AEBA, DRAUTRAN, NEURON, FROSCHGOTT, Kiel, Showbox/Pumpe - 25.6.2003

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Auf diesen Abend hatten nicht wenige gewartet! Schließlich sind Metalkonzis während der Kieler Woche eine rare Ausnahmeerscheinung und außerdem haben sich sowohl DRAUTRAN als auch AEBA ewig nicht mehr auf `ner Kieler Bühne blicken lassen. Aber heute waren sie zusammen mit NEURON und FROSCHGOTT angetreten, um dem anwesenden Bangervolk die Schädel wegzupusten. Der offizielle Lohn (wie für jede andere Showbox-Band auch): Ein halber (!) Kasten Bier... FROSCHGOTT haben sich dem progressiven Power Metal verschrieben und weisen in ihren Reihen Ex-Zockdachse von Bands wie SCHIZOPHRENIA, WERWOLF oder FROZEN SOULS auf. Mit Sicherheit war dies allerdings einer ihrer allerersten Auftritte, daher wäre es unfair, die Daumenschrauben der DREMU-KRITIK allzu hart anzuziehen. Die Jungs wirkten nämlich (noch?) sehr statisch auf der Bühne und konnten den entscheidenden Funken nicht so recht überspringen lassen. Ihre Songs enthielten dazu noch verdammt viele Breaks, die mir auf den ersten Hör nicht immer zwingend erschienen. Einzelne Parts kamen aber immer mal wieder amtlich rüber, diverse Melodien erinnerten an neuere MAIDEN-Songs und so erhielten die FROSCHGÖTTER artigen Applaus. Meine bescheidene Meinung: Namen ändern (passt nicht zur Musik), in den Songs den ROTSTIFT ansetzen und WEITERMACHEN.

NEURON ließen dann nix anbrennen und setzten im Vergleich zu ihren bisherigen Auftritten noch ein paar ordentliche Schoppen POWER, BRACHIALITÄT und SPIELFREUDE obendrauf. Auch bewegungstechnisch ging diesmal schon deutlich mehr ab. Die Band nahm wie üblich kein Blatt vor den Mund: "Heute ist jeder Song gegen die drohende Schließung der Meierei!" oder "Der nächste Song handelt von besonders netten Leuten: G8". Der Sound war leider den ganzen Abend über nicht optimal, so waren bei allen Bands die Gesänge etwas zu leise. Doch das konnte die stetig steigende Stimmung in der mittlerweile knackvollen Pumpe auch nicht drücken und somit gab es danach eigentlich nur positive Kommentare über NEURON.

Mensch, ich konnte mir nicht mal einen Humpen holen, da hatten die sieben DRAUTRAN-Bastarde schon alles vertäut und ließen dat Kieler DEATH METAL-FLAGGSCHIFF donnernd zu Wasser. Death Metal trifft es genaugenommen nicht ganz, denn Songs wie "Die Walstatt Svolder" oder "Unter dem Banner der Nordwinde" enthalten auch mehr als nur eine Prise Black und Viking Metal. Nennt es wie ihr wollt, DRAUTRAN verschmelzen diese Einflüsse immer wieder zu einer höchst eigenständigen Melange und konnten auch heute mit rohen Knüppelattacken, atmosphärischen ruhigen Parts, fiesem Gebrüll und eindringlichem Geflüster punkten. Dazu sieht es einfach nur geil aus, wenn die meist bärtigen Unholde ihre arschlangen Matten schütteln! Jubel erscholl auch für die Verkündigung der glücklichen Geburt des Nachwuchses von Gitarrenbarde Arn. CHEERS!

Auch die nächste Umbaupause verging bei all den bekannten und geliebten Fratzen wie im Fluge. ENDLICH kam ich mal dazu, AEBA live zu sehen. Alle Bandmitglieder hatten sich geschminkt und holzten ein hasserfülltes Black Metal-Brett in die Bude, dass es nur so krachte. Totaler Blickfang Sänger und Gitarrist Kai, gebaut wie ein Beton-Scheißhaus, die Fresse zu unmenschlichen Grimassen verzerrt und dat Fell auf der Rübe war permanent am Kreisen (den halben Skalp musste er allerdings lassen, verfingen sich die Zottel doch ständig im Gitarrenhals und mussten gnadenlos weggerissen werden). Keine Gefangenen machte auch Drummer Roman: Der blastete und blastete, dass es eine Freude war, keine Atempause (bis auf kurze Akustik-Parts), sonst immer Vollgas mit 5000 Wirbeln zwischendurch. Umso cooler die Geschichte, dass Roman sich vor Jahren alles selbst auf Mutterns Kochtöpfen beigebracht haben soll! Manko nur wieder der unausgewogene Sound, vor allem den zweiten Klampfer konnte man gesangsmäßig nur erahnen, dafür hat Kais Gitarre alles weggebraten, so dass mir jetzt noch die Ohren klingeln. Dat Publikum hielt insgesamt wacker durch, immerhin ging es satt auf 3.00 Uhr zu! Und zur allgemeinen Freude gab es dann noch eine Jam mit DRAUTRAN, während der "Troops Of Doom" (SEPULTURA) und "Orgasmatron" (na, wer wohl) brachial zum Besten gegeben wurden. Dazu enterten DRAUTRANS Martin & Orloc die Bühne und der AEBA-Keyboader Ben schmetterte viehisch ins Mike.
Mann, Mann - mit dröhnendem Schädel schwang ich mich dann für 3 Stündchen Schlaf bettwärts. - Beitrag von: Philipp

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