DreMu-Jahrespoll 2020: Die Wiederveröffentlichung des Jahres

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Zugegeben diese Kategorie ist wohl nur was für die Nerds unter euch. Also überhaupt nichts für mich. Mir persönlich ist es immer völlig egal, ob es die Erstauflage oder die 112te Auflage eines oder eben auch eine Wiederveröffentlichung eines Tonträgers ist. Ändert meiner Meinung nach überhaupt nichts an der Qualität der Musik, die auf dem Tonträger ist. Ich freue mich bei Wiederveröffentlichungen natürlich trotzdem darüber, dass ich Platte xy endlich kaufen kann und mir die nicht im Internet anhören muss oder jemanden aus dem Bekanntenkreis besuchen und nerven muss, damit die Platte endlich aufgelegt wird.

Dies scheint mehreren so zu gehen, denn "Wiederveröffentlichung 2020" ist die Kategorie gewesen, in der die wenigsten Antworten gegeben wurden. Einige Antworten gingen auch in die Richtung „Noch so eine Frage und hier ist Schluß mit Antworten“. Häufig zu der Nennung hinzugefügt wurde noch die Entschuldigung – "sorry, mir ist sonst nichts besseres" eingefallen. Aber mit dieser Ergänzung haben es unter anderem "Into Dreadnought Fever" und "The bates - unfucked live" in die Top Ten geschafft. Glückwunsch Bands, immerhin wird an euch und nicht an Besseres gedacht -:)

Nun zu den Gewinnern. Auf den dritten Platz haben es Motörhead mit dem "Ace Of Spades 40th Anniversary Boxset" geschafft.

Den zweiten Platz belegen Rammstein mit der Wiederveröffentlichung von "Herzeleid".

Gewinner der Wiederveröffentlichung 2020 ist eine mir völlig unbekannte Band mit dem Namen „Keine Ahnung“. Keine Ahnung wurde mit deutlichem Abstand am häufigsten genannt und ist damit wohl der verdiente Gewinner. Herzlichen Glückwunsch.

Kommentare   

+1 #10 Philipp 2021-02-22 13:58
Auf jeden Fall ist es spannend, wie unterschiedlich das empfunden wird. Der Mikroständervergleich wäre natürlich auch nur dann interessant, wenn die Dinger große qualitative Unterschiede aufwiesen, total anders aussähen usw.
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0 #9 DoctorJoyBoyLove 2021-02-22 13:25
Ich bin ja auch nicht GEGEN Rereleases. Wenn ich's mir aussuchen kann, nehm ich auch eher die Platte, die weniger abgenutzt aussieht. Ich hab eigentlich nie eine bestimmte Pressung oder Ausgabe an sich von einem Album als etwas so Besonderes empfunden, dass ich mich damit gesondert auseinandersetzen würde. Da am Ende des Jahres ne Rangliste aufzustellen ist für mich, wie den schönsten Mikroständer auf nem Punkkonzert zu wählen. Aber ich kann da auch nur für mich sprechen. Andere finden das offensichtlich spannend.
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0 #8 Philipp 2021-02-22 13:06
Noch wat von Jan/Gö dazu:
"Ich hatte ja voll Glück in einer Phase hooked zu werden, in der Menschen die erste The Clash für ein, zwei Mark aufm Flohmarkt vertickt haben, weil alle auf CDs umgestiegen sind. Das gibt es ja heute nicht mehr. Darum sind Re-Releases und Re-Presses total wichtig, finde ich. Aber auch für mich ist es super. Wie hätte ich denn sonst an frühe Aufnahmen von Pentagram kommen sollen? Oder Mazouni entdecken? Das ist ein algerisch-französicher Sänger, der ein sehr bewegtes Leben hatte zur Zeit des antikolonialen Befreiungskampfes und von neulich eine Art Best-of auf Bad Afro erschienen ist als Doppel-LP mit fetten Liner-notes. Habe ich vor dem Lockdown im Zoro-Plattenladen in Leipzig zwischen tausend Platten Punk gefunden und sein Song "Écoute-moi camarade" ist seither einer meiner Lieblingssongs. Ich könnte den den halben Tag lang durchhören. Irgendwas an dem Einsatz des Beats, der Trompete und der Melancholie fasziniert mich total und ohne diese Doppel-LP hätte ich ihn wohl nie kennengelernt..." https://www.youtube.com/watch?v=mnsa9dazW04
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0 #7 Philipp 2021-02-22 12:46
Aber noch mal zum Thema, weil ich die Diskussion interessant finde: Klar ist natürlich, dass der- oder diejenige, der/die sich selten bis nie Platten kauft, sich auch wenig Gedanken über Wiederveröffentlichungen macht (wobei ja gerade das finanzielle Argument in der Regel FÜR den Rerelease spricht). Aber was ich als befremdlich empfinde: Wir spreche doch hier darüber, womit sich ein auf Musik fokussiertes Fanzine beschäftigt. Da kann das Thema "Wiederveröffentlichung" doch kein abseitiges Randthema sein! Gucken wir mal in aktuelle Magazine: Im neuen OX #154 umfassen die Plattenkritiken zu Re-Releases die Seiten 108 bis 119, im aktuellen MINT #42 die Seiten 110 bis 120! Im letzteren Falle sind den Neuveröffentlichungen gerade fünf Seiten mehr gewidmet. Insofern ergibt es doch auch Sinn, das auf DreMu zu thematisieren, sei es im Poll oder in den Reviews.
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+1 #6 Philipp 2021-02-22 12:37
Ich glaube, ich habe in Corona-Zeiten mehr Rereleases als Bierdosen abgeerntet.
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-1 #5 MetalSon 2021-02-22 11:19
zitiere Philipp:
Zum Glück kommt ja noch die Rubrik "das Bier des Jahres".


Da bin ich doch (weitestgehend) raus. :lol:
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+1 #4 Philipp 2021-02-22 11:16
Zum Glück kommt ja noch die Rubrik "das Bier des Jahres".
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0 #3 DoctorJoyBoyLove 2021-02-22 08:20
Ich kann mit der Kategorie auch nichts anfangen. In der Regel hab ich das in drei Wochen wieder vergessen, wenn ich irgendwo lese, dass ne Platte wiederveröffentlicht wird und kaufen tu ich eh meist irgendeine, die grade billig ist. Aber schreibt doch was ihr wollt.
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0 #2 Philipp 2021-02-21 17:45
Diesen Facebook-Kommentar von Gö/Jan finde ich dazu recht treffend:
"Also ich verstehe die Kritik auch nicht. Mindestens zwei Drittel der Platten, die ich nicht gebraucht kaufe, sind Wiederveröffentlichungen oder Zusammenstellungen von altem, oft rarem Material, was ja auch eine Art Wiederveröffentlichung ist. Klar, vieles davon passt nicht wirklich ins Dremuversum, aber auch im Rockbereich geht es doch in den letzten Jahren tierisch ab mit richtig geilen und oft auch wichtigen Neuauflagen oder teilweise sogar Vinylerstveröffentliungen von ehedem nur auch CD oder Tape Erhältlichem. Allein was Twisted Chords im Punkbereich alles raushaut oder Mad Butcher in Sachen Ska und Oi! ist schon krass. Da werden wichtige Teile der subkulturellen Musikgeschichte wieder zugänglich gemacht. Im Metal ist es ähnlich. Egal of NWOBHM oder früher Death Metal. Da werden regelmäßig lange vergriffene Klassiker wieder aufgelegt. Viele der wirklich guten Platten waren doch viele Jahre nur mit Glück und/oder für viel Geld zu bekommen. Wenn jetzt die frühen Platten von Sepultura oder Benediction wieder zu handelsüblichen Preisen zu haben sind, dann finde ich das total geil! Aber ich bin ja auch alt..."
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+4 #1 Philipp 2021-02-20 14:26
Ich halte das Thema für gar nicht so nerdig und eher recht relevant: Gerade wenn es einem eher egal ist, ob man eine Originalpressung oder einen Rerelease kauft, kann die Frage nach der Qualität einer Wiederveröffentlichung eine Rolle spielen. Manche Wiederveröffentlichungen sind ja total lieblos, was Verpackung, generelle Pressqualität, Sound, Ausstattung, ggf. Bonus-Material etc. angeht. Und da seit einigen Jahren eine regelrechte Flut von Rereleases herrscht, beschäftigt man sich damit als Musikfreund*in doch schon mindestens ein bisschen. Schockt ja nicht, wenn man Knete für eine kacke klingende Platte in einer labberigen Hülle raushaut. Dann eben doch lieber mehr in ein teureres Original investieren.
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