DORO, HOLY MOTHER / 16.12.2025 – Kiel, Max

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Am 6. Oktober 2023 spürte ich eine Erschütterung in der Macht. Ursache war der DORO-Gig auf dem KEEP IT TRUE RISING III, welcher mich vollständig begeisterte. Ich fragte mich nach diesem mitreißend gespielten und super (!) gesungenen Konzert wirklich, warum ich DORO eigentlich nie eine Chance gegeben hatte. Zumindest nicht nach ihrer Zeit bei WARLOCK. Denn die hatte ich von Anfang an geliebt, live 1985 auf der „Hellbound“-Tour in der Markthalle gesehen und auch als Support von PRIEST 1986 auf der „Turbo“-Tour gefeiert. Doch nach dem WARLOCK-Split war ich irgendwie raus und habe bis heute keine einzige DORO-Platte abgeerntet, ja auch nur angehört. Und ich gebe es zu: Auch ich habe DORO lange Zeit eher belächelt und ihre Festivalauftritte, die ich maximal im Vorbeigehen sah, mit fiesen Kommentaren bedacht. Warum eigentlich? Fragt man andere Underground-Metalheads, bekommt man verschiedene Antworten: „DORO klingt doch schon als Bandname uncool“, „ihre Ansagen sind peinlich“, „die Cover sehen kitschig aus“ oder „das ist doch keine richtige Band, sondern eine Solo-Künstlerin mit austauschbaren Mietmusikern“. Analysiert man das, fällt auf, dass diese Erklärungen sich alle auf außermusikalische „Argumente“ stützen. Und halten diese stand? Bei UDO stört der Name keine:n, Hansi Kürschs steife Ansagen scheinen die Beliebtheit BLIND GUARDIANs nicht zu beeinträchtigen, die Besetzungswechsel bei MEGADETH, RUNNING WILD etc. sind zum Teil heftiger oder häufiger (DOROs Drummer Johnny Dee und ihr Bassist Nick Mitchell sind seit 1993 und 1990 dabei) und, naja, mit Klischees und Kitsch als Ablehnungsgrund im Heavy Metal zu argumentieren, ist schon etwas gewagt. Da frage ich mich, ob der Hintergrund nicht eher in einem latenten Sexismus liegt und ob nicht immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird. Wie gesagt packe ich mir hier auch selbst an die Nase. Auf jeden Fall ist eine Neubewertung angebracht, DORO rockt jetzt schon seit über 40 Jahren, da gilt es auch mal, Respekt zu zollen. Ab ins fucking Max also!

 

DORO

Bilder von MJ.

Bewertung: 5 / 5

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SMOULDER, DREAD SOVEREIGN, FLAME, DEAR FLAME & PHANTOM CORPORATION / 13.12.2025 – Hamburg, Bambi Galore & Plattenkiste

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Als ich unlängst im WWW weilte, zeigte mir Facebook ein Foto von einer Seite, deren Name schon Schlimmes erahnen ließ, „Nostalgische Bilder von früher“, „die guten alten Zeiten“ oder so eine ähnliche Scheiße. Natürlich folge ich der Gruppe nicht, aber das Bild zeigte einen Plattenladen, also schlug der Algorithmus zu. Ich wiederum gab dem suboptimalen Reiz nach und klickte wider besseres Wissen auf das Bild. Das dort Gezeigte ging an sich klar, aber ich machte den weiteren Fehler, auch noch die Kommentare zu lesen. Der Tenor der ersten dutzend Kommentare: Die User:innen schienen alle zu glauben, dass es gar keine Plattenläden mehr gäbe. „Wie schade, heute kann man nur noch streamen“, „da ging ich immer so gern hin, heute bleibt uns nichts mehr“. Das las sich so, als sei man zum Streamen gezwungen. Umso wichtiger, dass die PLATTENKISTE und PHANTOM CORPORATION heute mit einem InStore-Konzert locken! Anlass ist natürlich das neue PC-Album „Time And Tide“. Ernte25! Und da klar ist, dass viele Besucher:innen heute auch gern zu SMOULDER ins Bambi wollen, findet die Chose bereits ab 15:00 Uhr statt. Gleich zwei Veranstaltungen an einem Tag also, herrlich!

 

SMOULDER

(Bilder von MJ und Petrunella)

Bewertung: 5 / 5

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MOTHER TONGUE, WEREWOLF ETIQUETTE / 26.11.2025 – Hamburg, Knust

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Ich weiß ja nicht, worüber ihr zu Hause so redet, aber ich schnacke gerne über musikalische Themen und Fragen. Zum Beispiel darüber, welche die beste Platte von IRON MAIDEN ist. Nächte lassen sich aber auch füllen, wenn man über Konzerte spricht, die besonders gut im Gedächtnis geblieben sind. MJ verweist da gerne auf ein Konzert von MOTHER TONGUE, die sie vor ziemlich genau 21 Jahren im hochschwangeren Zustand gesehen habe. Über den Zeitraum sei sie sich ausnahmsweise recht sicher, denn so alt sei ihre Tochter jetzt. (Verrückter Side Fact: Da war DreMu erst ein Jahr alt!) Ich hatte von der Existenz der Band noch nie Notiz genommen, aber 2020 kam eine Wiederveröffentlichung des Debuts (ursprünglich 1994 erschienen) über Noisolution und da schritt ich aus Neugier doch einfach mal zur Ernte. Geile Scheibe zwischen Blues, Stoner, Alternative Rock und etwas (für mich) Unbestimmbaren! Wenig später sollten MOTHER TONGUE dann sogar auf Tour kommen, wir hatten Tickets für den uns damals unbekannten Nochtspeicher. Nun, diese Tour fiel wegen der Pandemie aus, der Nochtspeicher haben wir bis jetzt immer noch nicht betreten. Aber nun kehrt die Band wirklich zurück, es sind die ersten Konzerte in Deutschland seit fast zehn Jahren.

 

MOTHER TONGUE

Bilder von MJ.

Bewertung: 5 / 5

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MORBID, PROTECTOR, NORKH / 04.12.2025 – Hamburg, Hafenklang

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Ich hatte in den letzten Jahren mehrfach den Fall, ein wegen Krankheit frei gewordenes Ticket vor dem Club nicht loswerden zu können. Egal, ob die Konzerte in größeren oder kleineren Läden stattfanden, ob sie ausverkauft oder kaum besucht waren, einfach jede:r, der/die kam, hatte bereits eine Karte. Daher poste ich heute schon mal auf der Hinfahrt zum Knüllerkonzi den Flyer mit der entsprechenden Info. Und siehe da: Das Biest geht sofort über den virtuellen Tresen! Nach wenigen Minuten kommen sogar weitere Anfragen rein. Eine Freundin fragt, ob ich ihr nicht an der AK noch eine Karte kaufen könne. Ich bin zu dem Zeitpunkt zwar noch im Zug, verspreche aber, das zu probieren. Tatsächlich gibt es noch exakt 17 Karten, als ich ankomme. Auch irgendwie skurril: Da habe ich gerade ein Ticket verkauft, nur um wenig später ein weiteres zu kaufen…Ich bin gespannt, ob die beiden Käufer:innen dann auch kommen, aber natürlich ist das der Fall und so haben gleich drei Leute etwas von der Aktion, denn mit dem letzten Ticket kann ich gleich eine Rückfahrt in der Karre einbongen. Blöd nur für die erkrankte MJ, zum Glück kann mittlerweile langsam von einer Rekonvaleszenz gesprochen werden. Okay, Helm auf, erste Reihe und aaaaab!

 

MORBID

Bilder von Bianca Bocatius und Anonymus.

Bewertung: 5 / 5

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IGNITE, PARK+RIOT / 22.11.2025 – Kiel, Schaubude (im Hinterhof)

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Eine Traube von Menschen, die sich euphorisch zum über ihre Köpfe hingestreckten Mikro drängt, durchgeschwitzte Körper, die sich aneinanderdrängen, ein dampfender Club, nur strahlende Gesichter – es gab während der Pandemie Befürchtungen, dass derartige Momente nie wiederkommen könnten. Zum Glück ist diese kleine Parallelwelt wieder oder immer noch möglich! IGNITE in der Schaubude, was für ein Knaller! Und demnächst geht es mit Booking-Bomben wie HEXENBRETT, DESERTED FEAR oder WYTCH HAZEL weiter, auch wenn diese zum Teil in der Räucherei spielen, für die das Budenteam ja auch mitbucht. Anyway, IGNITE bedeuten vielen Leuten eine ganze Menge und mit ihrem neuen Sänger Eli Santana haben sie sich gewissermaßen neu erfunden, touren unermüdlich (siehe Lübeck-Bericht 2024) und liefern einfach immer. Es war also zu erwarten, dass es ausverkauft sein wird heute. Ich höre später von 350 Leuten (erlaubt wären von offizieller Seite 400, was die Budencrew aber wohl keinem zumuten möchte). Ob man im hinteren Drittel viel vom Konzert hat? Ich weiß es nicht, begebe ich mich doch schon zu PARK+RIOT in die erste Reihe und verlasse diese nur noch zum Pullern und Bierholen.

 

IGNITE

Bilder von MJ.

Bewertung: 5 / 5

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