MUMMLOX, OBSKURA, THE TOMBLESS, LIPID / 29.02.2020 – Rendsburg, T-Stube

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Vier Bands aus den Bereichen Thrash und Death Metal sind ein hinreichender Grund, mal wieder die T-Stube zu besuchen. Zumal bei den Büdelsdorfer MUMMLOX seit kurzem Ex-Mitvladi Tobi Gitarre zockt! Da bin ich doch mal gespannt, wie die Band jetzt klingt. Vorab wies mich eine Bekannte aus Dänemark darauf hin, dass man LIPID keinesfalls verpassen solle, es handele sich um eine sehr gute dänische Thrashband, die es bereits seit Mitte der Neunziger Jahre gebe.

 

Tatsächlich zocken heute sogar zwei Bands aus Dänemark – neben LIPID (Vejle) auch THE TOMBLESS (Kolding). Wir schaffen es auch tatsächlich, pünktlich vor Ort zu sein. Schnell an den Tresen, ein Bier und ‘ne Banane gegriffen und ab in die erste Reihe der angenehm gefüllten T-Stube. Holy shit, unsere Freundin hatte nicht gelogen! LIPID erweisen sich als Geheimtipp. Interessanterweise lässt sich die Band mit keinem Vergleich beschreiben, sie klingen recht eigenständig. Aggressiver Thrash, der Ecken und Kanten hat, dabei noch von hervorragenden Soli veredelt wird. Ich bin begeistert. Leider haben LIPID keine Tonträger am Merch dabei. Da sollte man mal via Bandcamp, Discogs etc. forschen, wat es von denen so gibt.

 

THE TOMBLESS gehen eher in die Richtung Schlachthaus Death Metal a la CANNIBAL CORPSE. Der Sänger growlt extrem tief und singt über Zombies, Blutbäder und Friedhöfe. Das Ganze stricken die Dänen recht straight und Old School orientiert, heavy und mitbangkompatibel böllern die Songs aus der Anlage. LIPID hatten einen etwas differenzierten Klang, der von keiner der folgenden Bands mehr getoppt wird, aber nu – „es muss schimmeln und bimmeln, mein Junge!“, sagte meine Oma immer und die stand auf das Geräusch einrollender Güterzüge. So ähnlich klingen THE TOMBLESS auch phasenweise, da geht der Daumen doch zum zweiten Mal nach oben.

 

OBSKURA, das heißt, es wird mal wieder Zeit, mir selbst eine Backpfeife zu verpassen! Habe ich diese seit 1993 (!) existierende Combo doch jahrzehntelang aus mir unbekannten Gründen ignoriert. Das erfordert ein wenig Selbstgeißelung. Da ich aber langsam nachhole, was ich lange verpasst hatte, die Band zum vierten Mal sehe, fallen die Ohrfeigen heute dann aber doch dezenter aus. Ich bringe Andi vom Tresen ‘ne Banane mit, welcher dieser zweiteilig nutzt – eine Hälfte wandert in verdächtig affenartiger Schnelligkeit in sein Maul, die zweite hält er verschiedenen OBSKURA-Musikern hin, die genussvoll abbeißen. Death Metal Action mit viel Groove und tiefen Schwedengitarren, dazu herrliche Ansagen von Brüllwurst Marvin, der nicht nur das heutige Essen lobt.

 

Alter, MUMMLOX! Liegt es an der neuen Besetzung oder an den neuen Songs? Oder an einer besonders guten Tagesform? Oder an mir? Vielleicht einfach an einer Kombination aus allem, aber die Büdelsdorfer habe ich noch nie so aggressiv und schlicht noch nie so gut gesehen. Nach einem Intro, in dem die Hunde irgendwas von SLAYER zitieren, gibt es ausschließlich Raserei, Schnelligkeit und Tempo. Dazu ein Schubel, der die Texte nur so rauskotzt und konstant die Rübe schüttelt. Tobi passt hervorragend in diese Band hinein und gibt mit Buschi ein tolles Gitarrenduo. Zu erwähnen auch der Captain: Guckt wie Kerry King und spielt wie DD Verni. Jetzt muss ich natürlich noch Yussuf erwähnen, der heute bestimmt zwei Bissschienen zermalmt, weil er umso härter zubeißt, je schneller er ballert. Der Mob ist begeistert und feiert, bis der letzte Ton erklungen ist. Überraschend geil!

 

THRASH, not TRASH!

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