OPTIMIST - "Vermächtnis" (BDHW Rec. 2019)

Optimist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Glück geht auf dem zweiten Album der Ruhrpottler von OPTIMIST die Rechnung „Death Metal + Hardcore = Deathcore“ wieder mal nicht auf. Denn auch „Vermächtnis“ verbindet schlicht und einfach das unverfälschte Böse des Old School Death Metals mit der Energie des Hardcores, was so viel bedeutet, dass OPTIMIST mächtig Steine klopfen, bis diese zu tausend Splitter zerbersten.

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REVENGE - “Deceiver.Diseased.Miasmic” (Season Of Mist 2018)

REVENGE


Passend zu den christlichen Feiertagen zum Jahresende verpassen uns die Kanadische Black-Metal-Kampfeinheit REVENGE die notwendige Portion Nihilismus in Form zweier neuer Tracks. Die Welt soll endlich zur Hölle gehen, verdammt noch mal!

REVENGE verpassen uns genau den Arschtritt, den wir verdienen und knallen uns den scheinenden Killernietengürtel in die Fresse. Räudig, dreckig, asozial, ekelhaft, aberwitzig – das sind Adjektive, die einem in den Sinn kommen, während man sich durch die knapp neun Minuten ungefilterten Hass und Wut quält. Von Sound und Struktur zu sprechen, wäre eine einzige Lüge. REVENGE fauchen, schreien, grunzen, sägen und prügeln unkontrolliert und hemmungslos um sich und hinterlassen eine Spur der Verwüstung im Kopf. Man fühlt sich vergewaltigt und im Dreck liegen gelassen.

Unsere Welt ist ein dunkler, ansteckender Ort voller Krankheiten, Lug und Betrug, das machen REVENGE auf ihre unnachahmlich rüde und auch hämische Art und Weise klar. Dann mal eine schäbig, ranzige Weihnacht!

- Diseased Intrusion

- Deceiver Futile

https://revengeofficial.bandcamp.com/

Kristian Habermann
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METAL CHURCH - "Damned If You Do" (Nuclear Blast 2018)

Metal Church

Mit dem Comeback von Mike Howe ans Mikro bei den Metal-Veteranen METAL CHURCH hat Kurdt Vanderhoof alles auf eine Karte gesetzt. Top oder Flop? „XI“ ist ein Schlag ins Gesicht aller Kritiker geworden. Und mit Hits wie „Reset“, „Suffer Fools“ oder „Killing Your Time“ konnten die Schwermetaller aus Seattle fast nahtlos an die Phalanx der drei sehr guten bis überragenden Alben aus den 90ern mit Sänger Howe anschließen. Okay, es gab auch ein oder zwei Füller auf dem letzten Album. Aber fragt mal Metallica, bei denen ist es umgekehrt. Und wie steht es um „Damned If You Do“?

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MAYAK - „Trenches“ (Twisted Chords 2018)

Mayak


Vor sechs Jahren haben MAYAK aus Bielefeld mit einer vier-Song-starken EP ihren Reigen durch das Universum eröffnet. Damals haben sie noch Hardcore mit ein wenig Death Metal gewürzt. Inzwischen ist der lärmende Fünfer mit ihrem zweiten Album „Trenches“ vom Weg der rohen Gewalt abgekommen hin zu differenzierteren Gefilden ohne dabei an Intensität einzubüßen.

MAYAK haben ihre neuen Songs mit etwas mehr Atmosphäre und Struktur angereichert, sodass diese mehrdimensionaler erscheinen. Ihre Crust-/Hardcore-Wurzeln sind weiterhin unverkennbar, doch Doom- und Black-Metal-Elemente verstärken die düstere Stimmung der acht neuen Songs. Wutausbrüche blenden dabei in manische Passagen über, die immer wieder von gradlinigen Crustcore zu explosiven Extremen pendeln. Die oft ruppigen Übergänge in den Stücken sind nicht schön, erzielen aber ihre Wirkung unmittelbarer als unnötige Schönfärberei. MAYAK wollen mit „Trenches“ ja auch keinen Schönheitspreis gewinnen, sondern Emotionen, dunkle, unschöne Emotionen transportieren. Das gelingt ihnen vorzüglich. Der massive und doch rohe Sound trägt seinen Teil dazu bei, dass die acht Stücke einen geschlossen-bedrückenden Eindruck hinterlassen ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Die Songauswahl variiert vom zweiminütigen Blackened-Hardcore-Faustschlag „Our Suffering“ bis zum Post-Black-Metallischen Titelstück mit seinen sieben Minuten. Dies ist auch zugleich das Highlight des halbstündigen Infernos. Crusties, Hardcoreler und Metalheads dürften sich mit „Trenches“ gleichermaßen angesprochen fühlen, sofern sie sich trauen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Mit ihrer antifaschistischen und anti-sexistischen Einstellung halten MAYAK nicht hintern Berg. Diese dringt immer wieder in ihren Texten durch, auch wenn sie nicht wie Butter dick aufs Brot geschmiert wird. Das zurückhaltende Artwork in Form einer Tarot-Karte – hoffentlich im Siebdruck schwarz auf Paketbraun – rundet ein gelungenes Hörerlebnis adäquat ab.

Mit„Trenches“ legen MAYAK ein durchaus eigenständiges Album vor, das mit vielen positiven Trademarks aufwarten kann: Energie, Ausdruckskraft, Atmosphäre und Abwechslung. Und da sagt noch einer, Bielefeld gibt es nicht!

  1. Injecting life
  2. Our suffering
  3. Where I fall is where we'll meet
  4. Trenches
  5. Ancients arise
  6. Deformed astral body
  7. Bury me in the smoke of doom
  8. Walk with the swarm
https://iheartmayak.bandcamp.com/

Kristian Habermann
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SIR COLLAPSE - WALK TO THE MOON

Seit der Bandgründung im Jahr 2013 sind bereits ein Demo und eine EP erschienen. Mit WALK TO THE MOON legen Sir COLLAPSE nun ihren ersten Longplayer vor. Stilistisch bewegt sich das Quartett aus Nordrhein Westfalen nach eigener Aussage im Bereich von Stoner Rock, Noise, Punk und Alternative. Kommt grob hin würde ich sagen, obwohl ich Stoner Rock nicht unbedingt genannt hätte. Die Songs auf WALK TO THE MOON klingen teilweise wie eine Mischung aus Alice in Chains und Helmet oder auch Shiad (falls die noch jemand kennt). Die Mischung weiß durchaus zu gefallen. Die Songs sind abwechslungsreich und stellenweise etwas verspielt arrangiert, so dass WALK TO THE MOON erst nach mehrmaligen Durchläufen seine volle Wirkung entfaltet. Gefällt mir.

So abwechslungsreich wie die Songs ist auch das Artwork der CD gestaltet. Dies wurde im Rahmen der Abschlussarbeit von Justin, einem Freund der Band entworfen und passt perfekt zu der Musik.

Alles in allem ist SIR COLLAPSE ein stimmiges Gesamtwerk gelungen, dass zu gefallen weiß.

Einen ersten Höreindruck gibt es hier

https://www.youtube.com/watch?v=Hs2bEsNsHxY

und weitere Infos und natürlich auch die Platte sind hier zu finden

www.sircollapse.com oder www.facebook.com/sircollapse
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