DEUTSCHE LAICHEN – s/t (LP, Zeitstrafe 2019)

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DEUTSCHE LAICHEN

2000 Jahre Cis-Boy-Bands mit Songtiteln wie „Christeen Sixteen“ und leeren Versprechungen wie „All Night Long, Baby!“. Doch die kriegen jetzt alle auf die Fresse und zwar von DEUTSCHE LAICHEN. So explizit und wütend hat sich schon lange keine Band mehr über Sex und Sexismus geäußert. Ich muss einfach mal ein Zitat einwerfen, um das zu illustrieren: „Langsam färbt der Slip sich rot / Tief in dir pulsiert die Wut / Hass doch mal, das steht dir gut / Langsam färbt der Mond sich rot / Was mal war, ist jetzt tot / Langsam färbt der Po sich rot / Dieser Arsch gehört versohlt / Was Feuer war, ist jetzt verkohlt / Wütend schmierst du dir dein Brot / Was  mal fein war, ist jetzt grob / Sag mir nicht, es geht dir gut / Du bist so schön, wenn du hasst.“ („Du bist so schön, wenn du hasst“). Das nenn ich mal eine gute Beobachtungsgabe, meine Lieblingszeile ist hier übrigens „wütend schmierst du dir dein Brot“. Und das kommt zur rechten Zeit, jetzt, wo man täglich einen weiteren dicken weißen Mann aus seiner Liste löscht, weil dieser plötzlich dumme Memes über Greta postet. DEUTSCHE LAICHEN gehen ohne Schnörkel nach vorne, getragen vom rotzig-melodischen Gesang, den entweder Fluse, Asche, Nille, Kralle oder Krätze eingekotzt hat. Fünf der Songs besitzen englische Texte, die anderen sechs deutsche, und die kommen mal mit ein, zwei Zeilen aus: „Wenn ich dich sehe, müssen meine Augen kotzen / Für dich bin ich ‘ne blöde Emanzenlesbenschlampe / Danke fürs Kompliment“ („Emanzenlesbenschlampe“) Oder gehen die Dinge auch mal komplexer an: „Menschen sind scheiße und Deutsche laichen / Wenn ich in der Gosse liege, träume ich, wie ich dich kriege / Deutschland ist scheiße, Deutschland ist scheiße, Deutschland ist scheiße.“ („Menschen = Scheiße“). Was soll ich sagen: Haut den ollen Renke an und erntet diese Scheibe! Alerta!   

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LUSFERUS - "Desolation's Theme" (Eternal Hatred Records)

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LUSFERUS

 

LUSFERUS legen, nach einem Piano-Synthie Intro, richtig gut los. So ist dann der Opener auch eher Song Nr. 2, Luciferico Hino, der mit einer schönen Prise Blastspeed gewürzt ist. Und eine amtliche Death Metal Produktion.  Die Brasilianer hämmern aber nicht durchgehend sondern bauen gar klassische Metalklampfen mit ein, dann wieder Gebolze. Wird irgendwie gar nicht langweilig. Zumal LUSFERUS, ähnlich wie Sepultura zu Roots-Zeiten Flamencogitarren nutzen, um akustische Zwischenparts mit Leben zu füllen. Gesang ist kräftig und kreischend und hat gutes Volumen. Das Rad neu zu erfinden ist nicht ihre Eigenart. Vielmehr gehts heutzutage darum, eine gute ehrliche Platte abzuliefern. Das schaffen LUSFERUS mit Leichtigkeit. Teilweise bolzen Sie gnadenlos bis nach Meppen, verarbeiten schöne Klampfenparts zu einer nicht langweilig klingenden Platte.  Nice!

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WOLFSBLOOD - "Vomit & Lice" (Troglodyte Records 2019)

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WOLFSBLOOD

 

Schweden – Land of Crust and D-Beat. Wer hat sich nicht über die letzte Granate von Wolfbrigade gefreut? Und wer wartet nicht sehnsüchtig auf den neuen Opus von Martyrdöd? Für zwischendurch gibt es ein Leckerbissen in Form von iWOLFSBLOOD mit deren Album „Vomit & Lice“ die Fresse geballert, welcher in bester Tradition der genannten Bands und ehemaliger Platzhirsche wie Driller Killer oder Genocide Superstars steht.

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KÄNGUIN - The great key

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Post Rock und Stoner Rock liegen dicht zusammen und Liebhaber des Einen sind meist auch Hörer des Anderen. Ersteres ist Altbewährtes bei den Kielern. Doch Schubladen waren noch nie ihre Stärke und so experimentieren Sie in verschiedenen Gefilden. Nach dem Release im Dezember ist bei mir einiges an Zeit vergangen, um mich ausgiebig mit dem neuen Output Känguins zu beschäftigen. So fällt zuerst einmal diese astreine Produktion aus der Tonmeisterei Oldenburg ins Gehör. 'Fast', könnte man sagen, ist musikalisch alles beim Alten geblieben. Doch wurden die Gitarren verstärkt und das Synthie ist ein bisschen dezenter. Es geht wesentlich härter zur Sache bei Känguin als jemals zuvor. Zwar behalten Sie ihren Hang zu träumerischen Passagen, in denen aber verstärkt die Klampfe die Melodien dominiert und das Keyboard als Unterstützung bekommt. Die grösstenteils instrumental arrangierten Songs, haben weiterhin den von Känguin theatralisch erzeugten Tiefgang.Ich höre immer einen Song. Der heisst 'Quast'. Ohne die Namensgebung zu ergründen möchte ich mal auf diesen einen Song eingehen. Es wäre auch der von mir empfohlene Anspieltip. 'Quast' hat einen bombatischen Anfang, verläuft sich dann in so ne Psychedelic-Kurve aus der Er mit schredderndem Riffing rausrattert. Grösstenteils instrumental arrangiert bedeutet, dass es dann doch einen Song gibt, in dem Hans seinen Gesang zum Besten gibt. 'Result' klingt nach dieser Granate zurückhaltend, verabschiedend. Ist ja auch der letzte Song. Känguin bleiben sich selber treu, was bedeutet, immer neue Seiten aufzuschlagen und sich auszuprobieren. Sie haben ihren Wiedererkennungswert den Sie bereit sind aufzugeben, ohne es damit wirklich zu tun. Dieses mit Melodie und Härte versierte Stück Kultur darf ruhigen Gewissens auf die Welt losgelassen werden!

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OPTIMIST - "Vermächtnis" (BDHW Rec. 2019)

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Optimist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Glück geht auf dem zweiten Album der Ruhrpottler von OPTIMIST die Rechnung „Death Metal + Hardcore = Deathcore“ wieder mal nicht auf. Denn auch „Vermächtnis“ verbindet schlicht und einfach das unverfälschte Böse des Old School Death Metals mit der Energie des Hardcores, was so viel bedeutet, dass OPTIMIST mächtig Steine klopfen, bis diese zu tausend Splitter zerbersten.

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