SPIDERGAWD - "VI" (Crispin Glover / Soulfoud)

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SPIDERGAWD

 

Mit dem Album VI geht die norwegische Band konsequent weiter in Richtung Classic-Rock mit Twin-Guitars und Einflüssen aus der NWOBHM. Bei dieser Platte macht sich dies auch personell bemerkbar. Der bisherige Tour Gitarrist Brynja Takle Ohr ist erstmals auf Album VI zu hören und war auch am Songwriting beteiligt.

Ich kannte Brynja Takle Ohr bisher von der empfehlenswerten Band EL CUERO.

Im Mix macht sich die Hinzunahme eines weiteren Gitarristen – wie ich finde - nachteilig bemerkbar, denn das Saxophon ist in den Hintergrund gemischt worden und diese Nuance fehlt den Songs und nimmt SPIDERGAWD etwas Originalität und ein Alleinstellungsmerkmal. Die Kritik ist aber auf hohem Niveau. Mit Album VI ist SPIDERGAWD eine Platte gelungen, die durchweg Spass macht und mich an Bands wie beispielsweise AUDREY HORNE und HIGH SPIRITS erinnert. Was wäre das für ein schönes Tour-Package. SPIDERGAWD VI ist eine Platte, die mit mehrstimmige Gesang, mitreißendem Groove und die eingängigen Harmonien eine entspannte Atmosphäre, die mich sofort an Festivals, Sonne, Grillung und Bier denken lässt.

Das Konzert in Kiel soll übrigens am 23.03.2023 stattfinden. Wer an diesem Datum nicht zu einer Hochzeit eingeladen ist oder selbst heiratet, sollte in die Kieler Pumpe gehen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=x6zpDIyb85I

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DAILY THOMPSON – God Of Spinoza (Noisolution)

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DAILY THOMPSON – God Of Spinoza (Noisolution)

Mit God of Spinoza legt das Dortmunder Trio ihr mittlerweile fünftes Album vor. Neben den bekannten heavy und hypnotischen Klängen wurde die Soundpalette durch 90iger Indie- und Popelemente erweitert. Dennoch bleibt der schwere und DAIY THOMPSON typische Sound erhalten. Es ist eben „nur“ ein weiterer Soundaspekt hinzugekommen, der für etwas mehr Abwechslung sorgt. Im Vergleich zu dem Vorgänge Album Oumuamua wirkt God Of Spinoza dadurch etwas ruhiger und zugänglicher. Vom Ansatz her gefällt es mir gut. Dennoch würde ich mir etwas mehr verzerrte Gitarren und härte wünschen. Dies ist aber Geschmackssache und Kritik auf hohem Niveau.

Der Sound ist transparent und druckvoll. Dies ist aber von Könnern wie Tony Reed (Mastering) und Peter Bering (Aufnahme) nicht anders zu erwarten. Letzterer war kürzlich mit seiner Band THE PIGHOUNDS im Medusa zu Gast und hat dort ein Streaming-Konzert gespielt. Dies nur nebenbei. Mit God of Spinoza ist DAILY THOMPSON eine empfehlenswerte und hörenswerte Platte gelungen, an der es nichts zu meckern gibt.

Einen Höreindruck findet ihr hier

https://www.youtube.com/watch?v=hhbIRdcu028

Das Konzert in der Räucherei wurde aufgrund der C...-Lage leider auf den 03.07.2022 verlegt. Drücken wir uns mal die Daumen, dass sich die Lage bessert und wir dann am 03.07.2022 DAILY THOMPSON und KAMCHATKA ordentlich feiern können.

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STEEL CRUSHER – “Metal Possessed” (CD, Eigenproduktion 2021)

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STEEL CRUSHER

 

Habt ihr auch den Eindruck, dass in Norddeutschland gerade wieder eine regelrechte Welle neuer guter Bands bzw. Releases am Start ist? 

                                  

STEEL CRUSHER gehören auf jeden Fall dazu und fanden hier bereits 2017 positive Erwähnung, nachdem sie im Vorprogramm von RAM im Itzehoer Panoptikum überzeugen konnten. Ich schrieb damals unter anderem folgende Worte: „Bereits beim Opener STEEL CRUSHER kommt der Mob in Fahrt. Ich halte eine leckere Tulpe in den Pranken, als die Husumer loslegen. Gleich bei Ertönen des ersten Riffs steigt meine Laune, denn Sound und Stil erinnern mich an JUDAS PRIEST, was bekanntlich nur gut sein kann. Am Mikro steht Daniel Wamsler, ein Maniac, der sich ständig auf irgendwelchen Konzerten herumtreibt. Der Kerl hat eine angenehme Stimme und powert die Vocals cremig und melodisch heraus.“

 

Dieser positive Ersteindruck wird mit „Metal Possessed“ bestätigt, ihrem ersten Demo, auf dem sich sechs Songs befinden. Bei passend old-schooliger und basischer Produktion präsentieren STEEL CRUSHER traditionellen Heavy Metal. Das Titelstück prescht in flottem Tempo nach vorne, Wamsler schneidet sich sirenenhaft durch den Sound: „Lighting stikes from the sky / The whole world is METAL POSSESSED“. Gute Hymne, veredelt durch ein tolles Solo! Mit „Rock Power“ folgt ein gelungener Schieber mit zündenden Ideen im Gitarren- und Gesangsbereich (der tief gesungene Refrain hat was von den legendären ACCEPT-„Kosakenchören“). „Knights Of The Night“ hat den besten „Knight“-Songtitel seit „A Hell Of A Knight“ und begeistert durch einen Refrain, den auch VICIOUS RUMORS nicht besser hinbekommen. Während ich den Song durch diese Assoziation in Richtung US Metal einordne, folgt mit „Hard Rock Legend“ ein straight rockender Track. Epischer kommt „True Defender“, den die beiden Gitarristen Sven-Erik Kruse und Thorsten Sadlutzki wiederholt durch geile Twin-Duelle und herrliche Licks aufwerten. Mit „The Steelcrusher“ gönnt man sich noch eine Bandhymne, die unbändig gezockt wird und zu den Highlights der Scheibe zählt.

 

Insgesamt ein überzeugender Einstand mit schlüssig und knackig komponierten Songs, die gerade durch den unpolierten Sound mitreißen und Herzblut versprühen. Ordert über ihre Seite oder per Mail: 

STEEL CRUSHER

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Bewertung: 5 / 5

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WHITE TRASH BLUES BAND – "We Got Time To Waste" (Blues For The Red Sun 2021)

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In der Info zu dem Debut der Osloer WHITE TRASH BLUES BAND ist bereits zu lesen, dass sich hier fünf Freunde getroffen haben, die in den Proberaum gegangen sind um Bier zu trinken, zu rocken und einfach eine gute Zeit haben wollen. Genau dieses Gefühl vermittelt das komplett in Eigenregie entstandene Debut We Got Time To Waste auch. Die Mischung aus Rock, Punk, Blues und Garagerock der WHITE TRASH BLUS BAND ist nicht neu und es lassen sich Ähnlichkeiten zu anderen Bands finden. Die Songs sind sehr dynamisch und verfügen über Melodien, die hängen bleiben. Dadurch hebt sich die Band positiv von einem Großteil vergleichbarer Bands aus dem Genre Garagerock ab. Zu dem positiven Gesamteindruck trägt auch die gute druckvolle Produktion bei. Für Garagerock Typisch scheppert es hier und da zwar, aber an den richtigen Stellen und so soll es sein

Der Platte hört man zu jeder Zeit den Spass an, den die Musiker bei den Aufnahmen und der Produktion gehabt haben müssen.

Die Platte macht gute Laune und bei mir Lust auf den Sommer und ein Festivalkonzert der WHITE TRASH BLUES BAND.

Die Platte erscheint am 19.11.2021. Hier ist schon mal ein Song zu finden

https://www.youtube.com/watch?v=roiuyicrwBA

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DIVIDE – “Oblitherion” (Kassette, Eigenproduktion 2021)

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DIVIDE

 

Total D.I.Y.-Action! DIVIDE machen mittlerweile (fast) alles selbst, haben mit MERCH LAB einen richtig amtlichen Merchandising-Service (Siebdruck, Kappen, Shirts, Patches…) am Start und vertickern ihre neue EP sowie ihren Backkatalog über die DIVIDE-Seite. Nicht zuletzt sind sie tief in die MELTDOWN-Orga verstrickt. 

Nachdem die Band schon länger als Duo (Daniel an Gitarre und Gesang, Moritz an den Drums und mit Backings) agiert und u.a. durch Südamerika tourte, gibt’s nun eine neue EP mit dem feinen Titel „Oblitherion“. 

Die beiden Deathbringers hauen darauf so eindringlich aufs Mett, dass ich beim ersten Anhören regelrecht zusammengezuckt bin. DIVIDE sind ein ganzes Stück eingängiger geworden, ohne dabei natürlich Schunkel Death Metal a la „Raise Your Horns“ zu zocken. Die Songs sind aber extrem abwechslungsreich, peitschen, schleifen und hämmern auf den/die Hörer:in ein. „Rats Of Gomorrah“ blastet mit unfasslicher Power, wechselt von melodischen Gitarren zu einem in monolithisch stampfenden Parts eingehärteten Refrain, bei dem im Pit alle Fäuste hochgehen werden. Mit jedem Hördurchgang offenbaren sich im Geballer durchaus filigrane Details. Auch „Blaspheme The Extreme“ überzeugt mit verschiedenen Parts und Tempi und besitzt einen memorablen Refrain. Mein Fave folgt mit dem dritten Song, dessen sicke Eröffnungsriffs an frühe HELLHAMMER erinnern. „Rise Of The Baphomoth“ (auf meiner Kase übrigens mit Tippfehler) heißt das Biest und mahlt zunächst herrlich langsam, bis wieder geballert wird und Chöre unheilige Beschwörungen formulieren. Growls, Schreie und fette Refrains passen perfekt zum jeweiligen Part. Auch der vierte Smasher geht mir nicht mehr aus der Birne, er stellt das Titelstück dar und vereint im Grunde alle bisher genannten Elemente. 

Die Produktion fängt die Stärken der Band gut ein, klingt roh und dynamisch. Verantwortlich für Mix und Master ist laut Booklet ein gewisser Maté Balrogh Balogh. Das kranke Artwork verbrach indes Roberto Toderico, ich will lieber gar nicht länger drüber nachdenken, was ich da eigentlich sehe. 

Insgesamt haben sich DIVIDE stilistisch aus den verschiedenen Death Metal-Genres freigeschwommen und können nicht (mehr) auf US-Todesblei oder auf die skandinavische Schule reduziert werden, auch mache ich dezente Black-Metal-Elemente im Gesamtsound aus. 

„Oblitherion“ gibt’s auf Vinyl, CD und eben dieser Kassette, und zwar hier:

Oblitherion | Divide Deathmetal (bigcartel.com)

Bewertung: 5 / 5

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