LUCIFUGE, EXORCIZPHOBIA, TASKFORCE TOXICATOR, REAVERS / 22.04.2022 - Hamburg, Bambi Galore

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Es geht wieder los! Die Sonne scheint immer öfter, die Inzidenzen sinken und so langsam laufen die Konzerte wieder an. Unseren diesjährigen Auftakt der Konzert- und Festivalsaison übernimmt ein Revolt!-Konzert in unserem Hamburger Lieblingsschuppen Bambi Galore in Hamburg Billstedt. Für uns nur ein Katzensprung entfernt – also ein Heimspiel. Die Veranstaltung findet unter 2G+ Bedingungen statt, da der Booster schon lange im Arm ist, kein vorheriger Test notwendig. Freunde Zuhause empfangen, kaltes Bierchen aufgekracht und Abfahrt.
 
 
LUCIFUGE
 
 
 
Die Starterband GVLA verpassen wir leider knapp. Die Blackmetal Truppe aus Bremen hat erst letztes Jahr ihre erste self titled Platte rausgebracht und kann bei diesem Gig ihre Newcomer Fähigkeiten ganz sicher unter Beweis stellen. Das Album klingt nach absolut solidem Blackmetal, etwas melodisch, aber auch nicht zu sehr und die tiefe und raue Stimme von Sänger Filious bringt auf jeden Fall einen abwechslungsreichen Wind in die Sache. Viele Songs sind recht langsam, bringen dadurch aber krass Atmosphäre rüber, die auch ganz sicher so gewollt ist.
 
 
REAVERSREAVERS
 
 
Punkt 21 Uhr geht’s für uns mit Reavers los. Das Gespann um Sänger und Bassist Klitz kommt aus Hamburg, existiert bereits seit über zehn Jahren und macht Thrash Metal – und was soll ich sagen? Wenn das kein Thrash Metal ist, was dann? Für uns Überraschungshighlight des Abends! Die Vier liefern richtig ab, jeder Song hat ordentlich Tempo und Wumms und der Gig macht einfach Bock. So stelle ich mir Thrash Metal vor wie er sein soll: laut, schnell und auf die Fresse – das erfüllen Reavers zu 110%. Mich erinnern viele Songs an die alten Kreator. Der Sänger ist eine absolute Rampensau und auch die anderen drei liefern krass an den Instrumenten ab. Dass unsere Freundin Kathi an der Gitarre steht verdoppelt den Hype, dieser ist aber keineswegs subjektiv - das ist einfach ein richtig rundes Ding!
 
 
TASKFORCE TOXICATORTASKFORCE TOXICATOR
 
 
Weiter geht’s mit Taskforce Toxicator – und weiter geht’s mit Thrash Metal! Die fünf Jungs kommen aus Münster, haben sich 2017 gegründet und sogar schon zwei EPs und ein Live Album rausgehauen. Man merkt sofort, dass TT ihre Einflüsse aus dem amerikanischen Thrashmetal ziehen und klingen nach einer geilen Mischung aus Municipal Waste und Slayer: das Motzige mit Mitgröhlvibes von MW und die doch recht vielen melodischen Gitarrenparts und der etwas langsamere Rhythmus von Slayer. Die Songs gehen sofort ins Ohr, werden aber auch nicht langweilig. Durch manch entspanntere Parts hat man auch mal eine Verschnaufpause und es macht Spaß der Truppe beim Spielen zu zusehen!
 
 
Kurze Umbaupause, noch ein Bierchen an der Bar holen und mal den Merchandise-Stand auschecken. Die Bands haben ordentlich was mitgebracht, viele Shirts, Patches und CDs stehen zur Auswahl. Die Designs sind allesamt klasse und die Preise wie immer richtig human. Die Aufteilung des Bambi ist immer super. Einen Bar- und Merch-Bereich und eine Hälfte des Kellers für die Bühne, die moshenden Fans und den Ton. Die Garderobe funktioniert kostenlos und auf Vertrauensbasis: eine Stange mit Kleiderbügeln. Man kann an egal welchem Abend seine Jacken und Taschen inklusive Inhalt ohne Bedenken dort aufhängen – es kommt garantiert nichts weg. Der Laden ist von der Szene für die Szene und das merkt man. Heute Abend spielen fünf Bands für schmale 16 € an der Abendkasse, da kann keiner meckern.
 
 
EXORCIZPHOBIAEXORCIZPHOBIA
 
 
Als vorletzte Band des Abends betreten Exorcizphobia die Bühne – noch mehr Thrashmetal! Ich bin eine sehr glückliche kleine Wanda an diesem Abend. Und alle Bands an diesem Abend, aber vor allem auch Exorcizphobia zeigen mir, warum ich diese Musikrichtung so liebe: Thrashmetal ist auf die Fresse, aber trotzdem absolut vielseitig. Die vier Jungs kommen aus Tschechien, existieren bereits seit 2005 und sind damit unsere „alten Hasen“ des Abends. Das hört man aber auch: jeder Griff und Ton sitzt, aber ohne zu glatt gebügelt zu klingen. Der Sänger Tomáš stellt mit seinem T-Shirt die nächsten Minuten vor: Nuclear Assault. Und Exorcizphobia erinnern wirklich absolut stark an die Thrasher aus Amerika, nur die Vocals sind anders und verleihen der Gruppe somit ihren eigenen wütenden Charme. Das Tempo ist unfassbar schnell und gut, jeder Song lädt zum Moshen ein und ich muss wirklich sagen: Live ist die Band noch 100 mal besser als auf Platte. Ein absolutes Erlebnis und jeder Thrash-Fan sollte sie sich unbedingt mal live geben!
 
 
LUCIFUGERevolt!
 
 
Es ist Zeit für den Headliner: Lucifuge! Ebenfalls aus Bremen, bringen sie diesen Abend eine große Portion Black Thrash mit. Wir kennen Lucifuge schon von Platte, das Album Infernal Power, welches letztes Jahr raus kam, läuft bei uns regelmäßig rauf und runter. 2016 gegründet haben sie bereits drei EPs und vier vollwertige Alben rausgebracht. Auch hier hält die Band was sie verspricht: Black Thrash Metal vom feinsten. Eine absolut geile Mischung aus beiden Welten – man hat die eingängigen, melodischen Blackmetal Gitarrenriffs mit schnellem Tempo und geilem D-Beat des Thrashmetals. Der Auftritt macht richtig Bock und Sänger Equinox macht mit seiner rotzigen Stimme eine absolut runde Sache draus. Lucifuge spielen diverse Songs vom letzten Alben und treffen scheinbar damit auch den Nerv der Zuschauer – es wird geschubst, Fäuste in die Luft gestreckt und mitgegröhlt. Die Bremer kommen super gut an und keiner möchte so wirklich, dass der Auftritt und der Abend endet.
 
 
So langsam neigt sich der Abend dem Ende, das Licht geht an, die Musik wird leiser, doch irgendwie möchte niemand so recht nach Hause. Es wird sich zugeprostet und die ausgelassene, verschwitzte Stimmung nach diesem wundervollen Abend genossen. Das Bambi Galore hat mal wieder gezeigt, dass auch der Norden Metal kann und hat mit dem Line Up wieder kleineren Bands, auch aus dem Norden, eine Bühne geboten. Die Bands haben – jede für sich – bewiesen, dass eine Musikrichtung absolut vielseitig sein kann, haben richtig abgeliefert und uns allen einen geilen Abend mit richtig guter Mucke beschert. Daher ein fettes DANKE an das Bambi, die Bands, die Mitarbeiter vor Ort und an die Fans, die mit ihrem Besuch gezeigt haben, dass der Norden, dass Hamburg, dass die Leute Bock haben!
 

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