Wilwarin Open-Air 2010 / 4.&5.06.2010 – Ellerdorf - Tag 1

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Hier kommt nun unser Patchwork-Bericht vom Wilwarin Open-Air 2010. Wenn noch jemand etwas beitragen möchte, dann schickt gerne noch Schnipsel an mich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Ansonsten gibt's ja auch die schöne Kommtarfunktion.

Patchwork-Bericht von Philipp, Ingo K., Katja S. und Matt. Fotos von Jan M-L.

FREITACH:

 

MUSICA DIABLO

 

 


Philipp: Die Dreizehn brachte dem Wilwarin Glück! Organisation, Bandzusammenstellung und nicht zuletzt das optimale Wetter (nicht zu heiß, aber strahlend blauer Himmel, morgen bis ca. 10.00/11.00 Uhr bewölkt, sodass man auspennen konnte) sorgten für das bisher am besten besuchte und wahrscheinlich auch stimmungsmäßig gelungenste Festival im Ellerground.
Ein Patchwork-Bericht ist hier besonders angebracht, da jede/r in Bezug auf die individuelle Bandauswahl (und sowieso hinsichtlich der sonstigen Erlebnisse) ein völlig anderes Festivalgesicht betrachtet haben mag. Logisch, ich hab mir die HC/Punk/Metal-Sachen angeguckt, bin bei Reggae, Ska, Getröte oder Elektro schnell geflohen, andere haben das sicherlich genau andersherum aufgezogen. So sagte mir ein nicht-HC-affiner Besucher, SCHEISSE MINELLI seien für ihn „nichts Besonderes“ gewesen, er habe lieber eine „aufregende Elektrosache“ geguckt. Okaaaaay…
 

Philipp: Mit eher gemischten Gefühlen stieg ich am Freitag ins Streckermobil, hatte ich doch erst am Vorabend die Nachricht erhalten, dass unser samstäglicher Auftritt (VRHN jetzt) auf dem Sommerfest in Hemsbünde wegen einer Sportverletzung eines Vladis flachfallen müsste. Sowat ist immer ärgerlich, ich hasse es, absagen zu müssen. Aber klar, dass ich mich andererseits über einen zweiten Tag aufm Wilwarin freute… Strecker hatte bereits am Tag zuvor mit FreundInnen ein Campingareal besetzt – voll das Proficamperlager mit Wohnmobil, Kühlschrank samt Stromaggregat und zusammengezimmertem Sonnenschutz…

Matt: So viel Vorfreude war – ob des genialen Himmelsspektakels – selten. NATÜRLICH war meine Zugstrecke von Hamburg nach Neumünster am Freitag nachmittag gesperrt, so dass ich mit hängender Zunge und schlecht vorbereitet zuhause eintraf – fast zeitgleich mit dem abholbereiten Volk im Wagen. Auf dem Ellerground eingetroffen staunten wir über den aus allen Nähten platzenden Campingplatz. So viele Leute waren hier tatsächlich noch nie. Ich gönne es der Wilwarin-Crew von Herzen, hatten sie doch in der Vergangenheit nicht immer so viel Glück mit Onkel Petrus und ein ums andere Jahr daher auch weniger Besucher als möglich (und vielleicht auch nötig). Ein Kennzeichen-Check ergab, dass das Einzugsgebiet des Wilwarins sich stetig zu vergrößern scheint. Nicht nur aus allen Ecken Schleswig-Holsteins, sondern auch aus anderen Teilen der Republik hatten sich die Punk-Mosh-Hippies aufgemacht, um hier die große Party zu feiern. Wilwarin auf dem Weg vom Geheimtipp zum Zuschauermagneten? Die liebevolle handgemachte Deko braucht man ja schon fast nicht mehr erwähnen, die gehört ja zum Wilwarin fest dazu. Also, rasch einen der bereits vorgeglühten Grills mit unseren Wurstwaren besetzt, lecker schmackofatzt und ab in den musikalischen Reigen von Wilwarin XIII.

ROBINSON KRAUSE

Ingo: ROBINSON KRAUSE soundchecken und ich kann nicht weglaufen, da ich Tresenschicht schiebe, aaaargh! Gefühlt wird nach jedem Schlag auf die Snare ein dummer Witz gerissen, unerträglich! Während des Gigs dann der übliche Ärzte-Rip Off und noch mehr dumme Sprüche, da hilft auch kein Fischmob-Cover. Mit denen werd’ ich einfach nicht mehr warm.

ELEPHANT PARTY

Ingo: Dann Weißbrot-Reggae von ELEPHANT PARTY. Konnte sich nicht mit der rückwärtigen Roots-Beschallung von der Third Stage messen, störte aber auch nicht wirklich.

TRASHTUCADA

Ingo: Bands aus Südamerika sortiere ich ja ganz gerne unter Tralala-Hopsassa-Musik ein und TRASHTUCADA spielten auch so was in der Art. Die sägende Metal-Gitarre und der stetig steigende Bierabsatz halfen aber sehr gut darüber hinweg. könnte vielleicht sogar gut gewesen sein…

PHRASENMÄHER

Katja: Dieses Wilwarin war das beste, was ich je erlebt hab! Die Musik war super, ganz besonders Phrasenmäher. Beim Zuhören war es einfach unmöglich die Füße stillzuhalten und so hat man einfach mitgetanzt. Und das war nur eine von vielen sehr sehr guten Bands !!

JAYA THE CAT

Matt: Wir Dussels hatten leider vergessen, uns vom Eingang ein Programm mitzunehmen, und hatten leider überhaupt keinen Plan, wer wann und warum spielen sollte. Also klapperte ich alle Zeltnachbarn ab und bettelte um Information (ja, so sieht die knallharte dremu-Recherche aus ;) ). Tatsächlich besaß niemand ein Programm, obwohl jemand von jemanden gehört hatte, der angeblich eines hatte, diese Person ließ sich aber leider nicht auffinden. Ich hielt sie auch für ein Phantom. Ein Name fiel aber bei allen „Interviews“: „Aller, um kurz vor 8 spielen JAYA THE CAT“; „JAYA THE CAT geht gleich ab“, „Ich will zu JAYA THE CAT“. Jaja, ich geh ja schon zu JAYA THE CAT! Immerhin ein Anhaltspunkt. Und pünktlich zu besagter Band erschienen wir dann auch von der Hauptbühne. Die Punk-Reggae-Truppe konnte dann auch wirklich überzeugen. JAYA THE CAT lieferten eine Mischung aus Schrammelmusik und Einsprengseln anderer Stile ab. Da fanden sich Reggae-Versatzstücke ebenso wie Wave und Ska-Anleihen. Die Stimmung wurde ziemlich schnell ekstatisch, und die Veranstalter haben mit dieser Verpflichtung tatsächlich eine Geniestreich vollbracht. Denn diese Mischung aus vielen wilwarin-relevanten Musikstilen passte hervorragend zu Stimmung uns Wetter, gefiel offensichtlich einem Großteil der Besucher, heizte diese ein und sorgte für Bewegung im Mob.

ANTITAINMENT

Matt: Nach JAYA THE CAT schnell zu ANTITAINMENT, aber das Zelt ist dermaßen überfüllt, dass an die Bühne keinerlei Herankommen mehr ist (jedenfalls nicht ohne fortgeschrittene Karatekenntnisse). Selbst der Weg zum Bierstand erweist sich als beschwerlich, nachdem dieser gemeistert ist, belasse ich es auch für den Moment dabei.

Ingo: Dann endlich mal ANTITAINMENT sehen (bisher immer verpasst oder ausverkauft). Hmm, nur aus der letzten Reihe und mit Patenkind auf den Schultern wollte allerdings nicht so recht Stimmung aufkommen. Kann mich noch nicht mal mehr an die Songs erinnern.

 

Antitainment

 

 

Philipp: ROBINSON KRAUSE und GRAND GRIFFON waren leider schon durch, als wir ankamen, aber zu ANTITAINMENT waren wir nicht nur rechtzeitig vor Ort, sondern hatten auch bereits mit gefühlt jedem zweiten Besuchermenschen einen Begrüßungsschluck getrunken. ANTITAINMENT verzichteten auf ihre „Ansagenmaschine“, redeten selbst aber auch nicht viel. Mir blieb allerdings die Aufforderung im Gedächtnis, man solle doch bitte das Equipment verschonen, wenn man schon nicht gegenseitig auf sich achtgebe… Der Mob tobte in der Tat, als wolle man schon am ersten Tag im Sanizelt landen, wobei ich mich langsam doch den Kritikern anschließen muss, die einen gewissen Abnutzungseffekt bei ANTITAINMENT-Konzis feststellen. Woran das liegt, weiß ich selbst nicht so wirklich. Die Songs gefallen mir sehr, die Mucke wurde gewohnt wahnwitzig vorgetragen, aber es schien der Band irgendwie an Enthusiasmus zu mangeln. „Autonom“ und „Sechstagewoche-Gummimann“ waren dennoch Highlights und somit bin ich weiterhin nicht bereit, ANTITAINMENT von der imaginären Liste sehenswerter Bands zu streichen.

MUSICA DIABLO

Ingo: Bei MUSICA DIABLO das Kind auf andere Schultern „verfrachtet“, endlich mal Bier trinken und einen Gig von vorne bis hinten geniessen. Alte Schule Thrashmetall, schönes Sacred Reich-Cover und Sepultura-Songs inklusive.

Philipp: Wie jedoch eine Band wirkt, die RICHTIG Spaß inne Backen hat, zeigten wenig später MUSICA DIABLO. Holy Schmoly! Derrick Green war im Gegensatz zu SEPULTURA-Konzerten richtig entspannt und gut gelaunt. Der Kerl grinste übers ganze Gesicht und riss zwischen den Songs über alles und jeden Witze, einfach nur sympathisch. MUSICA DIABLO sind ja sozusagen das Metalbaby der beiden NITROMINDS-Recken André (g/v) und Edu (g), die sich kompetente Mitzocker gesucht haben. Vor der Bühne entfachte das Thrash-Inferno einen schönen Pit, erstmals waren auffem Wilwarin diverse Banger und Kuttenträger zugegen. „Live To Buy“, „In The Name Of Greed“ oder „Twisted Hate“ waren eigene Songs, die allesamt überzeugten und für gute Laune sorgten, noch besser kamen natürlich die Covers von SACRED REICH („Surf Nicaragua“) und SEPULTURA („Troops Of Doom“ & „Refuse/Resist“) an. Ollen Gunnar von Mr. Burns bekam kurz hintereinander gleich zwei Stagediver auffem Kopp, torkelte kurzfristig mit schmerzverzerrter Miene vom Platz, ansonsten überall grinsende Gesichter und hochgereckte Fäuste!

 

Musica Diablo

 

 

Matt: War das Wilwarin nicht mal eine metalfreie Zone? Davon hat man sich ind en letzten Jahren schleichend verabschiedet, und die Brasilianer MUSICA DIABLO geben den Veranstaltern recht. Wie Philipp schon schrieb, eine klassisch-tighte Thrashmetalband. Sänger Derrick durfte ich vor einem Jahr auf dem WFF noch vor 30.000 Leuten sehen, jetzt hier auf dem Wilwarin vor ein paar Leuten weniger. Aber ein Motivationsproblem schien der Mann nicht zu haben, wirbelte und grunzte er sich durch den Set, dessen Highlights ganz klar die bereits erwähnten Coversongs (SACRED REICH!!!!) darstellten. „Refuse/Resist“ habe ich ein den letzten 11 Monaten jetzt von 3 brasilianischen Bands gesehen (SEPULTURA, SOULFLY, MUSICA DIABLO). Die M.D.-Version würde ich mindestens auf Platz 2 meiner „Refuse/Resist“-Coversong-Charts setzen. (Wenn ich mal außer acht lasse, dass der Song ja von SEPULTURA/ Max Cavalera ist, und damit eigentlich kein Coversong, aber egal.) Auf die Dauer wurde das Geknüppel ein wenig eintönig, ich liebe ja Thrashmetal auch der alten Schule, dennoch ist Abwechslung auch hier nicht verboten. Sonst ein genialer Gig.

BRATZE

Ingo: Von BRATZE zwischendurch leider zu wenig gesehen, klang jedenfalls gut. Im November in der T-Stube!

TALCO

MISCONDUCT

Philipp: Diverse Bekannte hatten mir TALCO empfohlen, doch die hatten mich wohl verwechselt oder wollten mich verarschen. Schrecklich!

Ingo: TALCO rissen mich danach dann nicht wirklich vom Hocker und der Soundcheck von MISCONDUCT schien ewig zu dauern. Alles was angespielt wurde klang dann nach lahmen Green Day und gar nicht nach dem Oldschool-HC, den ich eigentlich erwartet hatte, also Feierabend für heute, bevor alles voll ist mit den in Bunny-Kostümen gewandeten Pillenschluckern/Koksnasen (=Fans von EGOTRONIC).

 

MISCONDUCT

 

 

Philipp: So blieben mir heute noch die Schweden von MISCONDUCT, die ich irgendwo und irgendwann schon mal gesehen hatte. Doch seitdem scheint sich die Band verändert zu haben (oder ich war damals zu betrunken), das klang für meinen Geschmack viel zu harmlos und glattpoliert. Sehr, ja ZU eingängige Punkmucke, die einfach keinem wehtat. Gut gespielt, professionell dargeboten, aber wem nützen solche Attribute, wennet nicht Arsch tritt und/oder einen höchstens minimalen Rotzfaktor hat? Jetzt könntet ihr sagen, dass ich ja gar nicht soo viele Bands gesehen habe und es dann gar nicht so ein geniales Festival gewesen sei. Doch! Das macht gar nichts, wenn nicht am laufenden Band Highlights auf der Bühne stehen, das artet auf manchen Festivals auch schon mal in Freizeitstress aus J Aufm Wilwarin sind die Party und die Atmo die halbe Miete. Letztere Aspekte sog ich dann auch lieber in mich auf, nachdem ich kurz noch einen Blick zur Hauptbühne geworfen hatte, wo übrigens bei Dunkelheit dieses Jahr links und rechts von der Bühne zwei so Installationen in Schmetterlingsform herrlich psychedelisch beleuchtet wurden.

Tag 2: 

http://mosh.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2622&Itemid=116

Kommentare   

+1 #1 Horst Spider 2010-06-15 08:35
vielleicht sollte ich meine festival-verweigerungshaltung noch mal überdenken. bevor das wilwarin unerträglich groß wird.
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