Tonträger Reviews

OBSKURA - "Born In Blood" (Eigenproduktion)

OBSKURA

Langsam schleppend walzt sich der Opener 'Life and Death' in meine Gehörgänge. Produktionstechnisch wurde nochmal nachgelegt. 'BORN IN BLOOD' wummert noch fetter als deren Vorgänger. Colin Richardson? Nö... Fin Wiese und Patrick Bieler heißen die Herren, die hier für den Sound zuständig sind. Blastbeat Productions und Obskura selbst die zusätzlich an dem Pult n paar Knöpfe gedreht haben.

'DARK EXILE's Riff lässt vermuten, dass jetzt die Geschwindigkeit angezogen wird. Schöner Song. Der 'Neue' am Micro hört auf den Namen Marvin. Volkskrankheit Vergesslichkeit liess mich bei den meisten Treffen mit den Herren immer nur ein 'Ey Moin' oder 'Moin, Alder' hervorbringen. Der Mann heißt Marvin. Gut, dass ich das geklärt habe. Marvin röhrt, Marvin grunzt, Marvin growlt. Der würdige Nachfolger hat ein kräftiges unverkennbares Organ. Unverkennbar ist auch OBSKURAS Hang zur Eigenständigkeit und Sie besitzen trotz eines neuen Soundgewands immernoch ihren Wiedererkennungswert - klingt nach OBSKURA, ist OBSKURA! Titeltrack 'Born in blood' hämmert midtempo durch meine Bude. Das Album besticht durch einen satten Sound, mal midtempo, mal schnell, aber keinesfalls öde. Der Gesang klingt genauso dreckig wie sein Vorgänger, doch Marvin growlt noch ein bischen mehr. Ich mag das. Und es passt wirklich wie die Faust aufs Auge. Auch der Sound an sich klingt nicht fade, noch eintönig. Wäre es bei vielen Bands zu bemängeln, dass der Klampfensound nur von einem Mann gebracht wird so wissen OBSKURA dies zu kompensieren. Der Klampfer darf sich dafür auch richtig austoben - he's the boss! Auf Effekthascherei und Hall und der ganze oftmals überflüssige Schnick Schnack ist OBSKURA nicht angewiesen. Das zeugt von Professionalität im Tun dieser Combo aus dem Norden Deutschlands. 
Schön, dass die Herren am Ball bleiben. Hm... 'Deaf and blind' bekommt 'n Chorus im Refrain. Oh ha... Marvin ist echt geil! 'Death by dawn' als Bonustrack ist meine absolute Lieblingsnummer. Fettes Solo! Gruß an den Klampfer.

Amtliche Thrashgranate des Vierers!!!
Eingereicht von Dirk Däzzrock

AGE OF WOE - „An Ill Wind Blowing“ (CD/LP War Anthem Records)

AGE OF WOE - „An Ill Wind Blowing“ (CD/LP War Anthem Records)
VÖ: 14 October 2016

AOW-Cover
 

Passend zur tristen Jahreszeit und zu all den Krisen, die sich zur Zeit Bahnen brechen, präsentieren AGE OF WOE ihren zweiten Longplayer, der passend zur aktuellen Gemengelage „An Ill Wind Blowing“ betitelt ist. Ihrem düsteren, schwerfälligen Hardcore mengen die fünf Göteborger eine Menge stimmungsvoller Elemente hinzu, die ihren neuen Songs, sieben an der Zahl, sehr viel Tiefe geben. Aus dem Mahlsturm, den sie 36 Minuten lang entfachen, kann man neben schnöden Keyboards auch Blasinstrumente und eine Mandoline herausfiltern. Trotzdem bleibt der Sound der Schweden massiv und gehaltvoll und teilweise auch noisig. Keine Anwandlungen von Artcore sind zu beklagen. Die Songs sind vielschichtiger, verspielter, länger, aber auch strukturierter und damit bedrohlicher geworden. Ein bisschen Cult Of Luna ist auszumachen, ansonsten fahren AGE OF WOE mit „An Ill Wind Blowing“ die Schiene ihres ersten Album weiter, bauen ihren Sound aus und legen sich so einen eigenen Stil zu, an dem man das Quintett in Zukunft wiedererkennen kann. Das stilvolle schwarz-weiße Artwork rundet eine expressive Hardcore-Scheibe ab, die den Spagat zwischen purer Energie und dem aktuellen Trend zu mehr Atmosphäre und ambitioniertem Songwriting aus effektive Art und Weise meistert. Live sind AGE OF WOE im Herbst in unseren Breite zu bestaunen. Nicht verpassen!

AGE OF WOE live 2016

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Eingereicht von Philipp

VLADIMIR HARKONNEN – „Ticking Bomb Scenario“ 12“ EP (Toanol Records, Jan ML / Maja von Lobeck Records, Frontcore Records, Network Of Friends, Break The Silence)

VRHN - Ticking Bomb Scenario


Wir schreiben den 21. Juni 2016. In meinem Briefkasten liegt ein Paket und ich bekomme feuchte Augen bei diesem Anblick. Flashback - Philipp Wolter & seine Schergen haben vor nicht allzu langer Zeit, im Oktober 2014, bei mir genächtigt und ein Konzert mit schicker Oldschool-Note in Innsbruck zelebriert. Selten höfliche Fucker! Etliche KonzertbesucherInnen sprechen heute noch darüber (nur mal so am Rande).

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Eingereicht von Philipp

Stumbling Pins – "Common Angst" (CD/LP Fire and Flames Music/Plastic Bomb Records)

3.755

Eine zweite Platte rauszubringen ist eine Erfahrung, die mir bisher mit jeder der Bands, in denen ich spielen durfte, verwehrt blieb. Bei vielen anderen Bands empfinde ich das zwar als nicht weiter tragisch, weil sie nach meinem Dafürhalten entweder ohnehin nicht allzu viel hergeben, oder aber nach einer Platte einfach alles gesagt ist, was sinnvollerweise in einer bestimmten kreativen Formation zu sagen ist, so dass alles, was danach kommt, zwar nicht schmerzt, aber sich im Grunde anfühlt, als wäre etwas Nettes nochmal breitgelatscht und aufgewärmt worden. Die Gaarden-basierten STUMBLING PINS zeigen jedoch aktuell mit ihrer lang erwarteten zweiten Platte, wie unerwartet große Schritte eine Band mitunter noch tun kann.


Stumbling Pins


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Eingereicht von DoctorJoyBoyLove

THRÄNENKIND - "King Apathy" (Lifeforce Records, 2016)

Alben von Menschen zu reviewn, denen man freundschaftlich verbunden ist, ist immer eine ziemlich delikate Angelegenheit. Die Gefahr, die Objektivität auf der Strecke zu lassen, um Freunden ein paar warme Worte zukommen zu lassen ist stets gegeben. Schlussendlich bleibt die Szene, in der man sich bewegt jedoch so klein, dass Querverbindungen fast immer bestehen und man selbst zuallererst Fan und Freund ist und eben genau kein Journalist.
Einige Zeit habe ich nun mit Thränenkinds „King Apathy“ verbracht und lange mit mir gerungen, ob ich dazu etwas sagen will und komme doch wieder und wieder zu dem Schluss, dass ich das nicht nur will, sondern es einfach muss.

King Apathy

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Eingereicht von Fabi

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