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Kategorie: Tonträger Reviews
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Veröffentlicht: Mittwoch, 25. März 2020 18:03
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Geschrieben von Philipp Wolter
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Zugriffe: 5934

Mit der Frage “KISS oder AC/DC?” pflegt Jan Röhlk im TRUST gern seine Interviews abzuschließen. Eine wahre Weltfrage, auf die DEVIL'S DAY OFF wohl mit einem salomonischen „beide, wenn wir über die 70er sprechen“ antworteten.
Dass es eine deutsche Band versteht, die Songwriting-Schule beider Bands zu beherrschen, ist an sich schon eine Sensation. Eine vergleichbare Leidenschaft für diesen Sound hörte man in den letzten Jahren aus Schweden, konkret von IMPERIAL STATE ELECTRIC, ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER oder JOSPEH THOLL. Mit dieser neuen Scheibe agieren DEVIL’S DAY OFF auf Augenhöhe!
Die Gehörnten aus Hamburg haben ihren Stil seit Jahren perfektioniert und mich erstmals mit „Over The Years, Under The Radar“ aus den Socken gehauen. Was hier so begeistert, ist die Leichtigkeit, mit der dem Hardrock/Rock’n’Roll gefrönt wird. Nix wird zugekleistert, jedes Riff darf atmen - und wirkt deshalb umso zwingender. Die Leadgitarre in „Needless To Say“ zockt eine derart herrliche Melodie, dass dieser Song bereits beim ersten Durchgang zündet. Alle sechs Tracks besitzen 1A-Riffs und einen unwiderstehlichen Groove, dazu kommt Kais schmirgelig-rauer Gesang. „Running From The Thunder“, „You & I“, „Carry On“, „It Came Out Of The Dark“ und „Gimme More“ prägen sich ebenso wie der erwähnte Opener fest ins Gedächtnis ein. Ich freue mich jetzt schon darauf, diese Dinger live erleben zu können und garantiere schiefes Mitsingen aus der ersten Reihe.
Übrigens ist diese Scheibe auch optisch total gelungen, haben sich Label und Band doch für einen Prägedruck entschieden, der Front- und Rückseite erst so richtig zum Wirken bringt, wenn man das Ding in den Pranken hält
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Kategorie: Tonträger Reviews
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Veröffentlicht: Montag, 23. März 2020 21:54
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Geschrieben von Philipp Wolter
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Zugriffe: 3627

Sechs Songs GLOOMSTER plus sechs Songs KILLBITE tummeln sich auf dieser Split-LP, die schon optisch was hermacht, haben die Bands sich doch auf ein gemeinsames Artwork geeinigt, welches alle Bestandteile dieser Scheibe prägt.
Ich war ja gespannt, wie KILLBITE ohne Latex klingen würden, dessen Geröhre ich immer sehr mochte. Mögliche Sorgen oder gar Skepsis erwiesen sich bereits live als unbegründet, schlagen KILLBITE doch mittlerweile mit drei Gitarren zu und neben Clemens (g) tragen auch Ballo (d) sowie Jakob (b) etwas zu den Vocals bei. Auf dieser Scheibe haben sie sogar noch Tati (NEUROTIC EXISTENCE) zu einem Stück dazugeholt – „The Shadow Covers The Sun“ heißt das Ding, ist regelrecht melodiös und ein totaler Hit. Natürlich böllern KILLBITE weiterhin fiesen Crustcore, dessen Rhythmen unnachgiebig nach vorne peitschen. Aber jeder Song hat eine eigene Identität, die sich nicht zuletzt durch weitere Gastbeiträge von GLOOMSTER („Auf Abwegen“), ODIO SOCIAL, AGROTOXICO und MOLOTOV ATTACK („Vergonha Du Brasil“, direkt in einem brasilianischen Studio eingerotzt) herausschälen. Diese Attacke auf alle Sinne wurde von Patrick W. Engel gemastert, der möglicherweise noch etwas zum dynamischen Klangbild hinzugefügt hat.
Letzteres gilt natürlich auch für die GLOOMSTER-Seite. Die Hunde aus Eisenach knallen brutalen Hardcore („zwei Sänger, deutsche Texte, volle Dröhnung“, schrieb ich mal in einem Live-Review) aus den Hüften. Um es genauer zu sagen: Irgendwie vermögen es GLOOMSTER, New York Hardcore mit altem Deutsch-Punk zu verbinden und noch mit einer schmackhaften metallischen Kruste zu überziehen. Geil ja schon die Texte, die mit einem gewissen Flow vorgetragen werden: „Hier meldet sich ein Mitglied des Antifa e.V. / Finanziert vom Staat, fleißig wegen Demogeld / Glaubt es oder nicht, unser Lohn ist steuerfrei / 20-Stunden-Woche, Bus und Bier für lau“ („Lars Christian“). Mal marschieren die Stücke stur knochenzermahlend, mal ballern sie im ICE-Tempo. Selbstverständlich revanchieren sich KILLBITE und steuern Background-Shouts, aber auch Lead Vocals („Revisionist*innen“) bei.
Insgesamt eine sehr abwechslungsreiche Split-LP mit viel Power und kämpferischen Texten! Dazu: Rotes Vinyl, gefütterte Innenhülle, Poster mit dem Covermotiv und MP3-Kot.