RISE OF THE SCUM: HIGHLORD WITCHHAMMER, OLD STONE, OUTBURST, BLITZ / 07.10.2022 – Kiel, Schaubude

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Auch wenn Veranstalter Daniel Volkmann für dieses Konzert vom Amt der Kultur der Stadt Kiel finanzielle Hilfe bekam, ist es durchaus als Wagnis zu bezeichnen, in der momentan unsicheren Situation bezüglich Besucherzahlen ein neues Liveangebot aus dem Boden zu stampfen. Daniel hat eigenen Angaben zufolge (siehe unser Interview) „tief in die eigene Tasche greifen müssen“. Sein Bock darauf, etwas Neues und Eigenes zu organisieren, überwog aber – zum Glück! Und wat soll man sagen: Diese erste Sause unter dem Namen RISE OF THE SCUM wird zum Erfolg auf ganzer Linie! Eine durch Corona bedingte Verschiebung und die Absage von LUNATIC (schade, hoffentlich demnächst dann!) konnte Dutzende von Freaks nicht davon abhalten, nach Kiel in die good old Saufbude zu pilgern. Viele der Nasen kommen von außerhalb, die meisten kennen sich natürlich dennoch von Konzerten in Hamburg und den üblichen Festivals. Daniel hat mit BLITZ, OUTBURST, OLD STONE und HIGHLORD WITCHHAMMER (plus dem infamous DJ DICKER MANN) voll den Geschmack der Leute getroffen. Bzw. zieht das Konzert Leute mit Geschmack an. Wat weiß ich, der Support für die Aktion ist jedenfalls riesig. Also rein ins Vergnügen, erst mit Weghumpen zum Street Boozing vor die Bude und ab!

 

HIGHLORD WITCHHAMMER

Bilder von MJ.

 

Ob um sieben Uhr schon Leute da sein mögen? Wäre ja schade, wenn ein Teil der Besucher:innen die geile Heavy / Speed Metal Band aus Hamburg verpasste. Tatsächlich füllt sich der Laden erstaunlich früh und als BLITZ gegen 19:20 Uhr beginnen, gibt es bereits großes Hallo! Mit „Curse Of The Witch“ dengelt der Vierer los und alle Fäuste sind oben. Nach dem TRUE THRASH FEST und dem KINGS OF THE UNDERGROUND ist es für viele Anwesende der dritte BLITZ-Gig. Die Band klingt ungebrochen wild und ungestüm, Chris und Warp Michi wechseln sich herrlich beim Gesang ab. Beim WARLORD-Cover „Child Of The Damned“ explodiert der Mob geradezu, ein Underground-Klassiker, der hier in angemessener Qualität dargeboten wird. Das „Nachtmahr“-Tape gibt’s mittlerweile in zweiter Auflage (anderes Cover, selber Inhalt), nach DYING VICTIMS haben IRONBOUND zugeschlagen. Falls das Tape nicht heute schon ausverkauft sein sollte, haltet euch ran und erntet es ab!

 

BLITZBLITZ

 

Auf OUTBURST hatte ich mich schon richtig gefreut, hatte ich doch das Glück, im September 2021 den ersten Auftritt der Flensburger genießen zu können (-> hier geht’s zum entsprechenden Vladi-Tagebucheintrag). Völlig entfesselter Speed Metal prasselt von der Bühne. Der Sänger Philip hat die Hummeln im Hintern und wirkt nicht nur so, als hätte er Bock auf ein Knüppelkreischinferno ohne Pausen, er sagt es auch explizit: „Ich hab Bock. Immer diese Pausen. Lass mal den nächsten Song spielen!“ Das Publikum sieht das ganz ähnlich und nun muss man schon darauf aufpassen, dass einem der Humpen nicht aus den Pranken gepogt wird. Durch das SLAYER-Cover „Antichrist“ wird der Pit natürlich nicht gerade besänftigt. Geilerweise haben OUTBURST mittlerweile sogar eine Fünf-Track-EP mit dem Titel „With A Vengeance“ draußen. Diese wird natürlich stante pede abgeerntet. Ob die Band darauf auch so geil nach EXODUS, VULTURE und ACCÜSED klingt, kann ich noch nicht sagen, aber die erste Hörung kommt bald. Als der Schlagzeuger irgendetwas an seiner Fußmaschine reparieren muss, unterstreicht Philip noch einmal seine Zockgeilheit: „Mach hin, Alter! Die Leute gucken schon.“  Super!

 

OUTBURSTOUTBURST

 

OLD STONE haben mich 2017 auf einem Auftritt in der Alten MU völlig überrascht, denn wer erwartet bei diesem Bandnamen schon derart amtlichen Highspeed Rock’n’Roll / Hardrock! Heute unterstreicht das Trio diesen Ersteindruck sogar und setzt ein Ausrufezeichen dahinter. Was ist der Drummer allein schon für ein Tier? Harkon hat übrigens mal bei REZET ausgeholfen, was ich mir sehr gut vorstellen kann, auch wenn Attt natürlich prinzipiell unersetzbar ist. Woher OLD STONE kommen, kann ich euch gar nicht vertellen, der Gitarrist/Sänger sagt es zwar einmal an, ergänzt aber gleich: „Kennt ihr eh nicht, nicht mal bei Google Maps findet ihr das.“ Rutscht mir auch gleich wieder aus dem Kopf, irgendwas mit A war das. Egal, viel wichtiger ist, dass sich die tolle Stimmung des bisherigen Abends bei OLD STONE hält! Es hätte ja nach zwei Bands auch die Luft raus sein können oder so. Aber nichts da, es braucht lediglich ein paar Songs, bis das Publikum die Qualität der Darbietung erkennt. OLD STONE überzeugen durch blindes Zusammenspiel, gönnen sich sogar einen ausgedehnten Jam und machen insgesamt vehement Dampf.

 

OLD STONEOLD STONE

 

Die Wildcard des Abends sind für mich HIGHLORD WITCHHAMMER. Vor dem RISE OF THE SCUM noch nie von gehört. Die Dresdner ziehen ihr Ding komplett ansagenfrei durch und lassen somit ausschließlich die Musik sprechen. Und das funktioniert! Ich steh ja eigentlich auf einen knackigen Spruch ab und zu, aber einfach mal nichts zu sagen, erzeugt auch eine gewisse Wirkung. HIGHLORD WITCHHAMMER mäandern zwischen Stoner, Doom und Heavy Fuzz, wobei sich die fies keifige Stimme als das Alleinstellungsmerkmal erweist. Die pulsierenden Riffs sind allerdings auch nicht von schlechten Eltern! Insgesamt erzeugen HLWH einen Sog, in den sich viele fallen lassen und wie hypnotisiert mit den Köpfen wackeln. Der Sound ist auch perfekt, dat wabert und wummert so schön. Find ich sehr geil, dass alle vier Bands gut ankommen und gefeiert werden! In Bezug auf HLWH kann man sich freuen, die Band noch früh in ihrer Existenz („Karriere“ klingt in dem Zusammenhang scheiße, find ich) gesehen zu haben, denn bisher gibbet erst ein Demo (Titel: „Ancient Tales Of An Illucid Journey“), leider aber zumindest hier am Merch nicht als realen Tonträger.

 

HIGHLORD WITCHHAMMERHIGHLORD WITCHHAMMER

 

Den DJ DICKER MANN müssen wir leider bis auf den Anfang sausen lassen, wird doch der Wecker bereits um halb sechs Uhr klingeln. Hoffe, der Kerl hat seine Sache gut gemacht! Das RISE OF THE SCUM wird bestimmt eine Fortsetzung finden. Ich wäre dabei. Daumen hoch und Cheers an Daniel für diese gelungene Attacke auf alle Sinne!   

 

 

 

 

Kommentare   

+1 #2 Philipp 2022-10-11 16:55
Stimmt, den haben sie richtig gut gecovert!

zitiere Torsten:
OLD STONE kommen aus Ascheffel. Nicht so wichtig, stimmt. ;)
Viel wichtiger ist — sie haben"War Pigs" von Black Sabbath gecovert! Oberamtlich — und leider viel zuu aktuell im Moment.
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+1 #1 Torsten 2022-10-10 22:10
OLD STONE kommen aus Ascheffel. Nicht so wichtig, stimmt. ;)
Viel wichtiger ist — sie haben"War Pigs" von Black Sabbath gecovert! Oberamtlich — und leider viel zuu aktuell im Moment.
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