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Kategorie: Tonträger Reviews
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Veröffentlicht: Dienstag, 26. Mai 2020 17:42
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Geschrieben von Philipp Wolter
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Zugriffe: 2605

Metal und Mittelalter, das ist meist eine unheilige Allianz, die den fürchterlichsten Kitsch auswirft. Es gab aber schon Bands, die das Thema würdevoll umgesetzt haben, siehe FALCONER und MITHOTYN, welche ja auch eher Folk beeinflussten Epic Metal spielen (bzw. gespielt haben). Hier setzen GRENDEL’S SYSTER aus Stuttgart an, welche mich bereits mit ihrem 2018er Demotape „Orphic Gold Leaves“ haben aufhorchen lassen. Schon auf der Kassette präsentiert die Band eine mitreißende Kombination aus Epic Metal a la SOLSTICE, early MANOWAR oder WARLORD und Folk-Elementen, die auch im textlichen Bereich überzeugt. Seite A und B enthalten dieselben Songs, nur einmal auf Englisch, einmal auf Deutsch.
Dieses Konzept führen GRENDEL’S SYSTER nun weiter: Sieben neue Stücke, erst englisch, dann deutsch vorgetragen. Die Band hat sich hier in allen Belangen mächtig gesteigert. Die Riffs stampfen herrlich, der Sound ist voluminös und differenziert zugleich und Sängerin Caro hat enorm an Charisma gewonnen. Resolut besingt sie das blutige Schicksal lüsterner Grafen, erzählt von entopischen Petroglyphen oder wie des Helden Gebein durch blumenbewehrte Giftpfeile zu Staub ward. Ich sehe die Kutten-Horden vor meinem geistigen Auge, wie sie Fäuste schüttelnd vor der Bühne stehen und mit Schaum vorm Mund mitsingen. Die Lyrics sind inspiriert von historischen Inhalten ebenso wie von deutscher und europäischer Mythologie/Philosophie bis hin zu Fantasy-Literatur. Interessant schon das Covermotiv, zu welchem die Band vermerkt: „Artwork ‘The Roses of Heliogabalus’ by Lawrence Alma-Tadema (1836-1912): ‘...he (Emperor Elagabal, 204-222) once buried his guests in violets and other flowers, so that some were actually smothered to death...’ (Historia Augusta)”
Wer die Melodieführung alter THE LORD WEIRD SLOUGH FEG-Scheiben mag, kann hier eigentlich blind zuschlagen.
https://grendelssyster.bandcamp.com/music
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Kategorie: Interviews
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Veröffentlicht: Sonntag, 03. Mai 2020 11:38
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Geschrieben von Philipp Wolter
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Zugriffe: 11109
„Im selben Sturm, aber nicht im gleichen Boot“. So hat das eine Bekannte neulich treffend formuliert. Es ist ganz eindeutig: Die Branche, die als erste vollständig und komplett von der Krise getroffen wurde, ist die Musik- und Kulturszene. Gleichzeitig werden Konzerte auch das sein, was als allerletztes wieder stattfinden können wird. Doch was bedeutet das eigentlich für unsere Leute, die z.B. als selbstständige Soundmenschen unterwegs und die ein wesentlicher Bestandteil unserer Szene sind? Wir fragten u.a. bei Lewe und Bocky nach, wie es ihnen geht und was sie dazu sagen möchten. Kommentare sind explizit willkommen!