ZZ TOP, THE HOWLERS / 02.07.2026 – Hamburg, Stadtpark

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BUCKET-LIST-ALARM! Es ist so: Ich habe ZZ TOP bisher noch nicht live sehen können! Das ist insofern erstaunlich, als dass „this little ol‘ band from Texas“ seit über 40 Jahren auf meinem Radar sind. Schon zu Schulzeiten haben wir einen Song wie „Waiting For The Bus“ abgefeiert, nicht zuletzt weil der Text einen Teil unser damaligen Lebensrealität widerspiegelte. Dazu kommt, dass ZZ TOP einige Riffs für die Ewigkeit geschrieben haben, siehe zum Beispiel „La Grange“. Warum habe ich ZZ TOP also nie live gesehen? Einmal stand ich immerhin vor der Halle, das war noch in den Achtzigern, Tatort Alsterdorfer Sporthalle.  Aber wir hatten keine Tickets, es war ausverkauft und wir sind weitergezogen. Zu anderen Zeiten schoben sich sicherlich auch einfach extremere Bands mehr in den Fokus. Aber ZZ TOP landeten dennoch immer mal wieder auf dem Plattenteller und obwohl ich mich nicht als Ultrafan bezeichnen würde, besitze ich doch 7 oder 8 Scheiben, ihre größten Klassiker halt. Der Tod von Dusty Hill 2021 (R.I.P.!) war dann ein Wake-Up-Call, endlich mal den Arsch hochzukriegen. Zum Glück hat Mr. Hill noch den ausdrücklichen Wunsch geäußert, dass Bass-Techniker Elwood Francis seine Nachfolge antreten möge. Und siehe da – plötzlich werden Deutschland-Dates angekündigt, wir ernten zwei Karten ab und sind ready for THE BIG ONE!

 

ZZ TOP

Bilder von MJ.

 

Bestes Wetter, ausverkaufter Stadtpark. Wir sind schön früh losgefahren, haben sogar mal gute Parkplätze gefunden (nicht ganz einfach bei dieser Location) und werfen den Fressbudenbetreibern unser sauer verdientes Geld in die gierigen Rachen. Natürlich trifft man diverse Bekannte und freut sich aufs Konzert. Was sie wohl spielen mögen? Einige der letzten Touren seien wohl sehr 80er fixiert („Eliminator“/“Afterburner“) gewesen. Gute Platten, aber man hofft ja schon auch auf den frühen Shit aus den 70ern.

 

THE HOWLERSTHE HOWLERS

 

Erst mal THE HOWLERS. Nee, Kinners, dat ist mal nix! Dass man so eine Indie/Britpop-Combo uns Rockfans vorsetzt, ist eigentlich frech. Die Hälfte kommt vom Band, der Sänger klingt selbst gelangweilt. Das erinnert mich an die für meine Ohren langweiligen OASIS, wobei bei THE HOWLERS nicht mal etwas hängenbleibt. Der Gig plätschert vor sich hin und spannt uns auf die Folter. Irgendwann ist’s vorbei. Bitte nie wieder, Danke.

 

ZZ TOPZZ TOP

 

Während des Wartens wird Schritt für Schritt das Bühnenbild enthüllt, das sich dann als recht bunt und kreativ erweist. Das Bandlogo im Grafitti-Style, diverse Musikinstrumente, Boxen, Verstärker und Skateboards baumeln hinter und zwischen der Backline.

 

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Und da kommen sie auf die Bühne. Ich wusste vorher nicht, dass sich ZZ TOP wie glitzernde und funkelnde Weihnachtsbühne präsentieren. Die Jacken sind ja mal echt geil und werden im Verlauf der Show mehrfach gewechselt. Billy Gibbons kommt ultracool rüber, Elwood Francis passt super dazu und sieht mit seinem wilden Haupthaar- und Bartwuchs aus, als sei er für diese Rolle geboren worden (als Bass-Tech hatte er offenbar hinreichend Zeit, sich in den ZZ-TOP-Style hineinzuleben). Und sein 17-saitiger Bass ist so breit wie ein Waschbrett und damit ein echter Hingucker. Doch wer sitzt da hinterm Schlagzeug? Frank Beard ist es nicht. Wie wir erfahren, ist Beard erkrankt und wird bis auf Weiteres von John Douglas ersetzt, ebenfalls ein langjähriges Tech-Mitglied. Douglas, ein junger Kerl mit ordentlich Punch, erweist sich sofort als würdige Vertretung. Der Sound stimmt, wobei es noch etwas lauter sein könnte. Die Setlist ist der Hammer! Auf den Opener „Got Me Under Pressure“ und die SAM & DAVE-Covernummer „I Thank You“ folgt ein wahres Hitfeuerwerk zwischen Hardrock, Blues, Boogie und Southern Rock. Vielleicht liegt die größte Stärke ZZ TOPs in ihrer Wandlungsfähigkeit, denn diese musikalischen Genres werden mit größter Selbstverständlichkeit verwoben. Und eben in großartigen Songs ausgelebt. Billy Gibbons singt herrlich bluesig, rauchig und krächzig, überlässt Elwood auch einige Einsätze, der übrigens wiederholt Szenenapplaus bekommt. „Waiting For The Bus“ ist gleich die dritte Nummer, super! Da seh ich doch mein 16-jähriges Ich mit ‘ner Karlsquelldose an der Bushaltestelle sitzen, im Walkman das vom Kumpel überspielte ZZ-TOP-Tape. Neben drei weiteren „Eliminator“-Nummern („Gimme All Your Lovin‘“, „Legs“ und „Sharp Dressed Man“) überraschen und erfreuen die vielen 70er Klassiker.  Ich hätte es nicht zu hoffen gewagt, aber „Jesus Just Left Chicago“, „Pearl Necklace“, „I’m Bad, I’m Nationwide“, „Cheap Sunglasses“ und „Just Got Paid“ sind alle dabei. Und mit „Brown Paper Bag“ kündigt der Chef eine „neue Nummer“ an, bei der es sich streng genommen um eine Billy-Gibbons-Solo-Veröffentlichung handelt. Egal, geil bluesiger Song! Noch häufiger als die Jacken werden die Instrumente gewechselt und ZZ TOP überraschen immer wieder mit gewagten Designs wie fleischfarbenen Plüschüberzug auf den Gitarren. Dazu – ein weiteres Detail, mit dem ich nicht gerechnet hätte – bewegen sich Bills Gibbons und Elwood Francis viel mehr als erwartet. Ständig bauen sie regelrechte Choreografien ein, bei denen sie seitwärts in Synchronhopsern über die Bühne hüpfen und dabei mit den Gitarren schlackern. Beste Rock’n’Roll-Unterhaltung! Der Zugabenteil hat es in sich: „Brown Sugar“, „Thunderbird“ und „La Grange“ sorgen noch mal für Begeisterung. Wobei das Publikum etwas härter feiern könnte. Man spürt, dass es alle genießen, aber ein großer Bewegungsdrang entwickelt sich nicht.

 

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Sensationelles Konzert! Ich fühlte mich bestens unterhalten und würde mir ZZ TOP wieder angucken, falls sich die Chance nochmal ergibt. Next: SAMMY HAGAR off from the bucket list!

 

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