ROSALIE CUNNINGHAM / 16.03.2026 – Hamburg, Nochtwache

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Das Konzert heute ist mit dem Veranstaltungsort „Nochtwache“ angekündigt – findet dann aber doch im „Nochtspeicher“ statt. Angeblich ist die Nochtwache im Keller und der kleinere der beiden Säle des Gebäudes – demnach gab es wohl eine Hochstufung. Verdient hätte es Rosalie definitiv! Wir alle kennen sie als Sängerin der Psychedelic Rock und Stoner Rock Band Purson, welche schon vor ein paar Jahren für ordentlich Furore sorgte und die außer einem abgesagten Konzert im Knust stets einen großen Bogen um Hamburg machte. Heute im Gepäck hat sie nicht nur ihr neues Album, sondern auch noch Claudia Gonzàles Diaz, die wir alle noch von ihrem genialen Auftritt bei Lucifer am gleichen Ort vor einigen Monaten in Erinnerung haben. Angeblich ist sie in ihrer Heimat Spanien auch ohne eine mitgeführte Schusswaffe waffenscheinpflichtig – vorstellen kann ich mir das schon…egal…obwohl ich erst am Morgen um 07:00 Uhr auf dem Hamburger Flughafen gelandet und aus Chisinau/Moldau bzw. Tiraspol/Transnistrien zurückgekehrt bin, kann es am Abend nur heißen: Rock on und hin da!

 

ROSALIE CUNNINGHAMROSALIE CUNNINGHAM

 

 

Und das wird keine Sekunde bereut – selbst bei der Bahn klappt heute alles! Auf eine Vorband wird verzichtet, aber auch das soll mir recht sein und der Konzertbericht wird dadurch auch kürzer. Rosalie Cunningham hat praktischerweise ihre aktuelle Band nach sich selbst benannt – wer so einen geilen Namen hat, kann das natürlich auch super machen. Im Gegensatz dazu wäre es vermutlich unklug oder sogar uncool, eine Band Dirk Schneider oder Klaus Meine zu nennen. Weg vom Wort, hin zur Musik. To shoot another day vom aktuellen Album eröffnet das Set der fabelhaften Rosalie. Selbstverständlich ist sie super bei Stimme, mal klingt diese saucool, dann wieder lasziv und gerne wird auch einfach so mir nichts dir nichts in die Kopfstimme gewechselt. Großartig wie auch die ganze Begleitband. Claudia Gonzàles Diaz wurde schon erwähnt und wieder nimmt sie ihren Bass hart ran, wie sie es zuvor auch bei Lucifer tat. Schüttelt diesen, würgt ihn, bewegt ihre Hand an dem festen Hals auf und ab. Für mich die beste aktive Basserin der Welt – neben Donna Dresch von Team Dresch of course. Jo Bench von mighty Bolt Thrower ist ja leider meines Wissens nach nicht mehr aktiv. An der zweiten Gitarre hantiert der umtriebige Rosco Wilson, der sich später im Gespräch als ausgesprochen netter Zeitgenosse erweisen wird. Das Schlagzeug wird auch noch super bedient und einen Tastenmann an der Orgel gibt es natürlich auch noch, aber die Namen sind mir leider nicht bekannt.

 

ROSALIE CUNNINGHAMROSALIE CUNNINGHAM

 

Und so geht´s durch ein Set bestehend aus Stücken aller 3 bisher erschienen Alben – die Umsetzung live schwerer und basslastiger als auf Konserve. Ich will hier nicht von „doomig“ sprechen, weil mir das irgendwie zu abgenutzt und ausgelutscht ist, aber teilweise erinnert mich die ganze Chose durchaus etwas an die kongenialen Blood Ceremony. Besonders dann, wenn die feurige Claudia Gonzàles Diaz die Querflöte hervor holt und uns allen einen bläst. Da war der Eintritt von bummelig 25 Euro für das Gebotene eigentlich viel zu billig. 

 

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Die Musik selbst ist ansonsten eine Mischung aus Progrock, 60s, Goth und Psychedelic – mir kommt da am ehesten die übergrößte Jinx Dawson von fuckin´ Coven in den Sinn; ein Kumpel zieht Vergleiche mit alten Genesis, King Crimson oder wenn es neuer sein soll: die Dresden Dolls. Eins aber ist klar, es ist abwechslungsreich ohne Ende – der bürgerliche Salon im swingin´ London der 60s wird ebenso bedient wie das funkenspeiende Stahlwerk in Birmingham der 70er.

 

ROSALIE CUNNINGHAMROSALIE CUNNINGHAM

 

Dazu – wie schon geschrieben – gerne auch mal die Querflöte, eine mitreißende Bühnenshow und eine obersympathische Band. Mit Rosco, Claudia Gonzàles Diaz wie auch mit Rosalie tausche ich im etwas angetrunkenen Zustand noch geiles Gesülze aus und letztere signiert am Mercher  stets mit einem umwerfenden Lächeln die massig gekauften – oder neudeutsch: abgeernteten – Platten und CDs. 

 

ROSALIE CUNNINGHAMROSALIE CUNNINGHAM

 

Super Konzert, das eigentlich sofort hätte ausverkauft sein müssen. Musik, die abseits von dem üblichen Gebrüll und Geballer verordnet, auch Menschen gefallen würde, die ansonsten um diese Speed Punk und Anarcho Metal Schmonzette ohne Bezugsschein einen großen Bogen machen. Dazu eine – und jetzt mal ehrlich heraus – ausgesprochen attraktive und charmante Sängerin, die von einer gleichsam umwerfenden Bassistin begleitet wird. Aber abseits davon, die Kompositionen sind auch außergewöhnlich und kommen ohne Double Bass oder Gegrunze aus – einfach nur phantastisch gute Musik! Olé und hoffentlich bis zur baldigen, nächsten Tour.

 

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Natürlich könnte man hier noch seitenweise fortfahren, aber ein kurzer Satz reicht: Das war echt super!

 

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Kommentare   

0 #6 Doom Fränk 2026-03-20 10:48
Das liegt im Auge des Betrachters...können anders pigmentierte Menschen - ggf. aus einem anderen Umfeld - nicht diesem "Bild" entsprechen?

Ich denke, da wir alle gleich sind, ist es besser, jegliche Farben außen vor zu lassen - Das verhindert Rassismus per se.

Warum nicht alte, privilegierte Männer stattdessen? Das bin ich dann aber definitiv nicht...ich hab nicht mal ne Karre und wohne zur Miete...
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-3 #5 MetalSon 2026-03-20 10:24
"alten weißen Männern" ist kein rassistischer Ausdruck.
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-7 #4 Doom Fränk 2026-03-20 09:01
Das Wort "Akkord" - also eine Tonfolge - habe ich leider vergessen zu tippen. Das bitte ich aufrichtig zu entschuldigen. So kann man/frau das natürlich missverstehen. Vermutlich weil ich ein alter Mann bin...
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0 #3 Philipp 2026-03-20 08:43
Ich finde es immer schade bzw. problematisch, wenn es in Berichten über Musikerinnen mindestens in Teilen um das Äußere geht. Bei einer Konzertkritik über JETHRO TULL wäre so ein Spruch wie „Ian Anderson hat uns allen einen geblasen“ wohl nicht gekommen. Insofern finde ich Andreas‘ Kritik durchaus gerechtfertigt. Einfach mal beim Schreiben noch mal selbstkritisch gucken, ob diese Ebene nicht vermeidbar ist. Schon BOLT THROWER sagten doch: „It‘s the riff, stupid!“ Rest ist doch wumpe.
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-1 #2 Doom Fränk 2026-03-20 08:19
Erstmal vielen Dank für deinen Kommentar. Ich fasse solche immer gerne auf, um meine Berichte selbst kritisch zu hinterfragen. Zur Antwort: Vermutlich weil ich ein alter, weißer Mann bin. Ich denke zudem, manche lesen das, was sie eben derart deuten wollen. Das "weißer" in deiner Formulierung ist nebenbei rassistische Kackscheiße.
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+4 #1 MetalSon 2026-03-20 06:20
Die üblen und teilweise niveaulosen Formulierungen sind bei diesem Bericht mal wieder vermehrt vorhanden.

Wieso werden Formulierungen, die ich eher von Pubertierenden oder "alten weißen Männern" "erwarte" verwendet?
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