BLAZE BAYLEY / 17.03.2026 – Hamburg, Bambi Galore

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BLAZE BAYLEY? Den hast du doch schon gesehen?“ Wer denkt, dass dies ein „Argument“ gegen den Konzertbesuch einer Lieblingsgruppe ist, hat Heavy Metal nie verstanden.

Immer wieder BLAZE, so lautet zumindest mein Motto, und ich bekomme eher Magenschmerzen, wenn ich eine seiner Touren nicht mitnehmen kann. Meist bietet der Mann ja auch ein spezielles Programm, so auch heute, steht die aktuelle Tour doch im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums seiner „Silicon Messiah“-Soloscheibe. Als die Platte im Jahr 2000 unter dem Namen BLAZE als sein erstes Soloalbum nach dem Ausstieg bei MAIDEN erschien, stieß sie eher auf mittelmäßiges Interesse. Auch ich habe erst den 2025er Rerelease auf Blaze Bayley-Recordings abgeerntet. Seitdem hat BLAZE BAYLEY mit seinen neuen Bandmitgliedern, die alle auch bei ABSOLVA spielen, gehörig Boden wettgemacht und ackert sich weltweit durch die Clubs. Und ab!

 

BLAZE BAYLEY

Fotos von HOA-Rick.

 

Heute agieren ABSOLVA nicht als Support, weswegen man schon erahnen kann, dass BLAZE und seine Mannen eine extralange Setlist am Start haben werden. Die Bühne ist nicht nur mit einem großen „Silicon Messiah“-Backdrop dekoriert, sondern auch mit …grünen Luftballons und aufblasbaren Bierpullen? WTF? Aber das heutige Datum markiert den Saint Patrick’s Day, der mir zwar nichts bedeutet, Iren und irischaffinen Menschen aber derart heilig ist, dass man sich ordentlich einen hinter die Rüstung römert. Was den Musikern Extra-Gute-Laune beschwert, soll mir nur recht sein, ich bin dabei, her mit eurem Fusel, meinetwegen auch grün gefärbt!

 

BLAZE BAYLEYBLAZE BAYLEY

 

Yes, BLAZE sind zwar heute (bzw. auf dieser Tour) nur zu viert, sie hauen aber rein wie acht. Luke Appleton bedient heute statt der zweiten Gitarre den Bass, sein Bruder Chris und Martin McNee wiederum frönen ihren Stamminstrumenten Gitarre und Schlagzeug. Los geht es pfiffigerweise nicht mit einem „Silicon Messiah“-Track, sondern dem „Samurai“ von der „The Man Who Would Not Die“-Album, auch ein geiler Song. Blaze ist top bei Stimme, das ausverkaufte Bambi gleich auf Betriebstemperatur und man spürt schon jetzt, dass heute ein besonderer Abend wird. Nun folgen in (fast) chronologischer Reihenfolge die Songs der gesamten Jubiläumsscheibe. Was sind das für herrliche Heavy Metal-Kompositionen! Ich sage nur „Ghost In The Machine“, „The Hunger“ oder „Born As A Stranger“. Der Mob singt selbst die Gitarrensoli mit und feiert jeden Ton. Blaze nutzt die Pausen für seine mittlerweile schon legendären Ansagen. Immer wieder geht es darum, Mut zu schöpfen, nicht aufzugeben und sich in dunklen Momenten an diesen Abend zu erinnern. Das nimmt man dem Mann Wort für Wort ab, hat er doch selbst diverse Schicksalsschläge verkraften müssen. Man denke nur an den Tod seiner damaligen Frau 2008, den Kollaps der Band 2011 oder seinen Herzinfarkt 2023. Dennoch trägt eine positive Stimmung das Konzert. Als Blaze gerade darauf eingeht, wie wichtig es sei, den Moment zu umarmen, rülpst jemand hinten in den Katakomben derart laut, dass man es offensichtlich bis zur Bühne hört. Chris Appleton bricht fast zusammen, Blaze schafft es nur mit Mühe durch die Ansage. Nachdenklich stimmt auf der anderen Seite, dass Blaze seine Signierpräsenz zurückfahren musste (er blieb ja nach den Shows noch für Stunden am Merch), weil irgendwelche Arschlöcher den Kram online teuer weiterverkaufen. Ähnlich asozial: Es gab wohl mehrere Fake-Profile in den sozialen Netzwerken, über die vertrauensselige Fans gemolken werden sollten. Auch hier weist Blaze darauf hin, dass er auf diesen Kanälen keinerlei Anfragen mehr beantworte – alle Informationen gebe es auf der offiziellen BB-Website. Nach „Stare At The Sun“ ist der Gig noch lange nicht vorüber, vielmehr schöpft man nun aus weiteren BLAZE BAYLEY-Scheiben (u.a. „Calling You Home“ und „A Thousand Years“ von „Infinite Entanglement“) und natürlich seiner MAIDEN-Zeit. Neben den erwartbaren (aber deshalb nicht minder guten) „Man On The Edge“, „Futureal“ und Virus“ gibt es mit „Wrathchild“ auch einen Di’Anno-Song und mit „Como Estais Amigos“ eine echte Überraschung. Letzteren als Akustikversion mit Chris auf der Akustischen als Begleitung und einer emotionalen Gesangsleistung von Blaze, die unter die Haut geht. Der Refrain “No more tears, no more tears / If we live for a hundred years, amigos, no more tears” bleibt lange hängen. Und weil heute Saint Patrick’s Day ist, hängt die Band noch eine herrliche Version von UFOs „Doctor Doctor“ ran inkl. Solo-Passagen und „Emerald“-Snippet. Natürlich im St. Patrick Outfit mit grünen Hüten.

 

BLAZE BAYLEYBLAZE BAYLEY

 

Wer hier nicht grinsend und/oder begeistert rausgeht, saß wohl mit Durchfall auf der Bambitoilette (immer noch besser als zu Hause). War das der beste BLAZE-BAYLEY-Auftritt, den ich bisher sah? Auf jeden Fall ein weiterer grandioser!     

 

BLAZE BAYLEY

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