NIGHT VIPER / 15.03.2018 – Hamburg, Goldener Salon

Ein guter Froind und Dremu-Redaktionsmitglied stellte unlängst die These auf, dass jede Band mit dem Substantiv „NIGHT“ im Namen per se geil sei. Dafür spricht viel! Zum Beispiel NIGHT DEMON, NIGHT FEVER, NIGHT SLUGS, NIGHT oder natürlich NIGHT VIPER. (Leider machen NIGHT RANGER und BLACKMORE’S NIGHT diese schöne Theorie dann doch zunichte. Und hat mal jemand das unfassbare Album „Visions In The Night“ von LETHAL NIGHT gehört, welches aufgrund seines völlig neben der Spur liegenden Sängers gerade einen regelrechten Internet-Buzz verursacht hat? Das klingt, als laufen zwei Songs gleichzeitig bzw. als würde besagter Sänger einen ganz anderen Song einsingen… Ich bin mir noch nicht sicher, in welcher Relation die zu JoyBoys These stehen.) Aber anyway, hat hier jemand NIGHT VIPER gesagt? Die spielen heute im Goldenen Salon – hin!

 
Der Goldene Salon füllt sich so langsam, während NIGHT VIPER ihren Merchstand aufbauen, sich warmzocken und gut gelaunt wirken. Die Schwed*innen gönnen sich ein paar Shows in Punkschuppen (morgen: Stumpf, Hannover), bevor sie in Eindhoven auf dem Faster & Louder Festival gastieren werden. Die Punk-Affinität zeigt sich auch in vergangen Auftritten im Flensburger Hafermarkt oder im DETESTATION-Shirt (super!), welches der Bassist Ruben Persson heute trägt.
 

Ohne weitere Supportbands gibt es direkt von NIGHT VIPER auf die Zwölf. Wie viel Spielfreude strahlen die denn bitte aus! Besonders Schlagzeugerin Jonna Karlsson strahlt dermaßen, dass man automatisch von ihrer guten Stimmung angesteckt wird. Ihr Spiel hat dabei was Lässiges, Bill-Ward-Stil-Artiges. Dazu riffen Tom Sutton und Johan Frick mit ihrer schon legendär gewordenen Präzision, die viel von ganz frühen METALLICA einfließen lässt. Songs wie „Summon The Dead“, „Exterminator“, „Dagger In Hand“ oder „Wolverine“ sind aber natürlich um Klassen besser als alles, was die ehemaligen Thrasher seit über dreißig Jahren versucht haben. Purer, leicht thrashiger Heavy Metal mit dem tollen Gesang von Sofie-Lee Johanssson, die mir heute einen Ohrwurm nach dem anderen ins Hirn bohrt. „Never Win“ kündigt sie als den Song an, zu dem die Band ein kleines Rockstar-Video gedreht habe. Das Ding kommt tatsächlich etwas fluffiger, wobei „kommerziell“ allerdings auch wieder ein abwegiges Attribut wäre. Aber NIGHT VIPER haben es vielmehr drauf, ab und zu tanzbare Beats einzubauen, was im Heavy Metal früher ein selbstverständliches Element war, heutzutage leider viel zu oft vergessen wird. Soll ich euch sagen, wie viele der Anwesenden spätestens nach drei Songs bangen? Richtig: alle! NIGHT VIPER werden folgerichtig auch nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen, wobei ich an diesem Abend das Gefühl habe, dass die Band eigentlich wirklich Schluss machen wollte, sich aber von den Leuten zurückbrüllen lässt.


Purer Heavy Metal Joy!
Eingereicht von Philipp

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