Joey Goebel - "Freaks"

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Joey Goebel – Freaks


Eine Band. Freaks. Die Freaks. Bestehend aus dem scheinbar ständig vollgedröhntem und stets philosophierendem Sänger Luster, der äußerst attraktiven berollstuhlten Satanistin und Drummerin Aurora, der 80jährigen Punk-Oma Opal, der allzeit alles hassenden 8jährigen Bassistin Ember und Keyboarder Ray, dem es aus dem Irak in die USA wegen einer persönlichen Mission verschlagen hat, bauen die Freaks ihr Imperium nacheinander auf, um gegen die „Humanoiden“ aufzubegehren und sie durch ihre Musik aufzurütteln.

Die Freaks sind wie aus dem richtigen Leben gegriffen und demnach ein Konglomerat von Mutanten, wie sie jeder in seiner Band hat. Durch das Changieren der Erzählperspektive von Person zu Person, in das auch Nebencharaktere einbezogen werden, wird die lineare Handlung von mehreren Seiten beleuchtet. Dadurch ist ein kurzweiliges und spannendes Durchlesen garantiert und es wird wieder offensichtlich, dass die gute Idee der Band jung sterben muss. Die Proberaumproblematik gibt es hüben wie drüben und es gibt allseits bekannte Gründe wie Stress im Altersheim, kein geeigneter Raum, Familienverpflichtungen mehrerlei Art und dennoch wird vielen weiteren Hindernissen getrotzt und bald der erste Auftritt anberaumt. Doch schon während des ersten Songs bricht die Hölle über allen ein.

Goebel schafft es, ein leicht zu lesenden, amüsanten und kurzzeitig auch zum Nachdenken anregenden Roman interessant zu präsentieren. An dieser Stelle möchte ich kurz aus dem Epilog des Autors zitieren:“Die grob gestrickte Handlung wurde an den Haaren herbeigezogen, die Protagonisten wurden an den passenden Stellen untergebracht, die Themen gründlich ausgeschlachtet, sämtliche Perspektiven sorgfältigst ausgelotet, vordergründige Symbolik bewußt eingesetzt, abgedroschene Ironie verwendet und Emotionen sowie Humor angemessen übertrieben[…].“ Alles klar? Also: lesen, ihr Ratten!


192 Seiten, Broschiert, 15 EUR, aber auch empfehlenswert: Das Hörbuch


9.5 von 10 Punkten

 

Review by: Herbert 

---Punkte: 9
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OZZY OSBOURNE "Die Autobiografie"

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OZZY – „Die Autobiografie“

(Heyne, ISBN: 987-3-453-16925-8)

Eine Bio des Madmans müsste mindestens eine unterhaltsame Lektüre sein, dachte ich mir. Dass mich der 470-Seiten-Schmöker dann aber derart aus dem Sessel haut, hat mich dann doch überrascht.

Klar, Ozzy Osbourne hat drei Karrieren und neun Leben hinter sich – er hat irgendwie jahrzehntelangen Drogenmissbrauch, haarstäubende Unfälle, Knastaufenthalte und alle möglichen Krankheiten überlebt. Aber an wie viel mag sich Ozzy überhaupt erinnern?

Eine Antwort liefert der Fakt, dass Ozzy seit Jahren Gedächtnis-Therapien macht, um zumindest einige Lücken wieder zu rekonstruieren, eine andere, dass er an diesem Buch natürlich ewig gearbeitet hat und Hilfe hatte.


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"Wo Woodstock weiterlebt" von Manfred Winkler

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Wo Woodstock weiterlebt

Autor Manfred Winkler

 

So dann fang ich doch mal an. Ist das erste Mal, dass ich hier was schreibe und dann gleich sowas. Vielleicht weiß ja der ein oder andere, dass Matt und ich das selbe Schicksal teilen und die Bundesbahn unterstützen müssen, um zur Arbeit zu kommen und da gibt es dann neben der Fahrtzeit auch noch die ein oder andere Verspätung, also jede Menge Zeit zu überbrücken und außer Musik hören und lesen nicht viel was man da so machen kann. Also dachte ich mir, ich stell mal ein Buch vor und hoffe drauf, dass der ein oder andere meinem Beispiel folgt. So langsam geht mir nämlich der Lesestoff aus.

 

 

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ANTHONY KIEDIS "Scar Tissue"

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ANTHONY KIEDIS - "Scar Tissue"

Die Neugierde siegt über die teilweise harschen Kritiken: Schließlich ließ ich mir es nicht nehmen, mir von der Autobiographie des RED HOT CHILI PEPPERS-Sängers ein eigenes Bild zu machen.
Das Bild, welches ich von Kiedis selbst habe, litt leider ziemlich unter der Lektüre. Diese stellt, durchaus unterhaltsam, sein Leben  dar. Mit zunehmender Seitenzahl wird allerdings deutlich, dass sich der Inhalt auf wenige Elemente beschränkt: K.trifft Frau, K.vögelt Frau, K.versinkt im Drogensumpf, K. macht Entzug, K. erleidet Rückfall, K.hat unglaublich Erfolge und kreative Sternstunden mit den CHILIS, K. macht durch seine Sucht alles wieder kaputt. Dann gehts wieder von vorne los, und das dann ungefähr ein dutzend Mal. Wobei die Aspekte "Frauen" und "Drogen" den weitaus größten Teil des Buches einnehmen. Leider ist das Ergebnis der Selbstoffenbarung ziemlich traurig: So stellt sich die Hauptfigur Kiedis als hoffnungsloser Junkie dar, der unglaubliche Chancen und Potenzial besitzt, aber leider viel zu wenig daraus macht. Er selber sieht es aber nicht so und stellt sich unterschwellig immer als den geilen Macker dar, der, trotz gegenteiligem Wortlauts, sein Leben im Großen und ganz doch eigentlich ganz gut findet. Seine Läuterung gegen Ende des Buches kann man ihm einfach nicht abnehmen.

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