WHITE TRASH BLUES BAND – "We Got Time To Waste" (Blues For The Red Sun 2021)

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In der Info zu dem Debut der Osloer WHITE TRASH BLUES BAND ist bereits zu lesen, dass sich hier fünf Freunde getroffen haben, die in den Proberaum gegangen sind um Bier zu trinken, zu rocken und einfach eine gute Zeit haben wollen. Genau dieses Gefühl vermittelt das komplett in Eigenregie entstandene Debut We Got Time To Waste auch. Die Mischung aus Rock, Punk, Blues und Garagerock der WHITE TRASH BLUS BAND ist nicht neu und es lassen sich Ähnlichkeiten zu anderen Bands finden. Die Songs sind sehr dynamisch und verfügen über Melodien, die hängen bleiben. Dadurch hebt sich die Band positiv von einem Großteil vergleichbarer Bands aus dem Genre Garagerock ab. Zu dem positiven Gesamteindruck trägt auch die gute druckvolle Produktion bei. Für Garagerock Typisch scheppert es hier und da zwar, aber an den richtigen Stellen und so soll es sein

Der Platte hört man zu jeder Zeit den Spass an, den die Musiker bei den Aufnahmen und der Produktion gehabt haben müssen.

Die Platte macht gute Laune und bei mir Lust auf den Sommer und ein Festivalkonzert der WHITE TRASH BLUES BAND.

Die Platte erscheint am 19.11.2021. Hier ist schon mal ein Song zu finden

https://www.youtube.com/watch?v=roiuyicrwBA

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STEEL CRUSHER – “Metal Possessed” (CD, Eigenproduktion 2021)

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STEEL CRUSHER

 

Habt ihr auch den Eindruck, dass in Norddeutschland gerade wieder eine regelrechte Welle neuer guter Bands bzw. Releases am Start ist? 

                                  

STEEL CRUSHER gehören auf jeden Fall dazu und fanden hier bereits 2017 positive Erwähnung, nachdem sie im Vorprogramm von RAM im Itzehoer Panoptikum überzeugen konnten. Ich schrieb damals unter anderem folgende Worte: „Bereits beim Opener STEEL CRUSHER kommt der Mob in Fahrt. Ich halte eine leckere Tulpe in den Pranken, als die Husumer loslegen. Gleich bei Ertönen des ersten Riffs steigt meine Laune, denn Sound und Stil erinnern mich an JUDAS PRIEST, was bekanntlich nur gut sein kann. Am Mikro steht Daniel Wamsler, ein Maniac, der sich ständig auf irgendwelchen Konzerten herumtreibt. Der Kerl hat eine angenehme Stimme und powert die Vocals cremig und melodisch heraus.“

 

Dieser positive Ersteindruck wird mit „Metal Possessed“ bestätigt, ihrem ersten Demo, auf dem sich sechs Songs befinden. Bei passend old-schooliger und basischer Produktion präsentieren STEEL CRUSHER traditionellen Heavy Metal. Das Titelstück prescht in flottem Tempo nach vorne, Wamsler schneidet sich sirenenhaft durch den Sound: „Lighting stikes from the sky / The whole world is METAL POSSESSED“. Gute Hymne, veredelt durch ein tolles Solo! Mit „Rock Power“ folgt ein gelungener Schieber mit zündenden Ideen im Gitarren- und Gesangsbereich (der tief gesungene Refrain hat was von den legendären ACCEPT-„Kosakenchören“). „Knights Of The Night“ hat den besten „Knight“-Songtitel seit „A Hell Of A Knight“ und begeistert durch einen Refrain, den auch VICIOUS RUMORS nicht besser hinbekommen. Während ich den Song durch diese Assoziation in Richtung US Metal einordne, folgt mit „Hard Rock Legend“ ein straight rockender Track. Epischer kommt „True Defender“, den die beiden Gitarristen Sven-Erik Kruse und Thorsten Sadlutzki wiederholt durch geile Twin-Duelle und herrliche Licks aufwerten. Mit „The Steelcrusher“ gönnt man sich noch eine Bandhymne, die unbändig gezockt wird und zu den Highlights der Scheibe zählt.

 

Insgesamt ein überzeugender Einstand mit schlüssig und knackig komponierten Songs, die gerade durch den unpolierten Sound mitreißen und Herzblut versprühen. Ordert über ihre Seite oder per Mail: 

STEEL CRUSHER

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Bewertung: 5 / 5

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SACRIFIZED – “Arrival Of The Tyrants” (CD, Unholyfire Records 2021)

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SACRIFIZED

 

Mit “Arrival Of The Tyrants” legen SACRIFIZED nach zwei EPs ihren ersten Longplayer vor und ich finde, dass sie hier das Maximale herausgeholt und sich selbst übertroffen haben. Bereits auf den Livekonzerten war zu bemerken, wie sich die Norddeutschen von einer rumpeligen Black/Thrash-Combo zu einem abwechslungsreicheren Stilmix aus Blackened Thrash, Classic-Rock-Einflüssen, NWOBHM-Licks und Old-School-Vibes entwickelt haben.

Der Weg dahin muss durchaus steinig gewesen sein, das kann man dem interessant geschriebenen Info entnehmen, welches ausgesprochen ehrlich beschreibt, wie die Band das komplette Album mehrfach aufgenommen, um den passenden Sound gerungen und darüber einen Gitarristen verloren hat (so ein Info ist übrigens selten). Wer die mit Studioaufenthalten und Albumaufnahmen verbundenen potentiellen Probleme kennt, der kann sich gut vorstellen, wie viel Herzblut in diese Scheibe gesteckt wurde.

Aber es hat sich gelohnt! Im Proberaum von DIVIDE und zusammen mit Moritz Paulsen haben SACRIFIZED einen passenden Zugang gefunden – Tschüss Metronom und Sterilität, Hallo Liveaufnahme und Authentizität. Mix und Master hat Laurent Teubl (Sculpt Sound Studios, CHAPEL OF DISEASE) besorgt und es ist ein Genuss, wie druckvoll, differenziert und atmosphärisch die neun Songbiester aus den Boxen schallen.

Stücke wie „Countess Of Blood“, “Walking Through Eden”, “Unholy Wolves” oder “Cult Of The Damned” preschen mit mächtigen Riffs nach vorne, setzen dabei immer wieder durch (Akustik-)Breaks Akzente und vereinen Speed und schwere Stampfparts. Die Gitarrensoli sind teilweise echte Perlen. Es gibt etliche Momente, bei denen man sich gut vorstellen kann, wie sie live einfach zünden müssen und vor der Bühne Ektase garantiert ist. Als Vergleiche ziehe ich DESASTER, NOCTURNAL und AURA NOIR heran, vielleicht noch CRUEL FORCE oder alte NOCTURNAL BREED.

Eigentlich schreit das Ganze nach Vinyl, auch aufgrund des Covers von Timon Kokott und der Booklet-Illustrationen von Avenged Creations. Kommt ja vielleicht noch, bisher gibt es die amtlich aufgemachte CD in zwei Varianten (Jewel Case und Digipack) und geplant ist zudem ein Tape-Release.

Ordert:

https://www.unholyfire-shop.com/epages/78269757.sf/de_DE/?ObjectID=45210226&ViewAction=FacetedSearchProducts&SearchString=sacrifized

 

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DIVIDE – “Oblitherion” (Kassette, Eigenproduktion 2021)

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DIVIDE

 

Total D.I.Y.-Action! DIVIDE machen mittlerweile (fast) alles selbst, haben mit MERCH LAB einen richtig amtlichen Merchandising-Service (Siebdruck, Kappen, Shirts, Patches…) am Start und vertickern ihre neue EP sowie ihren Backkatalog über die DIVIDE-Seite. Nicht zuletzt sind sie tief in die MELTDOWN-Orga verstrickt. 

Nachdem die Band schon länger als Duo (Daniel an Gitarre und Gesang, Moritz an den Drums und mit Backings) agiert und u.a. durch Südamerika tourte, gibt’s nun eine neue EP mit dem feinen Titel „Oblitherion“. 

Die beiden Deathbringers hauen darauf so eindringlich aufs Mett, dass ich beim ersten Anhören regelrecht zusammengezuckt bin. DIVIDE sind ein ganzes Stück eingängiger geworden, ohne dabei natürlich Schunkel Death Metal a la „Raise Your Horns“ zu zocken. Die Songs sind aber extrem abwechslungsreich, peitschen, schleifen und hämmern auf den/die Hörer:in ein. „Rats Of Gomorrah“ blastet mit unfasslicher Power, wechselt von melodischen Gitarren zu einem in monolithisch stampfenden Parts eingehärteten Refrain, bei dem im Pit alle Fäuste hochgehen werden. Mit jedem Hördurchgang offenbaren sich im Geballer durchaus filigrane Details. Auch „Blaspheme The Extreme“ überzeugt mit verschiedenen Parts und Tempi und besitzt einen memorablen Refrain. Mein Fave folgt mit dem dritten Song, dessen sicke Eröffnungsriffs an frühe HELLHAMMER erinnern. „Rise Of The Baphomoth“ (auf meiner Kase übrigens mit Tippfehler) heißt das Biest und mahlt zunächst herrlich langsam, bis wieder geballert wird und Chöre unheilige Beschwörungen formulieren. Growls, Schreie und fette Refrains passen perfekt zum jeweiligen Part. Auch der vierte Smasher geht mir nicht mehr aus der Birne, er stellt das Titelstück dar und vereint im Grunde alle bisher genannten Elemente. 

Die Produktion fängt die Stärken der Band gut ein, klingt roh und dynamisch. Verantwortlich für Mix und Master ist laut Booklet ein gewisser Maté Balrogh Balogh. Das kranke Artwork verbrach indes Roberto Toderico, ich will lieber gar nicht länger drüber nachdenken, was ich da eigentlich sehe. 

Insgesamt haben sich DIVIDE stilistisch aus den verschiedenen Death Metal-Genres freigeschwommen und können nicht (mehr) auf US-Todesblei oder auf die skandinavische Schule reduziert werden, auch mache ich dezente Black-Metal-Elemente im Gesamtsound aus. 

„Oblitherion“ gibt’s auf Vinyl, CD und eben dieser Kassette, und zwar hier:

Oblitherion | Divide Deathmetal (bigcartel.com)

Bewertung: 5 / 5

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CATTLEBAT – „Shooting Rainbows“ (LP, Stereotyp Niels 2021)

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Cattlebat

 

Wenn du in deiner Band einen Lemmi an Bass und Gesang hast, sollte der Kerl besser gewisse Qualitäten mitbringen.

 

Zum ersten Mal begegneten mir CATTLEBAT 2017 hier auf DreMu in einer Demo-Rezension von Dirk Sackers. Dieser pries das Ding als „alles andere als öde“ an. 2019 konnte ich die Flensburger*innen dann auffem MOORLOCH Festival sehen und konnte ollen Sackers nur Recht geben, denn sie überzeugten mit schweren Riffs und dreckigem Gesang.

Nun tut die Band das einzig Richtige und haut mit „Shooting Rainbows“ ihren ersten Longplayer auf Vinyl raus. Die eingangs erwähnten Qualitäten sind tatsächlich vorhanden – und zwar im Übermaß! Was für eine Röhre, ohne Kilmister-Vergleich wird wohl keine „Shooting Rainbows“-Kritik auskommen! Wobei hier kein stumpfer Abklatsch serviert wird, nur erinnert dieses Röhrige und dabei gleichzeitig Melodische automatisch an MOTÖRHEAD. CATTLEBAT gehen insgesamt in die Stoner-Richtung mit lässiger Rock’n’Roll-Kante (CLUTCH kommen mir beim Hören mehrfach als Vergleich in den Sinn). Angenehmerweise fallen die zehn Songs abwechslungsreich aus und wirken trotzdem wie aus einem Guss. Gitarristin Lucie steuert immer wieder fiese Schreie bei (u.a. im leicht psychedelischen „The Screen“), „End Of The Mirror“ transportiert eine gewisse Melancholie. „Shituation“, „Wounded“ oder „Unchain And Masturbate“ (huch!) stampfen und donnern herrlich nach vorne. Bei „Last Frontier“ kommen bluesig-sludgige Vibes zum Tragen, das Ding dürfte den Mob live ordentlich in Wallung bringen. Ab und zu geht es ruhiger zu, klarer Gesang trifft auf chillige Gitarren, bevor die Band sich wieder mit schweren Beats und krachenden Gitarren ins Nirwana schraubt („Feeling Zero“). Insgesamt haben CATTLEBAT es raus, dem Stonerding einen eigenen Dreh zu geben und im Songwriting dynamisch vorzugehen.

„Shooting Rainbows“ ist ansprechend produziert (differenziertes Klangbild), kommt auf 180 g Vinyl und kann für 15,- Euro u.a. über Bandcamp abgeerntet werden:

https://cattlebat.bandcamp.com/album/shooting-rainbows

 

Bewertung: 5 / 5

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