbst kreiert. Es ist schwierig zu beschreiben, aber auf jeden Fall imposant, wenn man Shone hinter seinem Kram sieht. Wie ein Borg aus Star Trek scheint dieser Freak mit elektronischem Gedöns zu verschmelzen, schiebt dabei ein Gerät hin und her, welches Drumsounds auslöst, bedient gleichzeitig diverse Pedale und brüllt in ein sehr eigentümlich geformtes Mikro. Und das finde ich daran interessant, wo mich andere Industrial-Projekte nicht packen: Statt einfach irgendwelche Effekte automatisch ablaufen zu lassen, sieht eine AUTHOR AND PUNISHER-Show nach „Arbeit“ aus und klingt verrückterweise auch organischer, als man beim Begriff „Industrial irgendwas“ denken mag.

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Eingereicht von Philipp

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