MOORLOCH-Festival mit DIE BULLEN, FRO-TEE SLIPS, RONG KONG KOMA, (MOMS DEMAND ACTION) / 11.06.2022 - Hattlundmoor

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Nach zwei moorlochlosen Jahren bricht in Hattlundmoor ENDLICH wieder das Fest der Liebe aus! THE RETURN OF THE MIGHTY AND ZAUBERHAFT MOORLOCH! Wie immer wird vorher nicht verraten, welche Bands spielen, was die Vorfreude zusätzlich hibbelig-kribbelig macht. Wobei dieses Fest auch ganz ohne Bands den Besuch wert wäre. Denn wo sonst trifft man so viel tolle Leute, trinkt man derart leckeres Bier und genießt derart herrliche D.I.Y.-Lebensfreude?

 

DIE BULLEN

Bilder von MJ

                                                                                                             

Wir kommen leider etwas spät los, aber Mitte Juni ist halt immer etwas hektisch. Nach allen erledigten Gartenarbeiten, Korrekturen und Hunderunden brausen wir aber los. Entzückten Auges erblicken wir am Eingangszelt die Running Order: DIE BULLEN, wie geil! Dazu FRO-TEE SLIPS, die mir noch völlig unbekannten RONG KONG KOMA und MOMS DEMAND ACTION. Letztere haben allerdings bereits gezockt, was natürlich schade ist.

 

RONG KONG KOMARONG KONG KOMA 

 

Aber es ist auch ein schönes Gefühl, als Spätkommender mitten in die bereits über Hattlundmoor schwebende Wolke der Euphorie einzutauchen. Wir treffen und umarmen derart viele lange nicht gesehene Herzensmenschen (wie Veranstalterin Elli sagen würde), dass es sich schon fast unreal anfühlt. RONG KONG KOMA spielen und vor der Bühne herrscht ausgelassene Stimmung. Die Begeisterung und das Mitmachlevel der Leute sind so groß, dass selbst der ausgemachteste Griesgram hier lächeln müsste. RONG KONG KOMA kommen aus Berlin und spielen rockigen Punk mit poppigen Melodien. Auf der Wiese wird massiv getanzt, manche der vermeintlichen Tänzer:innen versuchen auch einfach nur auf der abschüssigen Wiese nicht ins Straucheln zu kommen, was eigentlich die besten Moves erzeugt. Zum Sound von RKK erkunden wir den Resthof, die Skatebowl, die zahlreichen liebevoll gezimmerten Buden und Stände aufs Neue. Irgendwie isses wie Nachhausekommen, und auch so, als wäre man gar nicht lange weg gewesen.

 

FRO-TEE SLIPSFRO-TEE SLIPS 

 

Unfassbare 33 Jahre gibt’s die Flensburger FRO-TEE SLIPS offenbar schon, wenn ich das richtig verstanden habe. Und den Bass bedient der Sohn des einen Gitarristen. Dafür muss ich einfach meinen Respekt zollen. Ich habe die Band ewig nicht gesehen, weiß aber noch, dass ich sie früher zu funpunkig fand und mir die Ansagen zu viel Mitmachkram enthielten. Prinzipiell hat sich daran nichts verändert – Quatschansagen, Schnapsverteilung, Mitsing-Oh-ho-ho. Die Angriffsfläche ist riesig, es wäre billig, einen Verriss zu schreiben. Aber dann würde ich lügen. Tatsächlich reißt mich die gute Laune der Band und des eskalierenden Mobs mit. Schon renne ich auch zur Bühne, lasse mir willig einen St. Vitus-Schnaps (gegen diesen Namen gibt’s nichts einzuwenden) einflößen und poge mit den Angeliter Sattelmuschis durch die Botanik. Erstaunlich übrigens, wer sich von den anwesenden alten Recken und Reckinnen als völlig textsicher erweist!

 

DIE BULLENDIE BULLEN 

 

Das geht nur beim Moorloch: Auf Unterhosen voller Liebe treffen Schweinemaske und Gummiknüppel. Und alle tanzen weiter! DIE BULLEN müssen sich schon schwer anstrengen, um hier nicht aus der Rolle zu fallen. Spätestens als Elli und Crew für Kocky ein großes Donot-Sortiment an einer Holzwand mit Donot-Haltern aufstellt, lässt zumindest der BULLEN-Schlagwerker jegliche Contenance fahren und kommt für ‘ne Umarmung nach vorne. Aber dann wird Ordnung in diese anarchischen Anwandlungen gebracht! DIE BULLEN sind besser denn je, das stelle ich hier mal ganz nüchtern und objektiv fest. Was Joyboy und der Ufomann da an Riffs auf Orgel, Bass und Klampfe abfeuern, ist ganz erstaunlich und das würde auch ohne jegliches Image funktionieren. Überhaupt wird mal wieder deutlich, was für Hits DIE BULLEN bereits geschrieben haben. „Die Bullen komm“, „Outlaw In Law“, „Jemand wird Bulle sein“, „Reaktionäre Revolution“, „Kumpelhaft“, „Cops United“, „Feierabend“ oder das Cover „Protecting The Law“ seien wahllos genannt. Dazu kommt der ganze Überbau mit fiesen Ansagen, bei denen einigen Besucher:innen das Lachen im Hals steckenbleibt. Hannes ist endgültig zum Routinier geworden, der nicht nur den Wachtmeister erschreckend überzeugend gibt, sondern ab und zu richtiggehend singt (man vergleiche das mal mit dem frühen Gekreische bei TACKLEBERRY). Ein nahezu perfekter Auftritt! Nahezu? Ja, ich empfinde den Diss, den Hannes den FRO-TEE SLIPS von der Bühne aus verpasst, als unpassend. Muss in diesem Rahmen nicht sein. Aber ansonsten einfach nur herrlich!

 

DIE BULLENDIE BULLEN

 

Was war das wieder schön! MOORLOCH-LOVE!

 

MOORLOCH-LOVE

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