POM, SWEARING AT MOTORISTS / 22.10.2021 – Hamburg, Molotow SkyBar

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Das Ganze geht auf den Donster zurück. Ursprünglich sollten POM zwei Tage später auf der MS Hedi spielen. Eine feucht-fröhliche Barkassen Tour hatte eben genannter Kieler uns allen versprochen. Traurigerweise wurde diese von dem Veranstalter abgesagt, aber sofort stand das Molotow – wie immer mit dem super(!) Riecher für geile Musik – bereit und bot einen Ersatztermin an. Dieser wird natürlich wahr genommen, nur der Donster ist leider nicht dabei. Sein neuer Chef hat ihm eine Gehaltserhöhung oder sogar eine Beförderung zum Ober-Don in Aussicht gestellt, wenn er noch vor dem Wochenende zeigt, was er alles kann. Viel Erfolg dabei, aber trotzdem schade.

 

POM

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WALDGEIST KARTELL „Idiot im Wunderland“ CD-Releaseparty / 09.10.2021 - Hamburg, Stellwerk Harburg

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Zeit für Wut oder: The Children of the children of the Eighties

Waldgeist Kartell „Idiot im Wunderland“ CD-Releaseparty im Stellwerk Harburg am 09.10.2021

 

The Times They Are a-Changin'... 

...das wusste Bob Dylan schon 1964, als er diesen Markstein der Populärmusik auf dem gleichnamigen Album herausbrachte und die universelle Drohung der nächsten Generation an die Vorangegangene mit den Zeilen: 

„Your sons and your daughters are beyond your command“,

und

„You better start swimmin' or you'll sink like a stone“,

unauslöschlich in das kollektive Gedächtnis der gesamten westlichen Kultur knödelte.

Nein, ein toller Sänger war er nie, und auch kein Gitarrenvirtuose.

Aber das musste er auch nicht sein.

His Bobness hatte den Tiefgang auf seiner Seite.

Und die Wut!

Und die Wahrheit!

Und er wusste, dass wenn nicht er es verbalisierte, womöglich keine*r dies täte, seine Worte ungesagt, seine Feinde unbekämpft bleiben würden.

Wie gern hätte er einfach nur Liebeslieder geschrieben?

Aber er wurde anderweitig gebraucht.

Und so ließ Zimmy seinen Prototyp einer Protestrockhymne als Weckruf an alle Gleichgesinnten aber auch als latente Drohung an alle vor ihm Geborenen aus seinem tiefsten Inneren entweichen und machte klar, dass vieles, was zehn oder zwanzig oder auch fünfzig Jahre hindurch als „Common Sense“ gegolten hatte, nicht zwangsläufig richtig gewesen sein musste und somit auch mit Fug und Recht und allen Mitteln kritisiert und gegebenenfalls bekämpft werden durfte, bekämpft werden musste. 

Er war nicht der erste Wütende und auch nicht der Letzte. 

 

Davon können alle Anhänger*innen der Populärmusik im wahrsten Sinne ein Lied singen. Besonders wir Kinder der Achtziger des vorigen Jahrhunderts wissen diesbezüglich so richtig Bescheid. Doch die Achtziger, wo Bands wie Fehlfarben, FEE oder Fischer-Z (und das ist nur ein Teil von „F“, und das Alphabet noch viel umfangreicher) auf allen Kanälen rauf und runter liefen und heilsamen Einfluss auf das bürgerliche Bewusstsein nehmen durften, sind nun mal seit spätestens der Wiedervereinigung, die ja auch so richtig einvernehmlich oder gar auf Augenhöhe ablief, vorbei. 

Protestsongs waren seit der Erfindung der Populärmusik quasi Teil unseres täglichen Lebens. Denn die Zeiten änderten sich nicht nur 1964, als die Rockmusik von Typen wie Bob erfunden und zu DER Protestform ihrer und auch der nächsten, also meiner Generation gemacht wurde, sie tun es kontinuierlich. 

Nur nimmt die aktuelle Populärmusik quasi nicht mehr daran Teil.

Wer in den letzten Jahren mal das Radio angemacht hat, wird seine/ihre Aufzählung der zeitgenössischen gesellschaftskritischen Interpret*innen, die dort zu hören sind nach Deichkind und Kraftklub, stotternd kleinlaut beenden müssen. 

Der Rest der kritischen Bands und Solokünstler*innen hat ein Radio noch nie von innen gesehen... 

Wenn wir heutzutage wütenden Menschen mit kritischen Texten lauschen wollen, müssen wir selbst deren Nähe suchen. 

Und dazu müssen wir ersma wissen, dass es sie gibt. 

Mittlerweile braucht es ein großes Maß an Glück, über Interpret*innen zu stolpern, die das Trauern und das Träumen nicht verlernt haben, beherzt die Wortkeule über den Häuptern der Menschenfeinde schwingen und ihre Wut auch noch auf grandiose musikalische Weise hinaus brüllen, flüstern, skandieren, ächzen und stöhnen. 

Und um ein langes Vorwort endlich zum Ende zu bringen: 

Ich hatte dieses Glück! 

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DIE SCHWARZEN SCHAFE, NIXDA! / 08.10.2021 – Hamburg, Stellwerk

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„Ich würde an dem Abend ins Stellwerk gehen“, lautete die Empfehlung eines Kieler Punk Rock Experten gestandenen Alters und Gewichts. „Da spielen ´Die schwarzen Schafe´“. Ich war bisher weder jemals im Stellwerk noch habe ich zuvor gewusst, dass es eine Band mit dem Namen „Die schwarzen Schafe“ gibt – also hin da! Schnell noch Ticket 49 (von 50) online geclickert und wenig später meldete der Club auch bereits: Ausverkauft!

Nach Hamburg geht es heute mehr oder weniger zufällig. Ich hatte noch diverse gratis Hotel Übernachtungen und die mussten im März gebucht werden, damit sie nicht verfallen. Heute ist das Radison Blu am Bahnhof Dammtor (dieser riesige Klotz neben dem CCH) fällig. Die dazu nun jeweils besuchten Konzerte waren vor 6 Monaten nicht absehbar und erweisen sich ein ums andere Mal als bunte Wundertüte voller Überraschungen.

 

DIE SCHWARZEN SCHAFE

 

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NOTGEMEINSCHAFT PETER PAN, KV12, RESISTENZ ´32, KLEYMO / 16.10.2021 – Hamburg, Fabrique Gängeviertel

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 „Komm in die Gänge!“ - leider folgen diesem Ruf heute Abend nicht alle. Einer ist krank, ein anderer hat keine Kohle und wiederum ein anderer sitzt vermutlich vor einem Computer Spiel. Egal, immerhin noch zu zweit trinken wir an dem etwas abgelegenen Platz neben der Toilette im Regional Express nach Hamburg Bier. „Diese Drecksw*chser! Und dann streiken sie auch noch in einer Tour!“, schimpft der Fan eines Hamburger Vereins, welcher sich selbst anscheinend ´Die Rothosen´ nennt, wegen einer eben erfolgten Durchsage. Bereits in Neumünster, so ließ diese verlauten, liegen wir bereits 30 Minuten hinter dem Fahrplan zurück. Grund für die Verspätung: Wir haben irgendwo auf der zurückliegenden Strecke den letzten Waggon verloren. Zu blöd auch, dass der Triebwagen vorne keine Rückspiegel hat…

 

Uns stört das wenig. Wir verstehen die Aufregung des Fußballfans nicht und amüsieren uns eher darüber. Die Bahn ist doch absolut super. Und günstig dazu! Außerdem haben wir mehr als genug Zeit und erreichen ohne Hektik gegen 1900 den Innenhof des Gängeviertels. Dort staunen wir nicht schlecht über die bereits wartende Menschenmenge. Die Veranstaltung ist heute „2G“ und dieses wird auch dementsprechend geprüft. Es bedeutet jedoch nicht, dass nur 2 Geschlechter zugelassen sind, es besteht (wie noch nicht alle wissen) Zutritt ausschließlich für Geimpfte oder Genesene. Eintritt ist in der Höhe frei wählbar, die Empfehlung liegt bei 10 Kröten – was wir auch gerne bezahlen. (Diese Idee mit der „Empfehlung“ muss ich noch an Herb und seine Chaos-Brigade weitergeben…)

 

KV12

 

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THE COURETTES, BELLA & THE BIZARRE, THE BEASTS / 09.10.2021 – Hamburg, Molotow

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3G und 2 Bands? Das klingt schon super, aber 2G und 3 Bands klingt noch viel besser! Obwohl ich keine der Bands bisher kenne, gibt es für uns nur eine einzige Möglichkeit (und die ist diesmal nicht der FC St. Pauli…sondern…): Hin da! Immerhin kennt Zlatko den Hauptact und nennt sogar eine ihrer Platten sein Eigen.

Einlass 1800, Beginn 1900. Das erscheint für einen Samstag recht früh, aber liegt womöglich daran, dass in Hamburg nach 2300 kein Alkohol mehr ausgeschenkt bzw. verkauft werden darf. Geplant war das Konzert wohl ursprünglich als Backyard Show im Innenhof, findet aber nun doch im innen gelegenen Club statt. Im Nachhinein finde ich das sogar besser, aber nun der Reihe nach: 

 

The Courettes

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