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Kategorie: Berichte aus dem Pit
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Veröffentlicht: Donnerstag, 31. Oktober 2019 10:52
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Geschrieben von Torsten Matzat und Philipp Wolter
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INSIDE INFERNAL CRUST BRIGADE, PART XII
Torsten: Dieses Konzert der Infernal Crust Brigade wirft lange Schatten voraus. Zum einen werden beliebte und bekannte Bands auftreten und zum anderen ist deswegen bei einigen Leuten die Vorfreude echt groß. Wenn die Namen MYTERI & DÖDSRIT fallen, setzt bei manchem/-er akuter Speichelfluss ein. Also Wischlappen und Eimer bereitgestellt und die krustige Sause kann beginnen!
Phliipp: Ja, dass die heutige Veranstaltung kein Sieben-Personen-Konzert wird, ist absehbar. Normalerweise kenne ich 97% der Bands vorher nicht, die Herb bucht, aber der gute Ruf von DÖDSRIT hat sich herumgesprochen, MYTERI waren ja schon hier und mit MØRDER punktet eine regionale Größe, dazu noch Black Metal aus Berlin (NORKH) – der Tresen sollte besser gut besetzt sein…
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Kategorie: Berichte aus dem Pit
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Veröffentlicht: Montag, 28. Oktober 2019 18:41
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Geschrieben von Strecker, Matt & Philipp Wolter
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Zugriffe: 5478
Philipp: Manuel Trummer (ATLANTEAN KODEX), den ich - neben seiner Musik – auch für seine Texte sehr schätze, hat für Deutschlandfunk Kultur einen Artikel über die Verbürgerlichung des Heavy Metal geschrieben, in welchem er zu dem Schluss kommt, dass Megafestivals wie Wacken den Besucher*innen bestenfalls die Möglichkeit zum Eskapismus böten: „Drei Tage steht die Welt auf dem Kopf, es gelten andere Regeln, man hat die Freiheit, Dinge zu tun, die während des restliches Jahres nicht erlaubt sind, es ist egal, ob man Investmentbanker oder Schüler ist usw. Das erfüllt in unserer Kontrollgesellschaft, in der wir täglich unter dem Druck stehen, bestimmte Erwartungen und Rollen bedienen zu müssen, eine wichtige Ventilfunktion. Man kann Dampf ablassen. Insofern stabilisieren Festivals auch das bestehende System und die dahinterliegendem neoliberalen Logiken. Herausfordernde Kunst, ungewöhnliche und radikale Musik, innovative Akteure, die den Status quo in Frage stellen, finden sich deswegen meist woanders.“ (Interview im ROCK HARD 389, S. 29). Dieser Analyse lässt sich angesichts von Bundeswehr-Werbeständen und Kaufland-Supermarkt kaum widersprechen. Bleibt die Frage, wo „herausfordernde Kunst“ überhaupt noch stattfindet. Eins steht fest: Für mich bietet Wacken jedes Jahr qualitativ überdurchschnittliche Konzerte, aber wirklich innovativ ist das Festival im Bookingbereich seit Jahren nicht mehr. Die „Trends“ des Undergrounds, wenn ich das mal so nennen darf, werden eher spät erkannt und aufgegriffen. Positive Ausnahmen gab es auch in den letzten Jahren vereinzelt, aber z.B. nach Vertretern der NWOTHM sucht man dieses Jahr vergeblich. Aber so freue ich mich heute auf Bewährtes wie KVELERTAK, URIAH HEEP, SAXON, VINTAGE CARAVAN und DIAMOND HEAD.

Bericht von Strecker, Matt und Philipp Wolter, Fotos von Toni B. Gunner (https://mondkringel-photography.de/) und Michael Strecker.