THEATRE OF HATE, KADEADKAS / 01.11.2025 – Mexico Stadt, Viva La Muerte Fest, Foro San Rafael (Part 2)

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Theatre of Hate dem geneigten Leser dieser stets zu unnötig langen Konzertreviews neigenden Punk und Metal Schmonzette vorzustellen, ist schlicht und einfach überflüssig. Wer kennt Theatre of Hate nicht?!? Anfang der 80 Jahre hat sich die britische Post-Punk Band mit nur einem Album und einer Handvoll Singles einen legendären Ruf zementiert. Danach wechselte Sänger, Gitarrist, Haupt-Songwriter und Mastermind Kirk Brandon bekannterweise zu Spear of Destiny. Deren größter Hit Never take me alive sollte aber nun wirklich jedem geläufig sein, der seine Platten nicht ausschließlich bei Obi bestellt. Um so größer war meine Begeisterung, als ich sah, dass Theatre of Hate genau dann in Mexico City ein Konzert geben, wenn ich zufälligerweise auch gerade in der 10-Millionen Metropole bin. Teil 1 von diesem Fest(ival)bericht ist hier irgendwo schon zu finden und da Kadeadkas bereits auf die Bühne stehen, schnell hin da!

 

THEATRE OF HATE

Bewertung: 5 / 5

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SACRED STEEL, PORTRAIT, MANTA / 21.11.2025 – Hamburg, Bambi Galore

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Bereits seit (fast) 30 Jahren feiern SACRED STEEL die SUPREMACY OF STEEL, da ist es nur recht und billig, jetzt eine Tour so zu benennen. Torsten und ich waren von Anfang an auf der Reise von SACRED STEEL dabei, als Referendar inne 90er hab ich mal im Rahmen einer Projektwoche mit Schüler:innen eine Art Umfrage erstellt, in der die Befragten sich zu Subkulturen wie Heavy Metal, Punk, Oi! und so weiter äußern sollten (das Projekt hieß „ROCK“, im Grunde geht’s nicht besser, oder?). Das den Metal sinnbildlich darstellende Foto zeigte natürlich SACRED STEEL und ich weiß noch, dass einige der befragten Bürger Gerrit und seine nietenbewehrten Mannen mit Worten wie „also, die sehen doch ganz sympathisch aus“ kommentierten. 1998 spielten meine damalige Band WALLCRAWLER übrigens auch mal zusammen mit SACRED STEEL im Marx, das war tatsächlich ihre erste Show in Hamburg. Für mich sind SACRED STEEL eine der besten deutschen Metalbands, sie haben unzählige Hymnen mit Killermelodien geschrieben und bleiben konstant geil. Zwischen Platten, Konzerten, Touren etc. gab es immer mal längere Päuschen, aber letztlich zählt die Beständigkeit und mit „Ritual Supremacy“ haben SACRED STEEL bereits das zehnte Album am Start, was dann doch wieder ein sehr guter Schnitt ist. Ich hab richtig Bock auf das Ding heute, zumal auch noch PORTRAIT dabei sind, die zu meinen Lieblingsbands der „neuen“ Generation zählen. 2005 lernten wir sie als picklige Teenager (die, nicht wir) auf dem KEEP IT TRUE-Parkplatz kennen und nun sind es auch schon gestandene Recken, das ist doch verrückt. Mit MANTA ist dann auch eine blutjunge Truppe dabei, auf die ich gespannt bin, da man die Typen ständig auf Konzerten in der ersten Reihe bangen sieht. Genug Intro-Gefasel, ab in den Pit!

 

SACRED STEEL

Bilder von MJ.

Bewertung: 5 / 5

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TACKLEBERRY, BELLYACHER, BARDOWICK / 28.11.2025 - Kiel, Schaubude im Hinterhof

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Als ich vor geraumer Zeit im Internet auf der Hansa48-Seite rumschnupperte, sah ich etwas, bei dem ich mir zunächst die Augen reiben musste…War es ein Schriftfehler? Eine andere Band mit selben Namen? Oder handelte es sich wirklich um DIE Tackleberry?! Tixforgigs…noch nicht im VVK? Ausverkauft? Hoffnung…immer wieder geguckt…leider nichts getan. War doch ausverkauft…Damn… Dann Schaubude-Ankündigung: gleich Ticket geholt und happy gewesen.  

Bewertung: 5 / 5

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JETHRO TULL / 08.11.2025 – Rostock, Stadthalle

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Bucket-List-Alarm, Extremlevel! Wie konnte es aber dazu kommen, dass mich JETHRO TULL seit meiner Teenagerzeit begeistern, ich die Band aber bisher NOCH NIE live gesehen hatte? Ich kann tatsächlich selbst nur spekulieren. Möglicherweise schien mir die Existenz von JETHRO TULL gewissermaßen selbstverständlich, so dass ich keine Eile verspürte. Auch war und bin ich natürlich eher dem Underground zugeneigt und all die kleinen Knüppelkonzerte gingen möglicherweise vor. JETHRO TULL spielen auf der Kieler Woche? Egal, lieber in den Krustenkeller zu BRUTAL GLÖCKEL TERROR, die lösen sich bestimmt nach dem Demo auf, während der Mann mit der Flöte noch in 100 Jahren dudeln wird.

In den letzten zehn, zwanzig Jahren hat sich da aber etwas in meiner Wahrnehmung verändert. Gerade alte Legenden und Lieblingsbands sollte man meiner Meinung nach mitnehmen, so lange man die Chance hat. Dio, Lemmy, Ozzy… zum Glück habe ich da nicht zu lange gewartet. Und überhaupt schätze ich diese Platten aus den Sechzigern und Siebzigern heute besonders. Es ist erstaunlich, was man da heute noch alles entdecken kann! Im Falle von JETHRO TULL ist eigentlich jede LP ein kleiner Schatz, in dem sich Momente voller Magie verbergen.

MJ ist mir in ihrer JEHTRO-TULL-Geschichte einen Schritt voraus. Als Mädchen hat sie sich unter dem Vorwand, „zusammen Hausaufgaben zu machen“ zu einer Freundin begeben und ist mit der auf ein Festival gerollt. Dort sah sie Ian Anderson und seine Truppe, allerdings ohne den Bandnamen zu erfahren. Musik und Präsenz flashten sie eigenen Worten zufolge zutiefst – Anderson zog das volle Programm durch durch, zockte auf einem Bein, beugte sich tief in den Fotograben und flötete alle ins Koma. Nur gab es damals kein Backdrop, kein Info und niemand konnte ihr später verraten, wie denn diese Wahnsinnsband geheißen habe. Erst Jahre später erschallten aus dem Zimmer eines WG-Mitbewohners plötzlich Klänge, die MJ sofort identifizierte. An die Tür gebollert, selbige im gleichen Moment aufgerissen und reingebrüllt: „WIE HEISST DIESE BAND?“

 

JETHRO TULL

Bilder von MJ.

Bewertung: 5 / 5

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BOB MOULD, STEFAN SAFFER / 23.11.2025 - Berlin, Columbia Theater

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Anläßlich des gerade erschienenen HüDü-Livesets von Numero Group schrieb mir vor ein paar Tagen ein Freund (deutlich jünger an Jahren als ich), dass dieses phänomenal gute Dokument ja aus einer Zeit sei, in der ich sie auch live gesehen hätte. Ich war versucht, zu sagen: „Well, yes, Alter, und es war ein totaler Blast“ - aber ich war nie auf einem HÜSKER-DÜ-Konzert. 1987 kaufte ich mir die „Warehouse“, dann die „Land Speed Record“ ziemlicher Kulturschock (auf den ich aber dank SPEX nicht ganz unvorbereitet war, ja, Kinderlein, stellt euch vor, es gab kein Internet), dann die „Zen Arcade“, nach der meine Innenwelt zum Glück nie mehr war wie vorher. Ich spüre dieses aufwühlende Kunstwerk von einem Punk-Album bis heute in mir. Reoccurring dreams.