VEKTOR, ANGELUS APATRIDA, DISTILLATOR / 06.12.2015 - Hamburg, Knust

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Thrash as Thrash can ist das Motto des Abends. Die „First Contact“ Europa-Tour führte die drei Thrash Metal Kommandos Vektor, Angelus Apatrida und Distillator ins Knust. Der Erstkontakt auf europäischem Boden fiel dabei in der Hansestadt jedoch sehr zaghaft aus. Sogar in den ersten drei Reihen trat man sich nicht auf die Füße. Ich schätze, dass unglückliche Terminplanung zusammen mit Sonntag die Ursache war. Parallel spielten an diesem Tag Hobb’s Angel of Death und Interment im Bambi Galore.


Distillator enterten pünktlich um 20 Uhr die Bühne. Ich hatte die Holländer bereits im März als Opener von Raven in Hamburg gesehen. Im Vergleich dazu wirkte der Auftritt im Knust tighter, was sicher auch an dem knackigeren Sound lag. Die Niederländer hatten merklich Spaß. Musikalisch ist durchaus noch Luft nach oben. Mehr griffige Riffs würden dem Sound der Jungs guttun. Das Slayer-Cover („Black Magic“) machte zum Schluss noch Boden gut und zeugte von stilsicherem Geschmack des Trios.


Nach kurzer Umbaupause von etwa einer Bierlänge legten Angelus Apatrida los. Auf die Spanier war ich sehr gespannt. Ihr aktuelles Album „Hidden Evolution“ bietet zackigen, geradlinigen Thrash ohne großes Rumgetüddel. Man muss nicht immer raushängen lassen, dass man spielen kann. Angelus Apatrida konnten die Energie Danke des klaren Bühnensounds auch live rüberbringen. Straightes Drumming und zackige Gitarren sorgten neben Gemoshe in den ersten Reihen sogar für einen kleinen, zaghaften Circle Pit. So macht Thrash Metal Spaß! Anspieltipp: „Immortal“ der Opener der aktuellen Scheibe.


Dass auch Profis manchmal nur mit Wasser kochen, zeigten danach Vektor. Im ersten Song des Sets vergeigte Gitarrist Erik Nelson prompt seinen Einsatz zum Solo. Nach einem knappen „This never happened before“ nahmen die Amis den Faden direkt wieder auf. Wer so ein Brett wie Vektor abliefert, darf sich solche Schnitzer aber leisten. Thrash Metal im Bermudadreieck - technisch, tight und mit Power. Hut ab! Die Gitarren sägten alles in Kleinteile, was bei 3 nicht auf den Bäumen war. So ein tightes Spiel kommt nicht über Nacht. Beeindruckend auch das Gejodel von Sänger/Gitarrist David DiSanto, das sich hinter der ersten Agent Steel nicht verstecken muss. Neben Songs der ersten beiden Scheiben gab es auch neues Material zu hören. Laut Band kommt das Album „Terminal Redux“ im Frühjahr 2016. Fazit meines Kumpels: „Das war die frühe Phase von Voivod eingefroren.“ So ein Lob muss man sich erstmal verdienen.

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