FLOTSAM & JETSAM, LORD VOLTURE / 27.08.2025 – Hamburg, Logo
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- Kategorie: Berichte aus dem Pit
- Veröffentlicht: Sonntag, 31. August 2025 12:20
- Geschrieben von Philipp Wolter
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FLOTSAM & JETSAM, wie oft wohl gesehen? Aber egal, ob die Zahl schon die magische 30er Grenze überschritten hat, das Konzerterlebnis schwächt sich bei dieser Band nie ab. Ich hatte das Glück, sie gleich auf ihrer ersten Europatour mit MEGADETH in der Markthalle sehen zu können, in der Folge bei den meisten (allen?) Hamburg-Gelegenheiten und natürlich unzähligen Festivals, einmal durften wir die FLOTS auch mit VLADIMIR HARKONNEN im Bambi supporten. Auch wenn es zwischendurch mal schwächere Platten gab, überzeugten sie live immer. Und die Formkurve stieg in den letzten Jahren sogar an! Die letzten vier Alben hauen richtig rein und gerade Sänger Eric A.K. erstaunt mit einer Stimme, an welcher sich der Zahn der Zeit umsonst abmüht. Heute also schön ins Logo, es findet sich eine fünfköpfige Reisegruppe, die tatsächlich mal ohne jegliche Probleme von der DB hin- und herkutschiert wird. DOOMSDAY FOR THE DECEIVER!
Bilder von Rüdiger Naffin.
Bereits bei LORD VOLTURE füllt sich das Logo und die Niederländer sorgen schnell für gute Laune. Das ist ja nicht selbstverständlich, wenn die Leute auf eine Legende warten und erst mal eine eher unbekannte Kapelle vorgesetzt bekommen. Es gibt LORD VOLTURE zwar seit 2010 und drei Alben haben sie immerhin bereits draußen, aber sich so richtig übergreifend und nachhaltig einen Namen zu machen, ist ja heutzutage schwierig geworden. Die Chancen stehen gar nicht schlecht, dass LORD VOLTURE das noch gelingt. Mich erinnert ihr Heavy Metal / Power Metal an JAG PANZER, was wohl vor allem an der Stimme des Sängers David Marcelis liegt. Der gute Tyrant scheint nie weit zu sein, wenn Marcelis schmettert. Ansonsten attestiere ich einen JUDAS-PRIEST-Einschlag und immer wieder auch thrashige Elemente. Insgesamt ein starker Auftritt, der noch Bonuspunkte in Sachen Sympathie, Outfit und Geschmack (Gitarrist mit WHITESNAKE-T-Shirt, Sänger mit Y&T-Backpatch) einfährt.
FLOTSAM & JETSAM wollen es dann wissen und reißen mit dem ideal gewählten Opener „Hammerhead“ alle eh nicht vorhandenen Dämme ein. Da musst du gleich um den Inhalt deines Humpens bangen, denn es entsteht von Null auf Hundert ein Pit im vorderen Logo-Bereich. Der Sound ist super und Eric A.K.s schneidet sich noch während des ersten Stücks immer besser durch den Mix. Natürlich haben auch FLOTSAM & JETSAM das Luxusproblem, vor allem Klassiker aus den 80ern spielen zu müssen, es gelingt ihnen aber auch, neue Stücke und sogar ein paar Deep Cuts unterzubringen, ohne dass die Stimmung absackt. Als Die-Hard-Fan freue ich mich zum Beispiel über „Suffer The Masses“ von der seltsam unbeliebten „When The Storm Comes Down“-Scheibe und mit „Smoked Out“ von „Drift“ hätte ich niemals gerechnet. Von den ganz neuen Platten hätten sie zum Teil meines Erachtens noch geilere Stücke auswählen können als „Demolition Man“ oder „Primal“, dafür brennen „A New Kind Of Hero“, „Brace For Impact“, „The Walls“ und „Iron Maiden“ fast so herrlich rein wie die Hits der ersten beiden Alben. Und von letzteren gibt es natürlich ordentlich auf die Glocke, so kann man sich wieder von der ewig faszinierenden Wirkung von „Dreams Of Death“, „I Live You Die“, „No Place For Disgrace“, „She Took An Axe“ und der Zugabe „Desecrator“ überzeugen lassen. Ken Mary ballert mit Präzision und Groove, über Michael Gilbert (g), Steve Conley (g) und Bill Bodily (b) muss nichts weiter gesagt werden und Eric A.K. hat wieder für einige Meter Maulsperre gesorgt. Über welche im Jahr 1984 gegründete Band lässt sich sagen, dass sie immer noch so dermaßen einen abbeißt?
FLOTS TIL DEATH!
