Questions (Bra) - 17.08 Treibsand, Lübeck & 19.08 Gaussplatz, Hamburg

Lübeck:

Bericht von: Törtchen, Olli, MetalSon

 

MetalSon:

Der MetalSon auf einem Hardcore Konzert? Was ist denn da los? Olli hat die brasilianische Hardcore Band Questions entdeckt und mich mit seiner Begeisterung für die Band angesteckt. Glücklicherweise stand die Europatour zur neuen 7” EP "Out Of Society" noch an. Viel zu oft entdecke ich eine Band nach Auftritten in der Nähe.

 

Olli:

Ja die Begeisterung hat mich gepackt!

 

 

MetalSon:

Da wir nichts Besseres zu tun hatten, fuhren wir überpünktlich zum Treibsand. Als wir dort um ca 19:15 Uhr ankamen, waren natürlich noch keine anderen Gäste da. Musikalische Untermalung gab es aber in Form des Questions Soundchecks. Kaum war dieser abgeschlossen, lernten wir die Band kennen. Das sind alles sehr sympathische und freundliche Zeitgenossen. Bei ein paar Getränken und ein paar Snacks (die wirklich super waren!) tauschte man sich aus über die laufende Tour, die musikalischen Präferenzen der Anwesenden.

 

Olli:

und über das Leben im allgemeinen. Besonders interessant waren die Gespräche über das Heimatland der Band, Brasilien.

 

Metalson:

Ebenfalls super aufgelegt waren Under The Sunrise aus Berlin (sprangen für United And Strong (Berlin) ein) und Brothers In Arms aus Hamburg.

 

 

 

Da sich auch zum angepeilten Beginn um 21 Uhr kaum Besucher im Treibsand eingefunden hatten, wurde bis um 22:30 herausgezögert. Den Anfang machten Under The Sunrise, welche mir sehr gut gefielen, da das Material neben typischen härteren Hardcoreelementen auch relativ viele Melodien bot und jedes Instrument gut zur Geltung kam. Der Sound war bei allen Bands perfekt: gut ausbalanciert und kräfig. Die Soundtechniker führten mit jeder Band (und dementsprechend jedem Musiker) einen Soundcheck durch.

 

Olli:

Under the Sunrise und Brothers in Arms kann man wirklich epfehlen, die Liveperformance war hervorragend, bei beiden Bands. Brothers in Arms stammen übrigens aus Hamburg.

Die geringe Besucheranzahl war wohl darauf zurück zu führen, dass im nahe gelegenen HH das Gängeviertel zur Geburtstagsfeier eingeladen hatte und dort ebenfalls ein Hardcore Konzert stattfand.

 

Metalson:

Nach einer kurzen Pause lieferten Brothers In Arms eine ebenfalls gute Leistung ab. Meinem Empfinden nach fehlte es dem Set gegen Ende etwas an mitreisenderen Songs/Strukturen, so dass die ganz große Begeisterung ausblieb. Besonders gut fand ich die Ansage der Band, Nazis sollten keine ihrer Shows besuchen (was Andrew natürlich besser ausdrückte als ich jetzt), da in der Hardcoreszene vermehrt Rechte versuchen mit Hilfe der Demonstration ihres Straight Edge Lifestyles eine enge Zugehörigkeit zur Szene auszudrücken. Ich werde beide Bands sicher weiter beobachten und mir auch mal wieder live ansehen.

Der Auftritt von Questions überzeugte auf ganzer Linie. Neben Songs von den bisherigen Alben wurden selbstverständlich auch Songs von der sehr guten, neuen EP "Out Of Society" gespielt. Eine positive Überraschung bildete für mich das Sepultura Cover "Troops Of Doom". Die besten Publikumsreaktionen und die meiste Aktion gab es aber zu Warzone’s "As One", welcher Song mir vorher aber kein Begriff war. Neben den sehr guten Ansagen von Eduardo und einer allgemein sehr guten Bandleistung, beeindruckt mich der Gitarrensound bei Questions ungemein. Da ich kaum Hardcorebands kenne, kann ich aus dem Bereich keine Vergleiche nennen, aber frühe Sepultura höre ich da schon raus, was kein Wunder ist, ist die Band mit den Cavalera Brüdern befreundet.

 

Olli:

Hier muß ich dem Metalson 100% recht geben, der Gitarrensound ist der Hammer! Die “As One” Version von Questions überzeugte genauso wie das Original! Das gesamte Set war überaus gelungen und stimmig. Inklusive der Zugabe, die sonst bei einem Hardcore Konzert nicht so üblich ist.

 

 

Metalson:

Es war ein sehr gelungender Abend, dem aber leider nicht so viele Gäste wie gehofft beiwohnten.

 

 

 

Hamburg:

 

Törtchen:

Hingefahren bin ich hauptsächlich, weil mir die gerade erschienene Platte soweit ganz gut gefiel und... naja son Autoplatz ist auch nicht zu verachten.

Die Ankunft an der Gaußstraße war erstmal recht skurril, zum einen hatte der Platz einen durchaus unaufgeräumten Charme und beim betreten der Kneipe, die eher ein Holzschuppen ist, war der Tresen mit Altpunks bestückt die eher den Eindruck machten als würden sie am Tresen wohnen.

Das hört sich jetzt insgesamt vielleicht etwas gemein an, aber das schöne an so einem ersten Eindruck ist ja, wenn der zweite zeigt das insgesamt ein super Abend dabei rauskommt. Das Treffen

mit der Band war für mich durchaus herzlich und insgesamt waren die Mitglieder echt sympathisch.

Auch die schon anwesenden Gäste und Bewohner_innen machten einen durchweg netten Eindruck. Wir wurden begrüßt, das Bierangebot war zum einen günstig und 0,5 Holsten Edel hat mal echt Charakter.

Meine Befürchtung der Sound könnte in so einem Umfeld eher dürftig sein, wurde durch „Clearview“ (Brazil) erstmal vollkommen zerstreut. Mit durchaus sehr feinem Hardcore hat mich die Band auf jeden Fall überzeugt. Auch während des Konzerts wurde mein inzwischen gutes Bild von der Location weiter ungetrübt bestätigt, es wurde einem zugeprostet und wer denn wollte dem wurde was zu rauchen angeboten.

Nach kurzer Pause, inklusive kleinem Soundcheck, fingen dann „Questions“ (Brazil) an. Auch hier war der Sound wirklich beeindruckend gut und die schon vorher durchaus angenehme Stimmung wurde noch etwas besser, bei einigen Songs bildete sich ein Moshpitchen und mitklatschen und ins Mikro brüllen... alles was Hardcore braucht war dabei und das alles vor nichtmal 50 Leuten in nem Holzschuppen, das ist mal „back to the roots“. Zum Ende des Konzerts bedankte sich die Band obligatorisch bei „Clearview“ , bei Teilen der ebenfalls anwesenden „Brothers in Arms“ und beim Veranstalter.

Nach dem Konzert wurde sich unterhalten, weiteres Bier wurde geleert und die Bands verkauften Platten und Merchendise aus ihren Bussen. Der Abend endete schließlich damit das „Questions“ noch zu dem spontan organisierten Hotel gebracht wurden, auf dessen Parkplatz Gitarrist Pablo seine Einparkkünste auch nicht mehr 100% nüchtern unter Beweis stellte (die eine oder andere fast Karambolage eingeschlossen). Auch die Verabschiedung von der Band verlief , nachdem ihnen der  Weg zum Millerntor-Stadion, was offensichtlich am Folgetag besucht wurde, erklärt war,  wirklich herzlich und rundet meinen Eindruch davon, dass „Questions“ wirklich eine korrekte Band sind, ab.

Super Abend.

Memo an mich: nächstes mal die Platte vor dem Konzert nicht nur einmal hören, dann kennst du auch mehr Songs!


 

MetalSon:

Das Konzert von Questions mit den, ebenfalls aus Sao Paulo stammenden, Freunden von Clearview wurde relativ kurzfristig "organisiert". Alle Beteiligten Vermittlern zwischen Band und Veranstalter(ort) kannten den Bauwagenplatz in der Gaussstrasse vor diesem Konzert nicht. "Die können bei uns in der Kneipe spielen", hieß es. Der Beginn war auf 19 Uhr angesetzt, dementsprechend früh waren wir drei wieder unterwegs. Auf dem Gelände angekommen, bekomme ich, ehrlich gesagt, erstmal einen Schock. Man tauchte in eine andere Welt ein. Die Kneipe entpuppte sich dann als eine kleine Holzhütte mit Tresen. "Was soll das hier werden", frage ich mich.

 

Was das wurde, muss man eigentlich miterlebt haben.

 

Die Bewohner waren alle sehr freundlich und begrüßten alle Gäste. Ein Bier bekam man auch gleich angeboten und "Wurzel" kümmerte sich um den Sound der Bands. Und was für einen Sound er zauberte! Die Amps gehören zum Inventar der Kneipe und passten von der Optik her gut rein. Viele kleine Accessoires schufen eine sympathische Atmosphäre.

 

Beim Beginn von Clearview war die Kneipe schon sehr gut gefüllt. Musikalisch gefiel mir die Band sehr gut, allerdings wirkte sie anfangs etwas distanzierter, was sich aber mit der Zeit gab.

 

Clearview

 

Olli:

Das anwesende Publikum bestand zu einem großen Teil aus Anwohnern des Bauwagenplatzes. Was soll man sagen, Clearview waren der Hammer aber als Questions spielten gab es für die meisten Besucher kaum noch einen Halt. Es wurde gepogt, mit Bier gespritzt und war einfach nur genial.

 

Ein Anwesender (kein Bewohner des Bauwagenplatzes) hatte die richtigen Worte gefunden: “ Das ist sowas von Oldschool hier, einfach nur geil!”

 

MetalSon:

War der Auftritt in Lübeck schon super, wurde der Abend in Hamburg zu einem noch besseren Erlebnis. Da stimmte alles, Publikum, Spielfreude und die Musik sowieso.

 

Sehr gut fand ich auch die Ansagen von Questions, dass sie sich freuen, so ein traditionelleres Hardcorekonzert spielen zu können und froh sind über die Anwesenden Gäste. Ihren Aussagen nach, haben sie früher öfter in solchen Locations gespielt und dort oft auch die bessere Atmosphäre erlebt.

Da Eduardo (stimmlich) und Roxy (Fahrerin auf der Tour. Was hat sie bloss gebissen?) doch sehr angeschlagen waren, wurde kurzfristig ein Hotel für die Band organisiert, zu welchem wir die Band begleiteten.

 

Nachdem wir die Einparkkünste von Pablo bestaunen durften und die Band eingecheckt hatte, verabschiedeten wir uns und wurden direkt eingeladen, sollten wir mal in Brasilien weilen,vorbei zu schauen. Hoffentlich ist das mal realisierbar. Neben den gesehenen brasilianischen Bands sind Aggrotoxico, Ratos De Porao, Sepultura etc. "zu Hause" bestimmt noch besser als hier in Europa.

 

Olli:

Insgesamt ein super geiler Abend, Questions haben mich persönlich nicht nur musikalisch überzeugt. Wir sind froh solche Freunde gewonnen zu haben!



Eingereicht von MetalSon

Kommentare   

 
#1 Guest 2015-08-29 07:42
Kommentar wurde vom Administrator gelöscht
 

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