Trveheim Festival Vol. 2 // Tag 1 // 25.08.2017

4.65

„Wie super ist denn das Billing des zweiten Trveheim Festivals?“ habe ich bei dessen Ankündigung gedacht und ein Ticket bestellt. Fand das erste Festival noch in Otterfing statt, so mussten für die zweite Ausgabe eine neue Location gefunden werden. Die Wahl fiel auf den Hausler Hof in Hallbergmoos.

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Der Hausler Hof ist ein Erlebnisbauernhof. Dementsprechend hatte die Veranstaltungshalle auch eher etwas von einem recht ländlichen Gasthof. Aber vom Charme her auf jeden Fall im positiven Sinne urig, gemütlich und gut strukturiert. Vor der Halle befand sich zwischen weiteren landwirtschaftlich genutzten Gebäuden ein Biergarten. So war es gut möglich im Biergarten zu sitzen und trotzdem die Musik zu hören (sehen war bei einigen Plätzen durchaus auch noch möglich).

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Da ich leider keine belgleitende Person(en) fand, flog ich alleine von Hamburg nach München. Vom Flughafen, praktischer Weise direkt bei Hallbergmoos, ging es problemlos mit dem Hotelshuttle zum Hotel.

Ein (kleines) Problem waren dann die Wege zum/vom Festivalgelände. Ein Bus fuhr gut und günstig in die Nähe des Hotels. Allerdings war die entsprechende Haltestellte etwa 2,3 Kilometer vom Hausler Hof entfernt und der Weg nachts überwiegend unbeleuchtet. Die Taxen aus Hallbergmoos fuhren Freitag bis 22 Uhr und Samstag bis 13 Uhr, sodass Taxen mit zum Teil hohen Anfahrtskosten genommen werden mussten, wollte nicht der gesamte Weg zu Fuß zurückgelegt werden. Ein Shuttleservice oder  entsprechende Absprachen mit den Taxiunternehmen wären da sehr wünschenswert.

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Nator

Den Opener machen die Münchener Nator. Um 12:15 ist noch nicht viel los vor der Bühne. Die Band lässt sich davon aber nicht beirren und überzeugt mit ihrer Mischung aus Heavy Metal, US Power Metal und ein paar Thrash Elementen. Insgesamt gefallen mir die Stücke von ihrem aktuellen Album viel besser als von ihrem Debüt, da die Songs durchdachter und abwechslungsreicher wirken. Mal schauen/hören, was die Band in Zukunft macht.

Setlist (no order, thanks to Michi):

Heroic Destiny
Fate of the Phönix
Post-Life Confusion
Signs in the autumns mist
Exploitation
Warlords
Devil Eyes

Diamond Falcon

Nach Nator ist Diamond Falcon die Band, von der ich im Vorfeld kaum Material kenne. Im Rahmen der Veröffentlichung  der Compilation Austrian Heavy Metal Alliance, die 2015 neue österreichische Bands vorstellte, hörte ich von der Band.

Den Auftritt der ebenfalls Heavy Metal (diesmal mit ordentlicher Iron Maiden Schlagseite) spielenden Band höre und sehe ich zum Teil von draußen, da ich bekannte Personen aus Hamburg und vom Keep It True traf. Der Anfang des Sets ist sehr gut und führt zu mehr Bewegung in die Halle. Die Band ist spielfreudigund gut eingespielt. Das eigene Material weiß auf jeden Fall zu überzeugen. Schade fand ich, wie für viele Leser*innen wohl nicht überraschend, das Spielen der Cover. Auch wenn ich im Allgemeinen nichts mit Coversongs anfangen kann, kamen diese bei dem Publikum gut an. Diamond Falcon sind die einzige Band, die eine Musikerin im LineUp haben. Für die Menge an auftretenden Bands und damit auch Musiker*innen ist dies doch bemerkenswert wenig.

Setlist (Thanks to Weazzel):

The Tale of Izta
Deus non Vult
8-229
No Mercy for the Damned
Prowler (Iron Maiden)
Fighting the World (Manowar)
Nightmares

Saboter

Mit den griechischen Saboter folgte dann die erste Band, auf die ich mich im Vorfeld schon sehr freute. Das 2016 erschienene Album „Mankind Is Damned“ war eines der Überraschungsalben. Und auch live konnte die Band die energiegeladenen Songs sehr gut rüberbringen. Auch wenn die Musik nicht viel von Judas Priest hat, so löst neben dem Gesang von Antonis Vailas die angesprochene Energie ein „Painkiller“ (Album)-Gefühl aus. Der Großteil des Sets bestand aus neuen Songs vom kommenden Album.

Beeindruckende Leistung und das erste Highlight des Festivals!

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Setlist (Thanks to Antonis):

The temple of r-lyeh
Purifier
To glory we march
Rose red
Ghost in the machine
The lamias call

Liquid Steel

Nach einer kurzen Pause geht es dann mit einer der aktuell besten österreichischen Heavy Metal Bands. Mit ihrem zweiten Album „Midnight Chaser“ (2016) konnte die Band voll überzeugen. Bei Liquid Steel ist es zum ersten Mal an diesem Tag auch schon sehr gut gefüllt. Die Stimmung ist auch dank einiger Freunde und Unterstützer*innen der Band während des gesamten Sets super. Und diese Stimmung überträgt sich auch auf die Band. Songs, Spielfreude, Stimmung – es stimmt einfach alles. Ein erwartetes Highlight, das die Erwartung noch übertraf.

Wenn die Chance besteht, auf jeden Fall ansehen!

Setlist:

Riding High
Scream In The Night
Kingdom Of Silence
Kubla Khan
Fire In The Sky
Midnight Chaser
Speed Demon
Liquid Steel

Ambush

Ambush aus Schweden sind eine beliebte Band der NWOTHM (The New Wave Of Traditional Heavy Metal). Bei mir zündete ihr Material bisher nicht. Live war das auf jeden Fall besser als erwartet, besonders, da doch einige Anwesende für Stimmung sorgten. „Possessed by Evil“ war mein Highlight im Set. Ein beeindruckender Auftritt, der mich der Band etwas näher brachte. Mal sehen ob die mich irgendwann noch „vollständig“ überzeugen können.

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Setlist (Thanks to Ambush):

Firestorm
Possessed By Evil
The Chain Reaction
Desecrator
Close my eyes
Southstreet Brotherhood
Rose of the dawn
Natural born killers
Dont shoot (let em burn)

RAM

Ambushs Landsleute RAM sind für mich gefühlt immer noch gehypte Newcomer, obwohl es die Band schon seit 1999 gibt. Sehr seltsam. Aber auch zu ihnen fand ich nie einen Zugang. Den letzten Versuch unternahm ich beim gefeierten Album von 2015 „Svbversvm“. Überzeugte mich auch nicht und so war meine Erwartung eigentlich nicht so hoch, dass der Auftritt etwas für mich ist. Da mir von vielen Seiten jedoch versichert wurde, dass RAM live immer super seien, war die Erwartung dann eventuell doch ein wenig zu hoch.

Die Band war gut eingespielt, wirkte aber auf mich nicht so spielfreudig. So war das eine gute, routinierte Show, die aber auf Grund der sonstigen Qualität an diesem Tag nicht herausstach. (Am Folgetag in Itzehoe soll es ja super gewesen sein.)

Setlist (Thanks to Harry):

Intro
Return Of The Iron Tyrant
Eyes Of The Night
Flame Of The Tyrants
Awakening The Chimaera
Sudden Impact
Under The Scythe
The Omega Device
On Wings Of No Return
Ursurper
Machine Invaders
Infuriator

Mass

Die erste Festivalshow seit 30 Jahren sollte es von Mass geben.

Auf der Bühne war als Originalmitglied nur Günther V. Radny. DER Mass-Sänger Jack E. Burnside war jedoch auch vor Ort und sagte die Band mit einem kurzen Rückblick auf die Bandgeschichte an. Was dann folgte, war unfasslich. Die Band war super eingespielt, strahlte extrem viel Spielfreude aus und konnte von Beginn an die Publikumsreaktionen nutzen um sich noch zu steigern. Daran konnte auch ein Stromausfall (ausgelöst durch einen Feueralarm auf dem Gelände;  es ist nichts passiert) nichts ändern. Zunächsten waren alle etwas verwirrt, die Technikcrew um die Mischenden Personen leisteten, wie das ganze Festival über, eine sehr gute Arbeit, so dass es schnell weiter gehen konnte.

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Die Setlist ließ keine Wünsche offen, bot sie doch einen Querschnitt durch das Material der Band und enthielt die gewünschten Klassiker. Aufgrund des kurzen Stromausfalls konnten nicht alle geplanten Songs gespielt werden.

Mass sind mein „Überraschungs“-Highlight des Festivals. In der Verfassung ist die Band auf jeden Fall einen Besuch wert, daher hoffe ich sehr, dass sie weiter machen und neben ein paar Festivalshows auch eine Tour spielen werden.

Setlist (Thanks to Günther):

Back To The Music
Straight To Hell
Break Out
Don't Wait To Long
Kick Your Ass
Metal Man
Devils Gate
Chained
Fire From Hell
Leaders Call
Tomorrows World
Dark Night
Dead End Rider
Shoot Out
Cry It Out
Born To Lose
Time Runs Out
War Law
Flying Into Mexico (nicht gespielt)
Slaughter House
It Is Done (erste Strophe)

Talon

Es folgen Talon aus Bayreuth, die den ersten Auftritt seit dreißig Jahren absolvieren. Musikalisch einer der Gründe für mich, das Festival zu besuchen.

Ihre Alben sind durchweg sehr gut. Entsprechend fällt auch die Setlist aus. Talon brauchen einen kleinen Augenblick um voll präsent zu sein. Dann präsentieren sie sich jedoch sehr gut eingespielt und auch der Spaß an dem Auftritt ist immer mehr erkennbar. So nehmen es alle Anwesenden dann auch mit Humor, als erneut der Strom ausfällt.  Die Stimmung des Publikums ist insgesamt nicht ganz so euphorisch wie bei Mass, was auch daran liegen dürfte, dass viele von Mass mehr Material kennen dürften als von Talon. Ich freute mich auf jeden Fall, wenn es weitere Auftritte (und evtl ein Album) gäbe.

Setlist (Thanks to André):

Preacher Of Evil
Murder Mile
Hatred Grows Slowly
Neutralized
To The Bitter Dregs
Venomous Gods
Time Could Not Heal
Defense Condition
Save Your Breath
Overlords Supreme
Lost In Reality
Never Look Back
Sawing The
Hotter Than A 1000 Suns
Gale Warnings
Call It Arson

Steve Grimmett’s Grim Reaper

Findet der sehr gute erste Festivaltag einen entsprechenden Abschluss? Er tut es!

Beim ersten Song ist Steve Grimmett nach ein paar Takten nicht mehr zu sehen. Nach einem kurzen Augenblick ist der gestürzte Grimmett wieder auf den Beinen. Er entschuldigt sich, dass er noch etwas unsicher auf den Beinen sei (nach einer Infektion musste sein rechtes Bein amputiert werden). Sofort setzen „Steve!“-Rufe ein. Der Sänger ist sichtlich gerührt durch die Unterstützung der Fans.

Die Setlist setzt sich aus einigen Klassikern der NWOBHM und Songs des neues Albums der Band zusammen. Gefühlt sind nun auch alle geschätzten 500 Besucher*innen vor der Bühne und singen nahezu alle Songs lautstark mit. Mein Highlight ist „Night Of The Vampire“, wenngleich „Rock You To Hell“, „Fear No Evil“ und natürlich „See You In Hell“ die Stimmungshöhepunkte darstellen.

Neben dem super Songmaterial und dem Sound ist es die gezeigte Menschlichkeit auf und vor der Bühne, die diesen Auftritt nochmal eine Stufe anhebt. Die immer wieder ertönenden „Steve!“-Rufe und auch die Reaktion von Grimmett zeigen, dass alle dankbar sind, gemeinsam die Musik zu feiern.
Eingereicht von MetalSon

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