HEADBANGERS OPEN AIR XXVII / 24.07.2025 – Brande-Hörnerkirchen, Tag 1

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Gestärkt durch die Euphorie des Vorabends fliegt der Schultag an mir vorbei und schnell geht es danach zurück nach Brande-Hörnerkirchen. Doch egal wie sehr wir uns beeilen, für STRIKE MASTER und TORANAGA ist es zu spät. Zum Glück habe ich beide bereits gesehen (wer erinnert sich nicht gern an die SAXON-Tour 1990 mit METAL CHURCH und TORANAGA!). Den Rest von HAMMERKING sehen wir zwar noch, aber diese Band erscheint mir mit ihrem hohlen Pathos und den Mitsingspielchen eher deplatziert auf diesem Festival. König hier, Hammer dort, dat ist nix. Aber ganze vier kultige Combos kommen noch, da heißt es ab in die erste Reihe oder im Falle von MJ sogar noch davor in den Graben!

 

DESTRUCTOR

Fotos von MJ.

 

DESTRUCTOR

 

DESTRUCTORDESTRUCTOR

 

Die Heroen aus Cleveland pflügen mit ihrem thrashigen Heavy Metal gekonnt den Garten um. Sie zählen zu den Bands, die viel zu oft auf den einen Klassiker reduziert werden („Maximum Destruction“ von 1985 in diesem Fall), haben aber doch seitdem fünf weitere Longplayer veröffentlicht, die allesamt ins Schwarze treffen. Live begeistern sie ja immer wieder, wir berichteten über ihre Gigs auf dem KEEP IT TRUE 2007, in WACKEN 2008 und natürlich auf dem HEADBANGERS OPEN AIR 2008. Was einfach zeitlos begeistert, ist diese Mischung aus leicht chaotischem 80er Thrash, einprägsamen Riffs und eingängigen Gesangslinien. Matt Flammable (d) und Dave Overkill (v, g) sind bereits seit 1984 in der Band und wissen auch, was sich in Sachen Bühnenoutfit gehört bzw. geil aussieht, nämlich selbstverständlich Leder, Nieten und Spikes. Da „Maximum Destruction“ gerade 40 geworden ist (etwas erschreckend, ich erinnere mich noch glasklar an den Erstkontakt), wird das Album in Gänze gespielt. Alle Fäuste gehen nach oben, wenn der unwiderstehliche Groove von „Pounding Evil“, „Iron Curtain“ oder „Take Command“ das Blut zum Kochen bringt. Schön frisch und knackig dargeboten - mögen DESTRUCTOR noch lange weiter am Start bleiben!

 

DESTRUCTORDESTRUCTOR 

 

SCREAMER

 

SCREAMERSCREAMER

 

Der letztjährige Triumphzug im Bambi sitzt noch gut im Gedächtnis, heute legen die Schweden nach – wenn auch für die meisten Anwesenden zum letzten Mal. Auch SCREAMER spielten in der Vergangenheit bereits auf dem HOA – 2013 noch in der alten Besetzung mit Christoffer Svensson an Bass und Mikro. Das jetzige Line-Up mit Andreas Wikström hat sich schon längst ein eigenes Profil erspielt und mit den Alben „Hell Machine“, „Highway Of Heroes“ sowie „Kingmaker“ kamen haufenweise Hits dazu. Dass die Schweden nach über 500 Shows jetzt aufhören wollen, mag man angesichts der heute zur Schau gelegten Spielfreude kaum glauben. Der Platz ist proppevoll, es scheinen wirklich alle mitzusingen – hoffentlich überlegen sich SCREAMER das nochmal. Ich hätte „Highway Of Heroes“, „Out Of The Dark“, „Kingmaker“, “The Traveler” oder “Keep On Walking” jedenfalls ungern zum letzten Mal live genossen. In ihren weißen Lederjacken toben SCREAMER über die Bühne, während Schlagzeuger Henrik Petersson abermals durch sein lebendiges und druckvolles Spiel begeistert. Ein HOA-Highlight.

 

SCREAMERSCREAMER

 

HELLRIPPER

 

HELLRIPPERHELLRIPPER

 

„Alter, das wird sich aufs Songwriting der zweiten CATBREATH-Platte auswirken!“, verkündet CB-Basser Tank nach dem Gig begeistert. Die Schotten fahren aber auch eine Black/Speed-Attacke, die an Unbändigkeit kaum zu überbieten ist. Mein dritter HELLRIPPER-Auftritt ist der wohl bisher beste. Noch geiler als auf Platte dübeln sich die Songs in wahnwitziger Geschwindigkeit in die Lauscher. Dazwischen haut Chefziege James McBain trockene, knapp gehaltene Ansagen raus und weiter geht’s. Einerseits könnte man HELLRIPPER als VENOM auf Speed bezeichnen, gleichzeitig spielen sie aber natürlich präziser und James bietet gerade im Gitarrenbereich mehr Abwechslung. Der Mob tobt, überall kreisen die Köppe. „Hell’s Rock’n’Roll“, „Blood Orgy Of The She-Devils“ oder „All Hail The Goat” eignen sich aber auch perfekt zum Biertrinken, Durchdrehen und Circle-Pit-Lostreten. Ich könnte allein dem Schlagzeuger ewig zusehen, der bereits nach zwei Songs komplett schweißnass ist. Ein herrlicher Energieschub!

 

HELLRIPPERHELLRIPPER

 

ROSS THE BOSS

 

ROSS THE BOSSROSS THE BOSS

 

Ross Friedman hat seit letztem Jahr ein weiteres Ex-MANOWAR-Mitglied in der Band, nämlich den Schlagzeuger Rhino. Heute sitzt aber Sean Elg (KK’S PRIEST, NIHILIST, CAGE…) an der Schießbude, wenn meine Augen mich nicht täuschen. Ebenfalls prominent besetzt ist die Position am Bass, nämlich durch Dirk Schlächter von GAMMA RAY, der eine würdige Joey DeMaio-Performance bietet. Ross ist ja sehr aktiv gerade, neue Alben von DEATH DEALER und den DICTATORS, Konzerte mit letzteren und mit ROSS THE BOSS… Heute widmet sich die RTB Band vor allem den Platten „Sign Of The Hammer“ und „Hail To England“ – was wohl kein Zufall ist, denn genau diese Scheiben spielten MANOWAR auf der letzten Tour im Wechsel. Wer ist nun aktuell besser? Ich würde tatsächlich zu MANOWAR tendieren, denn Marc Lopes erreicht die immer noch fantastische Leistung von Eric Adams nicht (2016 sah das mit Mike Cotoia anders aus). Aber das heißt natürlich nicht, dass der heutige Auftritt etwa keinen Spaß machte! Im Gegenteil, das Songmaterial ist einfach zu stark und viele Besucher:innen fühlen eine derart hohe emotionale Bindung zu den Stücken, dass das Mitsingen mit großer Inbrunst betrieben wird und vereinzelt Tränen fließen. Man wird ja wohl noch ein bisschen heulen dürfen, wenn „The Oath“, „Sign Of The Hammer“, „Kill With Power“, „Thor (The Powerhead“), „Blood Of My Enemies”, “All Men Play On Ten” oder “Guyana” erklingen! Sehr geil aber auch “Dark Avenger”, “Black Wind, Fire And Steel“, „Kings Of Metal“ oder das unsterbliche „Battle Hymn“. Wie viel Biere da wohl über den Tresen gingen?

 

ROSS THE BOSSROSS THE BOSS  

 

Starker Tag! TBC… 

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