RAZZIA, THE ART OF TIN TOYS, PLASTIC PROPAGANDA / 20.01.2017 - Hamburg, Knust
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- Kategorie: Berichte aus dem Pit
- Veröffentlicht: Montag, 23. Januar 2017 16:37
- Geschrieben von Philipp Wolter
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„Tag ohne Schatten“, „Ausflug mit Franziska“, „Menschen zu Wasser“ und „Spuren“ - schon die Titel der vier Alben von der RAZZIA-Urbesetzung zeigen, dass die Band nie viel mit Klischees am Hut hatte. „Discowixer“, „Ich hau drauf“, „Bullenschweine“, „Polizeistaat“? Klar, kannste bringen, kannste rausbrüllen und die Cover dementsprechend voller Polizeiknüppel, Bierdosen oder nietenbewehrte Fäuste packen. RAZZIAs Sache war das nicht – und das spiegelt sich nicht nur auf den eher abstrakt gestalteten Hüllen, sondern eben spätestens ab der zweiten Platte auch in den Texten und der häufig komplexen und experimentellen Musik wider. Insofern erübrigt sich angesichts der Reunion (seit 2009) auch die Frage, ob das denn jetzt noch funktionieren könne, Punk sei doch eigentlich aus einer Jugendbewegung entstanden etc. Die 1979 gegründeten RAZZIA haben es schlauerweise gar nicht nötig, in irgendeinen Jungbrunnen zu springen und auch nach fast vierzig Jahren wie ein unzerstörbares Testosteron-Nietenkommando über die Bühne zu toben.
Bilder von Ballo
