Tonträger Reviews

SIR COLLAPSE - WALK TO THE MOON

Seit der Bandgründung im Jahr 2013 sind bereits ein Demo und eine EP erschienen. Mit WALK TO THE MOON legen Sir COLLAPSE nun ihren ersten Longplayer vor. Stilistisch bewegt sich das Quartett aus Nordrhein Westfalen nach eigener Aussage im Bereich von Stoner Rock, Noise, Punk und Alternative. Kommt grob hin würde ich sagen, obwohl ich Stoner Rock nicht unbedingt genannt hätte. Die Songs auf WALK TO THE MOON klingen teilweise wie eine Mischung aus Alice in Chains und Helmet oder auch Shiad (falls die noch jemand kennt). Die Mischung weiß durchaus zu gefallen. Die Songs sind abwechslungsreich und stellenweise etwas verspielt arrangiert, so dass WALK TO THE MOON erst nach mehrmaligen Durchläufen seine volle Wirkung entfaltet. Gefällt mir.

So abwechslungsreich wie die Songs ist auch das Artwork der CD gestaltet. Dies wurde im Rahmen der Abschlussarbeit von Justin, einem Freund der Band entworfen und passt perfekt zu der Musik.

Alles in allem ist SIR COLLAPSE ein stimmiges Gesamtwerk gelungen, dass zu gefallen weiß.

Einen ersten Höreindruck gibt es hier

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und weitere Infos und natürlich auch die Platte sind hier zu finden

www.sircollapse.com oder www.facebook.com/sircollapse
Eingereicht von M.Strecker

CATTLEBAT - s/t (EP, Eigenproduktion 2017)

3.885

Cover


Meine gute Freundin Shiva aus Flensburg empfahl mir, ich solle mir mal eine neue Flensburger Band anhören. Die seien fett. Wenn Sie sowas sagt, dann hat das Hand und Fuß. Die Dame hat mindestens genau soviel an Stoner Rock in sich aufgesaugt wie ich und dabei wahrscheinlich genauso viel an Wischi Waschi Mist gehört, was ja in diesem Genre keine Seltenheit mehr ist.

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Eingereicht von Dirk Sackers

DIVIDE - "Fornicate within fire" (Demo 2017)

4.175

DIVIDE

DIVIDE sind wahre Arbeitstiere. Unentwegt darauf bedacht, guten Death Metal auf die Meute loszulassen, zocken deren Mitglieder noch in einer Horror Punk Band und organisieren ein Festival, welches regelmäßig stattfindet, und mit kleinen Preisen und viel Herz dem Metaller mit dem kleinen Geldbeutel das Wochenende versüßt. 

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Eingereicht von Dirk Sackers

TYSON - "Unbreakable" (Remedy Records/Soulfood Music 2018)

TYSON

Höre ich den Namen TYSON, denke ich unweigerlich an dieses kleine Hau Drauf-Männchen, dass dem Gegenspieler die Ohren abkaut. Doch bei der Metalformation aus Kiel sind Diese von Nöten. Zelebrieren TYSON doch lupenreinen Thrash Metal. 
Die Stimme des Sängers ist eine Mischung aus Tommy Victor und Gary Meskil. Auch das Soundgewand ist ähnlich schwer - gepaart mit ner amtlichen Portion Geschwindigkeit. Der erste Song, 'From the ashes', ballert dementsprechend zackig los. So zackig die Strophen, desto melodiöser der Refrain. Das erinnert mich stark an die Dänen Mercenary. Doch keine Sorge. Die Kieler bedienen die Nackenmuskelfraktion. Die Produktion ist derbe geil. 'Death by silence' oder mein Lieblingsnackenbrecher 'Moshpit Alliance' gehen nicht nur gut und straight nach vorne, sondern haben durchweg Ohrwurmcharakter. Das mag wohl auch am Songwriting liegen. Klingt auch in Zeiten immer beliebter werdender Retrosounds nicht nach Einheitsbrei. Generell würde ich meinen, dass viele beim erstmaligen Hören staunen werden, da hier eine extrem vielseitige Thrash Kapelle auffährt. 'Bleeding Machine' ist geil. Der Refrain übermächtig. Boah....da freu ich mich aber aufs Mitgröhlen. 
Tyson ist mitreißend, ansteckend, ja einfach geil. Tonmann Jens Krabbenhöft hat den Norddeutschen einen sauberen Sound verpasst. Auch die Klampfenfraktion überzeugt und die Solis sind einfach schön. Sänger Kochi beweist, dass er richtig Stimme hat. Tyson überzeugen auf ganzer Linie. Die Songs sind eingängig und klingen frisch. Das Rad neu zu erfinden ist nicht in Tysons Sinne. Vielmehr spielen Sie keine Lückenfüller, sondern legen großen Wert darauf, jeden der 10 Songs interessant klingen zu lassen. Liegt vor allem an diesen geilen Refrains, die 'Unbreakable' melodisch aufwerten. Tyson sind auch ne richtig gute Liveband, wie ich es selber bereits erleben durfte. Mit diesem Album dürften die Kieler dieses Jahr durchstarten und massiv in Ärsche treten!
Schönes Teil, in das man sich einfach verliebt. 
Hammer Platte, Leute!
Eingereicht von Dirk Sackers

MOMS DEMAND ACTION – „True Metal ist das Geilste“ (Vinyl, Labeling Theory Records/DIY)

MOMS DEMAND ACTION

Da ist sie also, die erste Platte der POWER-Nachfolger MOMS DEMAND ACTION. Und tatsächlich wird beim ersten Hören klar, dass es sich trotz der dreifachen Personalparallele (JoyBoy, Macko, Kelling) um eine völlig andere Band handelt, der „neue Name“ somit gerechtfertigt ist. Denn am Schlagzeug sitzt Yannick (NASTY JEANS) und der zockt punkrockiger als Drumtier Kelling, welcher bei den Müttern wiederum Bass spielt (wenn auch nicht auf dieser Platte).

Anyway, bei MOMS DEMAND ACTION tobt sich JoyBoy als Hauptsongschreiber völlig ungeniert aus und hat einen Stil kreiert, den er selbst als „so Punk mit ‘n bisschen Orgel“ bezeichnet. Die Produktion der Platte gefällt mir sehr gut, das klingt alles schön aufgeräumt. Die Stücke sind derart irre unterschiedlich, dass ich die Scheibe eigentlich Song für Song besprechen müsste. Doch dat schockt weder zu schreiben noch zu lesen. Also picke ich einige Highlights heraus: „True Metal ist das Geilste“ handelt von einer metapherhaften Meute, die keinen Bock mehr darauf hat, für ihren König zu kämpfen. Das ist so nachvollziehbar, wie dieses Stück förmlich dazu drängt, die Tanzschuhe glühen zu lassen. Und mitzusingen, denn der Refrain „But they never ever cared again / about the king that had left them in the rain / they looked down and dropped the sword / staying home and staying bored” bohrt sich sich anschmiegsam in die Lauscher und wird von herrlichen “U-hu-hu”-Backgroundchören kontrastiert. Überhaupt gelingt es sehr gut, poppige Eingängigkeit mit Punkwut und Wave-Georgel zu kombinieren. Unbedingt eingehen möchte ich auf „To Myself“, zu dem Macko laut Linernotes seinen bisher persönlichsten Text geschrieben hat. Harter Tobak über Trennung, Selbstfindung und die damit verbundene Verarbeitung komplexer Gefühle. Das wird dementsprechend nicht einfach so dahingeträllert und wer auch nur ansatzweise ähnliche Erfahrungen gemacht hat, wird beim Anhören und Lesen schlucken. „Blowgun“ könnte der perfekte Reinhörtipp sein, ein treibendes leichtfüßiges Riff trifft auf wütend-melodiöses Geschrei.

Das Cover (Pete Stoeckicht) und die Aufmachung sind sehr stimmig, es liegt ein 16-seitiges Heft bei, welches jedem Song eine Seite mit Bildern/Fotos, Texten und Liner-Notes widmet. Sowas mag ich. 

Miau!  
Eingereicht von Philipp

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