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Kategorie: Tonträger Reviews
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Veröffentlicht: Mittwoch, 06. Juli 2011 15:10
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Geschrieben von Philipp Wolter
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Zugriffe: 1771

THE ATMOSFEAR aus Göttingen knallen uns hier bereits die
siebte VÖ um die Ohren, wenn man frühe Demos mitzählt.
Bereits beim ersten Hördurchgang offenbart sich die Qualität
dieses Albums. Die Scheibe hat tatsächlich alles, was man sich im Optimalfall
von einer D.I.Y./Underground-CD erhoffen darf: eine natürlich klingende, aber
fette Produktion; eine klar definierte Richtung (Death/Thrash), die jedoch
erstaunlich viel Abwechslung und Feinheiten zulässt; sowie einen Brüllwürfel,
der sein Mikro aufs vortrefflichste zu atomisieren versteht!
Besonders der Gesang ist es auch, der „The World Is Grey“
aus einem Universum an monatlich erscheinenden Metalplatten hervorhebt. Der Typ
brüllt, grunzt und schreit, dass es mir wirklich wiederholt ein angenehmes
Prickeln auf der Kopfhaut beschert (untrügliches Zeichen für ‘ne gute Band bei
mir!) – der Typ hat so richtig Speck auf den Stimmbändern. Einziger Kritikpunkt.
Die Gesangslinien sind mir teilweise etwas zu sehr „all four to the floor“,
könnten sich stärker von den instrumentalen Vorgaben lösen.
Wie gesagt lassen sich THE ATMOSFEAR zwar auf Variationen
ein – akustische Parts, Blastbeats, Tempiwechsel – verlieren dabei aber nie den
roten Faden und beweisen guten Geschmack, indem sie z.B. zu keinem Zeitpunkt
trendorientiert oder gezwungen klingen. Kein Gefrickel, kein clean Gesang,
keine abgeschmackten Breakdowns. Man könnte auch sagen: THE ATMOSFEAR greifen
mit beiden Händen ins pralle Metalleben und ziehen ihr eigenes Ding durch, ohne
ein gewisses Traditionsbewusstsein missen zu lassen.
Textlich gibt man sich keinen Gewaltfantasien oder so hin,
sondern zeigt kritisches Bewusstsein (lese beispielsweise „Corruption“, „Piece
Of Planet“ oder „The World Is Grey“).
Schönes Booklet auch, auf dessen zahlreichen Fotos man
diverse Underground-Hackfressen wiedererkennt, hehe.
http://www.the-atmosfear.de
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Kategorie: Berichte aus dem Pit
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Veröffentlicht: Montag, 04. Juli 2011 12:32
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Geschrieben von Siggi Sick und Philipp Wolter
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Zugriffe: 1574
Philipp:
Minutenlange
Feedbacks, dann endlich ein erlösender massiv schwerer Beat, plötzlich ein
dürrer Typ mit schmierigen Haaren auf der Bühne, dessen verzweifeltes Schreien
unter die Haut geht: Es muss ca. 1992 gewesen sein, als CROWBAR sich auf ihrer
ersten Europa-Tour befanden. Wir waren mit zwei Wagenladungen KielerInnen extra
deswegen nach Bremen gefahren, wo – offenbar aus logistischen Gründen – im
Schlachthof zwei etwas gegensätzliche Konzerte zusammengelegt wurden:
EYEHATEGOD/CROWBAR und LAGWAGON/NOFX. Gemeinsam könnte den Bands ihr damaliger
Drogenkonsum gewesen sein, ansonsten erwartet ein/e NOFX-KonzertbesucherIn wohl
eher ein Gute-Laune-Programm. Und dann wird dem bunt gemischten Mob EYEHATEGOD
vorgesetzt, das war schon was, vor allem wenn Sänger Mike Williams sich betont
nihilistisch zeigte und Songtitel wie „Man Is Too Ignorant To Exist“ oder
„Sisterfucker“ ansagte. Kurz darauf hörte ich zum ersten Mal den Begriff
Sludge. Was für eine wahnwitzige Idee: BLACK SABBATH und BLACK FLAG zu
vermischen und eine Art abartigen Bastard des Blues & Southern Rock einfließen zu
lassen. Auch heute noch unwiderstehlich und – Zeichen der Zeit? – bei aller
Negativität der Grundaussagen relevanter denn je.
Doppelbericht von Siggi Sick (kursiv & ohne Punkt und Komma) und Philipp