Daniel Suarez - „Daemon“

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Mochte ich früher eher Science Fiction Geschichten, die in einer fernen Zukunft spielen, so liebe ich mittlerweile Stories, die nur einen Schritt von heute weg zu sein scheinen – so wie in „Daemon“.

 

Daemon

Worum geht’s? Der Online-Rollenspiel-Papst Matthew Sobol stirbt in jungen Jahren an Krebs. Kurz darauf passiert ein Mord – ein Angestellter von Sobols Firma fährt wie jeden morgen mit dem Mofa zur Arbeit, nur das an diesem Morgen ein dünnes Drahtseil auf seinem Weg gespannt ist – dummerweise in Höhe des Halses. Es stellt sich heraus, dass ein Hausmeister per PDA einen Auftrag bekam, eine Kurbel an einem kleinen Kasten zu drehen – welche offenbar das Seil spannte. Nur dass niemand weiß, woher der Auftrag kam. Während die Polizei den Vorfall untersucht, passiert ein weiterer Mord – ein anderer Angestellter wird auf dem Weg in den Serverraum der Firma gegrillt, weil der Stahlrahmen der Eingangstür unter Strom gesetzt wird – die entsprechenden Verkabelungen sind vor längerer Zeit bereits in den Rahmen eingebaut worden und sind nirgendwo verzeichnet.

Die Nachforschungen des Polizisten Pete Sebeck ergeben ein immer konfuseres Bild – so war die Kurbel, mit welcher das Drahtseil gespannt werden sollte, tatsächlich ohne jede Funktion (der Befehl kam per WLAN aus dem Internet), bei dem Versuch das Anwesen von Sobol zu untersuchen, wird das FBI-Team von einem unbemannten, mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Hummer-Militärjeep angegriffen und dezimiert. Es wird deutlich, dass Sobol mit im Internet verstreuten Programmcodes versucht, die Welt in ein gigantisches Online-Rollenspiel zu verwandeln, und es stellt sich die Frage: Wie bekämpft man einen Toten? Aber nur solange, bis diese Vermutung fallen gelassen wird, da sich das Ganze als Fake herausstellt – hinter dem anscheinend der ermittelnde Polizist Pete Sebeck steht...

Man sieht schon, in der Welt von „Daemon“ ist nichts wie es scheint, das Buch baut ein extrem komplexes und spannendes Gedankengebilde auf, bei dem nachvollziehbar ist, dass es eventuell gerade so passiert. Es geht auch ziemlich zur Sache, die Anzahl der Toten würde manchem Rambo-Film zur Ehre gereichen. Suarez kommt selbst aus der „Nerd-Szene“ und das macht die Ideen nicht weniger erschreckend. Zudem gefällt mir auch sehr gut die Idee des „psychologischen Hacks“, die in dem Buch eine große Rolle spielt. Es geht nämlich nicht nur um Programmkenntnisse und was mit der Technik alles möglich ist, sondern auch und massiv darum, wie man Menschen dazu bringt, das zu tun, was man will.

Das Buch ist dazu spannend und nachvollziehbar geschrieben (zumindest in englisch, die deutsche Übersetzung kenne ich nicht) und kommt in kleinen, pendlerfreundlichen Kapiteln daher.

Dieses Buch wird mit Sicherheit in Rekordzeit verfilmt, da bereits beim Lesen das große Kopfkino in Gang kommt. Im Übrigen kann es kann nicht mehr lange dauern, bis „Daemon“ Realität wird.

Definitiv mein Buch des Jahres!

 

10 von 10 Punkten

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