THE NIGHT ETERNAL, MIDNIGHT PREY / 21.08.2026 – Hamburg, Bambi Galore

5 Dislike0

Es gibt ja das Underground-Phänomen, dass man als Hörer, Fan oder wie auch immer man sich da definiert die Entwicklung einer Band nicht mitgehen möchte. Sei es, weil sie zu bekannt werden und die kleine Nische verlassen, in der man sich wohlfühlt (frei nach Jensen: „…denn alles, was bekannt ist, ist so öde“). Sei es, weil sich mit dem Erfolg der Stil und die Art der Produktionen ändern. Das ruppige Anfangswerk wird dann noch gehört und geliebt, die späteren polierten Platten ignoriert.

Im Falle von THE NIGHT ETERNAL lässt sich nicht leugnen, dass diese Band einen Lauf hat. Tour als Support von MICHAEL SCHENKER GROUP, Titelstory im DEAF FOREVER und die Festivalbühnen werden größer… Und ist das neue Album „Cold Velvet“ nicht sogar in die deutschen Charts unter die Top Twenty gekommen? Nicht zuletzt ist dies bereits der siebte DreMu-Bericht über THE NIGHT ETERNAL… Wenden sich die Undergroundhorden jetzt also ab, müssen die Jungs sich im ZDF-Fernsehgarten (oder wie die Scheiße heißt) ein neues Publikum erschließen? DreMu forscht nach!

 

THE NIGHT ETERNAL

Bilder von MJ.

 

Ordentlich was los vorm Bambi. Ausverkauft! Viele warten bereits darauf, dass der Merchverkauf beginnt und ab dann werden die verschiedenen „Cold Velvet“-Editionen haufenweise abgeerntet und verstaut. Viele greifen zur limitierten Version mit Bonus-Single und Feuerzeug.

 

MIDNIGHT PREYMIDNIGHT PREYMIDNIGHT PREY

 

Schnell holen wir Bier und drängeln uns seitwärts vor die Bühne. MIDNIGHT PREY habe ich ja ewig nicht gesehen! 2017 erlebte ich das Trio gleich drei Mal, danach nie wieder! Dabei stellte das 2019er Album „Uncertain Times“ eine gewaltige Steigerung dar und zeigte MIDNIGHT PREY weiterentwickelt zu einer höchst eigenständigen Band zwischen 70er Hardrock, Heavy Metal, Punk und Speed Metal. Zwar gab es auch eine mehrjährige Pause, aber insgesamt hatte ich auch einfach Pech und habe diverse Gigs der Band verpasst. Mittlerweile gibt es ja noch eine 7“ sowie die coole Split-Veröffentlichung mit FIRMAMENT und der „Jenseitsritt“ ist bereits bestellt. Faszinierend finde ich heute gleich, wie roh der Sound klingt. Winston hat wenig Distortion auf der Klampfe, was ich bei Metalbands meist super finde (achtet in der Hinsicht mal auf die erste NUCLEAR ASSAULT, total geil). Auch der Gesang klingt eher „trocken“, was Winston später allerdings relativiert: „Ganz vergessen, zu sagen: Pack mal bitte etwas Reverb auf die Vocals“. Die beiden anderen Bandmitglieder Hannes und Daniel spielen mittlerweile übrigens auch parallel bei BLITZ und werden natürlich von den üblichen Verdächtigen aus dem Mob heraus liebevoll bepöbelt. Mitten im Getümmel auch Ricardo, der sich den Auftritt headbangenderweise gönnt, statt im Backstage abzulümmeln. Nagelt mich nicht darauf fest, aber neben diversen bekannt-geliebten Nummern („Street Mafia“!) spielen MIDNIGHT PREY auch neue Nummern von der kommenden Scheibe. Und ich bin sicher: Die kann nur gut werden! Toller Opener!

 

THE NIGHT ETERNALTHE NIGHT ETERNAL

 

Ob THE NIGHT ETERNAL bereits etwas von „Cold Velvet“ spielen werden? Kennt ja noch keiner. Hell yes, natürlich tun sie das! Schließlich ist dies eine offizielle Release-Sause, da will man die neuen Dinger auch live zocken. Die Jungs stellen sogar gleich zwei neue Songs an den Anfang – „Eurydice (Don’t Look Back)“ und „The Veins Of Time“. Vergesst mein Intro-Gelaber, der Mob dreht völlig durch und feiert, als gäbe es gerade Freibier. THE NIGHT ETERNAL bleiben ihrem Stil treu, bauen vielleicht den Gothic/Wave-Touch leicht aus. Das manifestiert sich in Robs melancholisch gefärbten Gitarrenharmonien als auch in Ricardos abermals fantastischem Gesang. Auch die Rhythmus-Hunde (am Schlagzeug Jerome Reil) haben es gut drauf, diesen typischen 80er Wave-Goove einzubauen – natürlich nicht ständig oder überpräsent. Die Basis ist und bleibt Heavy Metal / Hardrock, ich höre MERCYFUL FATE und THE DEVIL’S BLOOD heraus, zumindest ähnelt deren mystisches Flair den heutigen Headlinern. Von den neuen Songs beißen sich mehrere bei Erstkontakt fest, überall sieht du fliegende Köpfe, gereckte Fäuste und/oder geleerte Humpen. Natürlich werden manifestierte Hits wie „Prince Of Darkness“, „Stars Guide My Way“, „Elysion (Take Me Over)” oder “Moonlit Cross” besonders frenetisch begrüßt und gefeiert. Das sind jetzt schon drei sehr gute Platten, aus denen THE NIGHT ETERNAL eine amtliche Setlist zimmern können. Die Debut-EP wird heute ignoriert, was völlig nachvollziehbar ist, markierte „Moonlit Cross“ doch einen deutlichen qualitativen Schritt nach vorne. Gegen Ende scheint sich die Atmosphäre noch zu verdichten, die Band feuert aus allen Rohren, die Hitze im Bambi erreicht unbeschreibliche Ausmaße (ich genieße das ja).

 

THE NIGHT ETERNALTHE NIGHT ETERNAL

 

Der Wunsch, dass beide Bands möglichst bald wiederkommen mögen, braucht kaum ausgesprochen zu werden, schon ist der nächste TNE-Auftritt in HH bereits angekündigt: 13.11.2026 im Logo, hin da! Und MIDNIGHT PREY am 12.12.2026 im Bambi, ebenfalls hin da!

 

THE NIGHT ETERNAL

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv