Peter Schöpf & Freunde - "Klappe! Die Zweite."

Interpret: Peter Schöpf & Freunde

Albumtitel: "Klappe! Die Zweite."

Peter Schöpf


Lieder:       1.   Jeder scheisst in gleichen Dreck

                  2. Fette Eier

                  3. Telfs

                  4. Topf & Deckel

                  5. Mit jedem Zentimeter

                  6. Kasperletheater

                  7. 40 Fieber

                  8. Die Trauer und der Schnaps


Nach dem fulminanten Auftakt Ende 2012 mit „Der erste Streich EP“ aus dem Hause Schöpf war klar, dieser Künstler ist definitiv kein Lückenfüller, sondern eine Ausnahmeerscheinung und das über die Austropop-Etikette! Mit Wortwitz, intelligenten Texten, musikalischer Affinität und der Liebe zur Gitarre vereint Peter einen Mix, der meiner Meinung seines Gleichen sucht!

Nun, knapp zwei Jahre nach dem Veröffentlichen der ersten E.P., folgt „Klappe! Die Zweite.“

Das Werk umfasst 8 Lieder, welche mal sozialkritisch, mal persönlich sind. Außerdem hat sich bei der Produktion einiges verändert. Die Platte wurde wieder beim Haus- und Hofproduzenten Andreas Reinhart produziert und abgemischt mit dem Unterschied, dass die Aufnahmen wesentlich runder und druckvoller beim Hörer ankommen.

Das Artwork wurde von Armin List entworfen, welcher schon für Cover von Rammstein, Silbermond und wie sie alle hießen verantwortlich war.

Genug der Fakten. Wir widmen uns nun dem Liedgut.

Zur musikalischen Aufbereitung als „Mehroderweniger“–Leihe bin ich beeindruckt, da man stets das passende Argument zum jeweiligen Song gefunden hat. Alleine die Auswahl an den jeweiligen Instrumenten zu den entsprechenden Liedern ist mehr als nur gelungen!

Jeder scheißt den gleichen Dreck: Druckvoller Opener mit der nötigen Konfliktbereitschaft, den Hörer vor den Kopf zu stoßen und ihn zu erinnern, wir sind alle gleich. Der Appell des Songs „Wir sind alle gleich“ ist wichtiger den je. Man betrachte nur einmal das Auseinanderbrechen der sozialen „Schere“.

Fette Eier: Im folgenden Lied geht es darum, dass einem das Leben des öfteren mal in die Knie zwingt und Mensch diesen Situationen meist problemorientiert und mit Ohnmacht und Hilflosigkeit begegnet. Symbolisch hierfür stehen die Eier und der einhergehende Kampf nicht aufzugeben und gefälligst vor seiner eigenen Haustür zukehren.

Telfs: Eine Hommage des Künstlers an seine Heimatstadt und die einhergehenden Erlebnisse, Kneipen besuchen, den Freunde, der Familie und sein Bezug zu all dem. Kommt musikalisch extrem punkig daher mit schönen HC-Shots und am Ende des Songs mit Chor-Gesang. Brillant!

Topf und Deckel: Lange hat er sich dagegen verwehrt, ein Liebeslied zu schreiben oder wusste gar nicht, wie so etwas überhaupt vonstattengehen soll. Nun, Peter, was du hier mit deinen Freunden (Lynn & Simon) geschaffen hast, lässt auch das trockenste Höschen feucht werden. Musikalisch wurde hier wieder gezaubert und ein gelungenes Kleid entworfen.

***Randnotiz: An die italienischsprachige Hörerschaft: Achtet doch mal auf den Teil, den der Lynn zum besten gibt!***

Mit jeden Zentimeter: Bereits mit „Mei Bua“ konnte Peter ein herzzerreißendes Lied über seinen Sohn und ihre Beziehung kreieren, welches unter die Haut geht. Nahtlos kann er „mit jeden Zentimeter“ dort wieder anschließen und das mit einer Intensität, dass ich beim Hören eine Gänsehaut und gläsrige Augen bekam. Herr Schöpf schafft es tatsächlich, den Zuhörer abzuholen und ihn in seine Welt mitzunehmen. Das kann man nicht lernen, das schlummert vielmehr in einem. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.

Kasperletheater: DSDS, Voice of Germany, Supertalent, Popstars und wie diese unsäglichen Shows alle heißen, sie werden hier auf das schärfste kritisiert. Ausbeutung von JungkünstlerInnen und Einschaltquoten sind das oberste Ziel und das wird in diesem Song entsprechend verarbeitet. Für mich persönlich ein Favorit, da mir das Lied aus tiefsten Herzen spricht.

40 Fieber: Brandaktuell! Flucht aus dem eigenen Land, um der Familie eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Wie gehen wir als reiche Industrienation damit um?! Konfrontiert mit stereotypen Haltungen, latenten Rassismus und offenen Rechtsextremismus, um Menschen mit Migrationshintergrund zu vertreiben. Da werden gleich mal Flüchtlingsheime angegriffen und persönliche Unzulänglichkeiten auf das Feindbild projiziert. Gänsehaut! Schöpf, dafür sagen tausende Antifaschisten dir Danke, mich eingeschlossen!

Die Trauer und der Schnaps: Der Song geht unter die Haut, rein in den Rachen und direkt in die Blutbahn ... . Selbstkritisch, reflektiert und keinen Fuß breit von Selbstbeweihräucherung. „Heint sauft die Flaschen lei mehr mi!“ Rhythmisch, mitreißender und 100%ig Schöpf Peter mit Saubagasch (Lynn und Simon).


Das Resümee nach dem zehnten Durchlauf ist, dass Peter Schöpf mit Freunden hier wiederholt ein Meisterwerk aus dem Nichts gestampft hat. Brillant, Anspruchsvoll und für kleines Geld könnt ihr hier der schnelllebigen Musikindustrie vor den Karren pissen.

Bewertung: 9 von möglichen 10 Punkten, da meiner Meinung nach noch Platz nach oben frei bleibt!


IT’S A SCHÖPF!!!!

Euer Philipp Wöß aka Hammerheadphil

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