BULLET, AGAINST EVIL / 22.08.2019 – Hamburg, Bambi Galore

2 Dislike0

Wenn BULLET in die Stadt kommen, ist der Konzertbesuch Pflicht! Wobei das Wort „Pflicht“ zu negativ klingt – BULLET machen einfach zu viel Spaß, um sich auch nur eine Tour der Band entgehen zu lassen. Und da das sechste Langeisen „Dust To Gold“ zu den besten Alben der Band zählt (schwach ist bekanntlich keins, was wirklich beachtlich ist), somit diverse neue Kracher dazugekommen sind, findet sich eine recht große Kieler Reisegruppe zusammen. Das Bambi ist bei unserer Ankunft fast ausverkauft und die letzten 20 Karten schmelzen schnell dahin. Apropos: Ganz so infernalisch heiß wie bei ENFORCER vor ein paar Wochen wird es heute nicht, aber viel fehlt da nicht.

 

Mit dabei sind heute AGAINST EVIL aus Indien, deren Tourhintergründe an sich schon interessant sind, haben sich doch Mitglieder der Facebook-Gruppe HEAVY METAL FANS dafür engagiert, dass die Band in mehreren Ländern touren kann. Durch Versteigerungen aus den eigenen Sammlungen und Spenden hat das tatsächlich geklappt! Richtig coole Aktion und mal ein Beweis dafür, dass soziale Netzwerke auch für produktive Dinge genutzt werden können, und nicht fürs Abhaten in der eigenen Filterblase. AGAINST EVIL merkt man es an, dass für sie gerade ein Traum wahr wird. Allerdings sind am Anfang sämtliche Saiteninstrumente kaum zu hören und der Gesang klingt noch etwas unsicher. Beides bekommen Band und Mischer aber nach ein paar Songs in den Griff. AGAINST EVIL spielen recht straighten Old School Heavy Metal, mal mit Hand zu Speed-Ausflügen, mal etwas epischer. Am stärksten klingt der Gesang, wenn Bassist Siri Sri und Gitarrist Sravan zusammen singen, die beiden Stimmen ergänzen sich sehr gut. Die Leute gehen richtig gut mit, viele haben die Band bereits gestern auf ihrem Akustik-Gig in der Plattenkiste gesehen, tragen ihre Shirts und schmettern mit. Toller Einstieg!

 

BULLET beweisen heute, dass ihre Shows auch ohne den Einsatz der üblichen Gimmicks funktionieren (Ausnahme: das schicke Lampen-Logo). Natürlich war das ein großer Spaß mit dem Schleifstein auf der Bühne oder dem hammerschwingenden Kapuzenknecht, aber was sind die wirklich wichtigen Elemente eines BULLET-Auftritts? Richtig, dat sind NATÜRLICH die schmissigen Songs und wie geil die Band diese performt. Los geht’s mit „Speed And Attack“ und sofort sind Band und Publikum voll da. Auf der Bühne grinsende Gesichter (allen voran Hampus Klang mit seinem schelmischen Grinsen), Lederjacken (trotz der Hitze natürlich im besten RAMONES-Style über die gesamte Konzertlänge getragen) und fliegende Köpfe (Frisenking ist definitiv Gustav Hector), davor mitgrölende Mäuler und gereckte Fäuste. Mit „Ain’t Enough“ und „Rogue Soldier“ bleiben die Schweden zunächst in der „Dust To Gold“-Chronologie, bevor durch „Riding High“ ein Schritt zurück getanzt wird, zur herrlichen „Storm Of Blades“-LP. Eigentlich prasselt ein einziges Hitfeuerwerk auf uns herab, weswegen es schwierig ist, die Höhepunkte des Auftritts zu benennen. Für mich gehören „Turn It Up Loud“, „Rolling Home“, „Dusk Til Dawn“, „Heading For The Top”, “Stay Wild”, “Highway Love” und das finale “Bite The Bullet” dazu. Hell Hofer ist bestens bei Stimme und kreischt in Dirkschneider-Manier die Hütte zusammen, und wenn Hampus Klang und Alex Lyrbo zu Twin-Soli ansetzen, treten sie wie immer gitarrenschwenkend an den Bühnenrand. Nach 18 Songs ist Schluss – BULLET haben ein weiteres Mal den Rock’n’Roll/Heavy Metal zelebriert. Hell Hofer weiß, was sich in Hamburg gehört und verabschiedet sich mit einem norddeutsch geflöteten „Tschü-hüs!“

 

Nordlichter: Den nächsten BULLET-Fix gibbet am 2. Oktober im Husumer Speicher abzuholen!

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv