MOTÖRIZER / 16.08.2020 – Kiel, Kieler Kultur Pop Up

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Tado: So, da war es endlich mal wieder Zeit für ein Livekonzert! Ich konnte es noch gar nicht glauben, es ist Samstag und wir gehen auf ein Konzert… Wow, dass ich das zu Corona-Zeiten noch erleben darf, natürlich alles unter Auflagen, aber hey - was tut man nicht alles, um endlich mal wieder Livemugge zu erleben! So ganz genau wusste niemand, was uns da so erwartet, gespannt und ein bisschen aufgeregt waren wir aber alle. Also zack paar Bier inne Tasche, Sonnencreme und natürlich den Mundschutz net vergessen! Und ab geht’s zu MOTÖRIZER! MOTÖRHEAD-Coverband aus Kiel! Mit anschließendem Film über das Wacken Festival-Full Metal Village.

Torsten: Corona sucks weiterhin! Die Infektionen steigen wieder. Das ist mehr als ärgerlich, denn wenn die Kurve nicht unten bleibt, bleiben schließlich ganz andere Dinge unten, die endlich wieder nach oben gehören. Dabei hat's die Kultur eh schon nicht leicht. Werden weiterhin Veranstaltungen untersagt oder so reglementiert, dass allen Beteiligten die Lebens- und Arbeitsgrundlagen entzogen werden, stehen wir bald vor vollendeten Ruinen. Allein, es bleibt die Hoffnung, dass dieser Spuk alsbald ein Ende hat!

 

MOTÖRIZER

Triple-Bericht von Tado, Torsten & Philipp, Fotos von MJ

Bewertung: 5 / 5

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DEVIL‘S DAY OFF, NIGHT LASER / 14.08.2020 – Hamburg, Markthalle

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Philipp: Leuten, die auf die Corona-Pandemie mit dem Satz „die jetzige Situation ist aber auch eine ganz große Chance“ reagieren, wünsche ich mittlerweile lebenslang schales Bier. Chance am Arsch, wer in der Konzertbranche tätig ist, hat auf Jahre so gut wie keine Perspektive.

Das heißt aber nicht, dass es nicht auch kreative Lösungen dafür gäbe, ab und zu überhaupt mal Livemusik zu ermöglichen. Ob diese allerdings auf Dauer ein Überleben dieser Szene garantieren können, muss bezweifelt werden. Bei aller Euphorie über den heutigen Musikgenuss stellt sich doch eher Ernüchterung ein, wenn man überlegt, dass bei diesem Konzept maximal 100 Leute für die Markthalle zugelassen sind. Im Grunde müsste man also die Preise verzehnfachen, um alle Beteiligten anständig bezahlen zu können und dabei rechne ich die in Zukunft wohl deutlich höheren Flugkosten noch gar nicht ein. Heute dürfte also so ziemlich jede*r hier wohl für lau arbeiten, denn der Eintrittspreis beträgt gerade mal 5,- Euro. Danke, Respekt und ausdrücklich nicht schales Bier daher an alle, die den heutigen Abend ermöglichen!  

Torsten: Anfang März 2020: das letzte Konzert vor dem Lockdown für mich. Ort: die Markthalle in Hamburg.

Mitte August 2020: das zweite Konzert nach dem Lockdown für mich. Ort: die Markthalle in Hamburg.

Da schließt sich ein Kreis. Aber genauso treffen sich zwei Welten. Fast wie in einem Science – Fiction – Roman. Die Zeit vor, die Zeit danach. Und nichts ist wie vorher. Zumindest fast nichts ... Gleich geblieben sind der Hunger nach Konzerten, nach Live - Mugge. Der ist mittlerweile zum Heißhunger ausgeartet! Genau wie Bands und Musiker nach Publikum dürsten und Veranstalter nach Aufträgen. Heute Abend kommen alle auf ihre Kosten! Es gibt ein Live – Konzert. Drinnen. In der Markthalle. Da, wo sich üblicherweise hunderte Menschen treffen.

Heute ist alles ein Test. Wie lassen sich Konzerte in Zeiten der Krise veranstalten? Mit enormem Aufwand erstellt die Markthalle ein Konzept, damit endlich wieder ein Konzert stattfinden kann. Und bei gutem Gelingen auch mehr? Sicher ist, das Ding heute ist inflationär. Das wird alleine getragen von Ungeduld und Enthusiasmus von Liebe zur Musik, zum Arbeitsort, zu den Bands und nicht zuletzt zu den Fans. Davon sind heute knapp Einhundert im großen Saal der Markthalle. In entsprechendem Abstand zueinander. Verteilt an Stehtischen. Immer zwei Leute an Einem. Immerhin kann man am Tisch die Maske abnehmen, denn es ist doch recht warm im großen Saal. Alle anderen Erledigungen (Bier holen und wegbringen, Merch abernten) werden natürlich mit Maske gemacht, auf vorgeschriebenen Wegen. Die Markthallen – Mitarbeiter unterstützen an allen Ecken und Enden, weisen auf Richtungspfeile hin oder den nächsten Desinfektionsmittelständer. Alles hart durchgeplant und noch härter (aber mit viel Herz!!!) durchgezogen.

 

DEVILS DAY OFF

Doppelbericht von Torsten und Philipp, Bilder von Torsten

Bewertung: 5 / 5

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NIETEN SCHROTTERS FESTIVAL 2020 mit DECEREBRATE / 11.07.2020 – total geheimer Ort bei Schleswig

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Exakte und unfassliche VIER MONATE seit meinem letzten gesehenen Livekonzert (11.03.2020 – ROSE TATTOO in der Kieler Pumpe) ergibt sich die Möglichkeit auf ein wahrhaftiges Freilufterlebnis mit echt dargebotener Musik einer Heavy-Metalband! Wie kann dies mitten in der Krise möglich sein? Nun, Privatfeiern bis zu 50 Leuten sind unter gewissen Auflagen erlaubt. Der Heavy Metal Fanclub NIETEN SCHROTTERS Schleswig arbeitete penible Pläne aus, um alle Auflagen einzuhalten! Nur maximal 50 Gäste, die alle vorher ihre Adressen übermitteln mussten, Sicherheitsabstand, kein Tanzen und ähnlichen Schweinkram und alles unter freiem Himmel. Was für ein Glücksgefühl! Auch wenn man sich als Besucher*in bewusst ist, dass dieser Tag eine absolute Ausnahme ist und die Rückkehr zu gewohnten Konzerten noch nicht in Sicht ist, stellt sich doch sofort ein gewisses Festivalgefühl ein. Wetter super, als Band sind die Death Metaller DECEREBRATE am Start = herrlich!

 

NIETEN SCHROTTERS

                                                  

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THUNDERMOTHER, HARDBONE / 09.08.2020 – Heide, Autokino am Sendeturm

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Philipp: Noch bis zum Tag der Veranstaltung rechnete ich fast täglich mit der Absage, gab es doch eine Woche vorher direkt in Heide erneut Kontaktbeschränkungen wegen eines Corona-Ausbruchgeschehens. Doch THUNDERMOTHER scheinen gerade von der Glücksfee gesegnet zu sein: Ihr neues Album „Heatwave“ chartet in Deutschland auf Platz 6 und die Schwedinnen sind offenbar gerade weit und breit die einzig tourende Band. Das Tourkonzept mit dem umfunktionierten Truck ist purer Rock’n’Roll, da fügt sich sogar der bisher wankelmütige Sommer und lässt pünktlich zum Albumrelease eine tatsächliche Hitzewelle über Deutschland rollen. Der Aspekt des steigenden Erfolges ist da jedoch nicht einfach „Glück“ zuzuschreiben, ackern sich THUNDERMOTHER doch unnachgiebig durch die Clubs und waren nicht umsonst auch eine der letzten Bands, die noch direkt VOR Corona auf Tour waren. Und „Heatwave“ ist ein verdammt starkes Album mit geilen AC/DC-Grooves und tollen Melodien. Wir sind nun gespannt, wie das alles in einem Autokino rüberkommen möge und rollen im vollbesetzten Bus gen Heide.

Torsten: Tatsächlich! Es gibt sie noch: KONZERTE! Nachdem der Corona – Virus seit März diesen Jahres alles lahmgelegt hat, was mit Kultur im Allgemeinen und Live – Auftritten im Speziellen zu tun hat, ist allein schon die Ankündigung eines Konzertes die reinste Wohltat! Es ist fast unglaublich, aber am Sonntagnachmittag ist unsere "Konzertgruppe" (fünf ausgehungerte Gestalten) mit Abstand auf dem Weg nach Heide. Im dortigen Autokino finden nicht nur Discos statt, sondern auch LIVE – Konzerte. Heute mit den umtriebigen Schwedinnen THUNDERMOTHER. Die vier Mädels haben echt Mut! Fahren tatsächlich eine kleine Tour durch Deutschland und zeigen dem ollen Virus den fuckin' Middelfinger! Yeah! Respekt!

 

THUNDERMOTHER

Doppelbericht von Torsten und Philipp, Fotos von MJ.

Bewertung: 5 / 5

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HOLOCAUST, SAVAGE, DISASTER AREA, NNGNN / 12.04.2014 - Glasgow, Ivory Blacks

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Da es wohl noch lange dauern wird, bis wir aktuelle "Berichte aus dem Pit" schreiben können, ist es natürlich super, wenn wir Berichte von Prä-Corona-Konzerten bringen können. Rüdiger Abend, einigen bestimmt vom UNBROKEN METAL MAG bekannt, hatte für uns etwas Unveröffentlichtes von seinem letzten Schottland-Trip. Danke, Rüdiger!

NWOBHM auf Festivals ist schön und gut, wenn die Bands vor großem Publikum spielen können, aber die authentische NWOBHM fand eben in kleinen dreckigen Clubs statt, die nach Schweiß- und Bierlachen von Jahrzehnten riechen. Das Ivory Blacks am Central-Bahnhof in Glasgow ist genauso eine Hütte wie die, in denen die meisten Kultbands anno 1979 ihre Auftritte absolvierten, und die Kombination von Savage und Holocaust ließ einen entsprechend starken Retroabend erwarten.

 

HOLOCAUST

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