SLIME, BORDERPAKI / 08.10.2017 – Husum, Speicher (Zusatzkonzert)

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Eigentlich hätte ich Slime gerne 3 mal in Folge gesehen (Lübeck, Husum und Husum), aber das war durch die Nordirland Rutsche leider nicht möglich. So bleibt nur das Zusatzkonzert und nach diesem kann ich sagen, 1 mal hat auch gereicht.

Slime




 
Borderpaki aus Neumünster sind heute der Support, nachdem die Vladis am vorigen Tag ihre Birne hingehalten haben. Ich erwähne hier Borderpaki, da sie eben gespielt haben. Viel sagen kann ich dazu nicht, da ich mich außerhalb des Speichers leider festgequatscht hatte. Sorry.

 
Slime betreten nach kurzer Umbaupause die Bühne. Noch sieht es gut aus, den letzten Zug zurück zu erreichen. „Sie wollen wieder“ ist der Opener und „Unsere Lieder“ folgt. Beides neu, die Herren und die Dame gehen nicht auf Nummer Sicher, indem sie mit alten Krachern dem grauhaarigen Mob erstmal kräftig einheizen. 

Vereinzelte Kritik, gerade letzteres Lied klinge sehr nach Hosen, wurde vor dem Speicher schon geäußert, aber Dicken stellt schnell klar: Slime spielen keinen Punk mehr, sondern Protestlieder. 

Mit „Schweineherbst“ steigt die Stimmung merklich, anschließend ist bei „Alle gegen Alle“ Pogoalarm. „Ich kann die Elbe nicht mehr sehen“, wird hernach festgestellt, „Die Stummen“ folgt. Bisher für meinen Geschmack sehr viel Lieder von der neuen Scheibe, aber gut, auch eine Punk oder Protestlieder Band muss die neuen Sachen promoten und wir sind nicht mehr 2010 (oder 2011?) in der Markthalle. 

„Banalität des Bösen“ gibt’s darauf und mit „Alptraum“ einen der für mich besten Slime Songs überhaupt. Mit „Störtebecker“ wird das Niveau gehalten und „We don´t need the Army“ hat ähnlichen Mitgröhlfaktor - ist nun nicht unbedingt meine Meinung, aber ich bin ja auch kein Punk sondern Protesttrinker. 

„Schöne neue Welt“ ist mal was von der neuen Scheibe, „Andi T.“ ebenso. Ich bin mit der leider noch nicht so ganz warm, dauert vielleicht noch etwas. „Wir geben nicht nach“ war auch kein sofortiger Kracher für mich, jetzt Jahre später geht es live aber gut ab. 

Zwischendurch grüßt Dicken Bekannte im Publikum, scherzt mit Elf – der Stimmungslevel auf der Bühne und davor ist mindestens so hoch wie das Durchschnittsalter aller Anwesenden. 

Elf ist es auch, der das nächste Lied singen darf. „Der 7. Kontinent“ führt uns nicht nach Atlantis, sondern auf den treibenden Plastikmüll in den Ozeanen. Hoffen wir, dass dadurch zumindest eine Plastiktüte weniger beim örtlichen CD Laden oder Aldi über die Theke wandert. 

„Zu kalt“ und „Gewalt“ gibt es als Akustikversion – passt, aber inzwischen auch Standard auf jedem ihrer Konzerte. Sie spielen eben keinen Punk mehr...

„Hier und jetzt“ und „Brandstifter“ sind wiederum neue Songs. „Sich fügen heißt lügen“ ist nun auch nicht gerade aus den 80ern, aber ähnlich wie „Wir geben nicht nach“ entfaltet auch der voll seine Wirkung bei mir. Vielleicht brauche ich immer ein paar Jahre, bis es so weit ist. 

„Untergang!“ - super! Das Lied musste auch noch kommen. Es fehlt noch „Wenn der Himmel brennt“, „Linke Spießer“, „Guter Rat ist teuer“, „Etiquette tötet“, „Deutschland“, „ACAB“, .....also eigentlich recht viel.... 

Zuerst aber ist „Ich war dabei“ dran und mit „Deutschland“ wird dann doch das reguläre Set beendet. 

„ACAB“ und „Legal Illegal“ knallen als nächstes ins Publikum lassen die Stimmung noch mal kochen, „Für alle Zeit“ schließt sich an. „Linke Spießer“ und „Religion“ - da kannst nichts mit falsch machen. 

Dicken bedankt sich beim Publikum und „United“ singen alle gemeinsam. Außer die italienischen Zeilen, die muss jener selbst vom Zettel ablesen. Ist aber nicht schlimm, so lange er dafür keine Lesebrille aufsetzt. 

Was bleibt? Der Speicher in Husum ist super, tolle Veranstaltung, toller Veranstalter, für mich ein paar neue Songs zu viel und sogar den vorletzten Zug noch gaaaaanz knapp erreicht – Danke! 
Eingereicht von Philipp

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